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- 27. Januar 2006 2 Min.
In Berlin steht der Entwurf für das Denkmal für schwule NS-Opfer fest. Bundesweit findet zudem der Gedenktag an die NS-Verbrechen statt.
Von Dennis Klein
(queer.de) - Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das notorische Konzentrationslager Auschwitz. Jedes Jahr wird daher an die Opfer der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten gedacht, seit 1996 gibt es auch eine offizielle Gedenkfeier im Bundestag. Für Schwule und Lesben ist der Tag dieses Jahr noch wichtiger, da jetzt der Sieger-Entwurf des Kunstwettbewerbes für das Berliner Denkmal für die ermordeten Homosexuellen im Dritten Reich bekannt gegeben wurde.
Am Mittwoch hat eine elfköpfige Jury aus den 17 eingereichten Entwürfen die Arbeit des norwegisch-dänischen Künstlerduos Michael Elmgreen und Ingar Dragset empfohlen. Das Denkmal soll an der Ebertstraße gegenüber dem Holocaust-Mahnmal von Peter Eisenman stehen.
Das Denkmal ist ähnlich wie Eisermans Stätte in Stelen aufgebaut. Diese sollen schräg emporragen und zusammenstehen wie in einer Art Haus. Durch ein schräg eingeschnittenes Loch kann man dort hineinblicken und sieht ein projiziertes Schwarzweiß-Filmbild einer "endlos wirkenden Kussszene zwischen zwei Männern", wie der Jury-Vorsitzende Prof. Norbert Radermacher erklärt. "Die von Außen eher kühl oder abweisende Betonform bekommt so einen ganz intimen Aspekt. Ohne verbale Hilfestellungen oder schriftliche Erklärungen wird hier das Thema der Homosexualität direkt und doch subtil vorgestellt." Das Denkmal soll so schnell wie möglich gebaut werden. Die Einrichtung des Denkmals war 2003 vom Bundestag beschlossen worden. Der Bund stellt dafür 450.000 Euro zur Verfügung.
In Berlin trafen sich derweil am am frühen Nachmittag Schwule und Lesben auf dem Nollendorfplatz in Berlin zu einer Gedenkminute. In Köln haben rund 40 Teilnehmer Blumen auf das Mahnmal "totgeschwiegen - totgeschlagen" am Rheinufer gelegt. Wegen der Kürzungsabsichten der NRW-Landesregierung bei den Mitteln der schwul-lesbischen Selbsthilfe ließ sich diesmal - anders als in den letzten Jahren - kein offizielles Programm und keine Kranzniederlegung organisieren.
27. Januar 2006
Links zum Thema:
» Gedenkort.de













Das besagt bestimmt eine Richtlinie des Paragraphen 34awXY zur gefühlslosen gestaltung eines Denkmals in eurem Land.
Also sieht immer alles so aus, das mir kein einziger Gedanke an Krieg und Holocaust in den Sinn kommt...
Da würde eine einfache Gedenktaffel seinen Zweck bestimmt auch erfüllen.