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Nach Influencerin-Video
Köln: Polizei ermittelt nach Angriff auf lesbische Frauen
Während den CSD-Wochen haben unbekannte Männer in der Domstadt offenbar drei Frauen aus Homophobie attackiert – eines der Opfer erklärte, sie sei bewusstlos geschlagen worden.

In Köln kam es Ende Juni offenbar zu einer lesbenfeindlichen Attacke (Bild: René Mentschke / flickr)
- 7. Juli 2022, 12:57h - 2 Min.
Die Kölner Polizei hat gegenüber dem "Kölner Stadtanzeiger" bestätigt, wegen eines Angriffs auf drei Lesben am 24. Juni wegen Beleidigung und Körperverletzung zu ermitteln. Zudem werde ein homosexuellenfeindlicher Hintergrund der Täter geprüft. Dieser Verdacht habe sich nach Vernehmungen von Zeug*innen ergeben. Die Tat hatte sich in den Pride Weeks eine Woche vor der CSD-Demo ereignet – ausgerechnet in der Schaafenstraße, einer queeren Partymeile.
/ KSTADrei lesbische Frauen sollen auf der #Schaafenstraße in #Köln zunächst verbal und dann körperlich attackiert worden sein. Nun ermittelt die Kriminalpolizei. https://t.co/AiPuRSnQ99
Kölner Stadt-Anzeiger (@KSTA) July 7, 2022
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Öffentlich gemacht hatte den Vorfall Influencerin Wiki Riot, die auch als Kandidatin der ersten Staffel von "Princess Charming" bekannt ist. Sie teilte ein Video für ihre rund 68.000 Follower*innen. Darin berichtete zwei der mutmaßlichen Opfer von dem Vorfall. Demnach hätten sich die Frauen geküsst, woraufhin die Männer sie angesprochen hätten, um "mitzumachen". Nach einem "Nein" hätten sie aggressiv reagiert und die Frauen auch tätlich angegriffen. Einer der Männer hätte eine Frau an den Haaren gepackt und mehrfach auf sie eingeschlagen. Die Betroffene erklärte, sie sei zwei Minuten bewusstlos gewesen. Zudem sei die Security nicht eingeschritten und habe die Täter sogar gewarnt, dass bald die Polizei kommen werde. "Das war für uns fast noch viel schlimmer", erklärte eines der Opfer. In dem Beitrag werden auch Zeug*innen des Vorfalls gebeten, sich zu melden.
Am 4. Juli fand in Köln die CSD-Demo teil, die erstmals vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten eröffnet wurde (queer.de berichtete). Der Einsatzleiter der Polizei sprach damals in einer Sonderausgabe der "Lokalzeit" von einem "friedvollen Fest".
Anders als in Köln meldet die Berliner Polizei queerfeindliche Vorfälle gezielt in ihren Polizeiberichten, zuletzt etwa eine Attacke auf eine trans Frau in Köpenick (queer.de berichtete). Die Kölner Polizei erklärte gegenüber dem "Kölner Stadtanzeiger" immerhin, dass sie Straftaten aus Queerfeindlichkeit gesondert erfassen würde. (cw)















