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Dänisches Nationalteam

Lesbische Teamkameradin kritisiert Stürmerin Nadia Nadim

Nadia Nadim, die Stürmerin des deutschen Vorrundengegners Dänemark, wird wegen ihres Engagements für den Verfolgerstaat Katar kritisiert.


Auf Torjägerin Nadia Nadim ruhen dänische EM-Hoffnungen – hinter den Kulissen ist aber wohl nicht alles perfekt (Bild: Ray Terrill / wikipedia)

Der dänischen Fußballnationalspielerin Nadia Nadim fliegen in ihrer Heimat normalerweise die Herzen zu. Doch jetzt gab es Ärger um die 34-jährige Stürmerin, die in Afghanistan geboren wurde und als Kind nach Dänemark kam. Der Grund: Im April hatte Nadim verkündet, als Botschafterin für die Fußball-WM der Herren in Katar zu werben. Nadim gab zu, dass sie dafür Geld bekomme, "aber nicht sehr viel".

Vor dem Hintergrund der Kritik an der Menschenrechtslage – etwa dem Umgang mit Homosexuellen – in dem Gastgeberland der WM im November rief die Entscheidung in ihrem Land viel Unverständnis hervor. Die dänische Flüchtlingshilfe beendete die Zusammenarbeit mit Nadim, der Fußballbund kritisierte sie, Medien nahmen sie ins Kreuzverhör.

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"Ich hätte mich anders entschieden"

Besonders brisant ist der Fall, weil Nadims Teamkameradin Pernille Harder lesbisch ist. "Ich hätte mich anders entschieden", sagte die Mittelfeldspielerin vom FC Chelsea zwar. Dass es deswegen Stunk in der Mannschaft gegeben habe, stritt sie aber ab. "Nadia hat ja nichts dagegen, dass ich homosexuell bin, deshalb ist es nicht komisch zwischen uns." Harder war 2018 und 2020 Europas Fußballerin des Jahres.

Andere im Team wurden etwas deutlicher. Verbandsdirektor Peter Möller erklärte etwa, er sei "super verärgert und enttäuscht" über Nadim, das gehe "gegen alles, wofür wir stehen". Im Teamhotel herrsche laut "Frankfurter Rundschau" ein "brüchiger Burgfrieden".

Nadim, die erst vor zwei Wochen ihr 100. Spiel für das dänische Nationalteam absolviert hat, verteidigt ihre Rolle als Botschafterin. Sie sieht sie als "riesige Chance, einen Unterschied zu machen". Trotzdem beeilt sie sich, vor dem Zusammentreffen mit EM-Gruppengegner Deutschland am Freitag Einigkeit in der dänischen Elf zu demonstrieren: "Ich habe ein fantastisches Verhältnis zu meinen Teamkameradinnen."

Die Fußball-EM der Frauen findet derzeit in England statt. Die Gastgeberinnen gewannen am Mittwochabend das Auftaktspiel gegen Österreich mit 1:0. Die Fußball-WM der Männer wird dann im November und Dezember in Katar veranstaltet. Dort droht Homosexuellen laut dem Gesetz im Extremfall die Todesstrafe. Es gibt Uneinigkeit darüber, ob die WM in dem autoritären Land die Verhältnisse verbessern kann oder am Ende doch nur den Status quo stärkt (queer.de berichtete). DFB-Direktor Oliver Bierhoff hatte erst kürzlich den Umgang mit Homosexualität im Emirat kritisiert (queer.de berichtete). (dpa/dk)

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