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Mangiapane auf dem Beichtstuhl

"Ich bereue nicht, was ich gemacht habe, aber wie ich es gemacht habe"

In der ersten Folge von "Das große Promi-Büßen" nimmt Olivia Jones dem schwulen Reality-Darsteller Matthias Mangiapane die Beichte ab. Der 38-Jährige ist nicht unbedingt ein Sympathieträger.


Matthias Mangiapane büßt in der Primetime (Bild: Screenshot ProSieben)
  • 8. Juli 2022, 08:38h 4 3 Min.

ProSieben zeigte am Donnerstagabend zur besten Sendezeit fast drei Stunden lang seine neue sechsteilige Realityshow, in der "elf Reality-Skandalnudeln" von Olivia Jones mit ihren Sünden konfrontiert werden – und nebenbei noch realityübliche Challenges absolvieren müssen, in denen es u.a. aus ums Urinieren geht.

Als erster in die "Runde der Schande" musste der schwule Reality-Darsteller Matthias Mangiapane, der vor zwei Jahren von Modedesigners Thomas Rath als "größte Schande" der LGBTI-Community bezeichnet worden war (queer.de berichtete).

Der 38-Jährige hatte schon viele Auftritte im Reality-TV: Er nahm 2018 am RTL-Dschungelcamp und 2020 an der Sat.1-Show "Promis unter Palmen" teil. In letzterer verhielt er sich besonders abwertend – und schimpfte auf grenzwertige Weise gegen Claudia Obert, eine Teleshopping-Verkäuferin, die in den letzten Jahren im Reality-Zirkus die Runde machte. Mangiapane mobbte sie in der Sendung so lange, bis sie weinend die Show verließ (queer.de berichtete).

"Promis unter Palmen" wurde übrigens ein Jahr später abgesetzt, nachdem die Show homophobe Attacken von Marcus Prinz von Anhalt gezeigt hatte ("Du bist doch 'ne Schwuchtel. Es ist eklig, wenn zwei Männer sich küssen. Fakt, das ist so, basta.").

"Ja, das war natürlich zu viel"

Doch Archivmaterial dieser viel kritisierten Show schaffte es durch "Das große Promi-Büßen" zurück auf die Mattscheibe: Olivia Jones konfrontierte Mangiapane mit vielen Aussagen aus seiner "Promis unter Palmen"-Staffel. Und da wurde selbst der Pöbler kleinlaut, wenn auch nur ein bisschen: "Ich bereue nicht, was ich gemacht habe, aber wie ich es gemacht habe", so der 38-Jährige. Die Schuld trage weiter eine andere: "Was möchtest du jetzt hören? Ich bin nicht sonderlich stolz darauf, aber meine Meinung wäre heute die gleiche – Frau Obert hat provoziert!"

Selbst Mangiapane zeigte sich aber erschreckt über das "hasserfüllte Bild", das er mit Kommentaren wie "Ich will dich Fotze nicht sehen" oder "Das ist keine Frau, das ist ein Viech" abgegeben habe. "Ja, das war natürlich zu viel. Too much!", so der Beichtende.

Dragqueen Jones tadelte: "Ich sehe Gewaltfantasien. Du beschreibst, wie du sie quälen würdest. Es gibt ein Wort dafür: du entmenschlichst sie, du stellst sie als Tier hin." Doch dann zeigt die Dragqueen auch noch Bilder der letzten beiden Tage im "Promi-Büßen"-Camp, in denen sich der schwule Realitystar ebenfalls nicht gerade von seiner besten Seite zeigte. "Du machst dir oft mit diesen extremen Auftritten alles Liebenswerte kaputt", erklärte Jones mütterlich.

In sozialen Netzwerken erntete vor allem die Dragqueen Lob für ihr Verhalten als Beichtmutter: "Wie genial, dass diese Menschen endlich mal tatsächlich mit ihren Widerwärtigkeiten konfrontiert werden. Und es gibt niemand besseren dafür als Olivia Jones. Ganz große Klasse", schrieb einer auf Twitter.

/ PaulWinkelmann7
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Andere haderten mit dem Format: "Die Tatsache, dass so eine mediale Belanglosigkeit vertreten durch gescheiterte Existenzen zur Primetime läuft, sollte uns zu denken geben", so ein Twitter-Nutzer.

/ djcooky78
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Amüsiert zeigte sich Mangiapanes Reality-Kollege Julian F.M. Stoeckel: "Einfach nur herrlich", erklärte er in einem 30-minütigen Youtube-Video, in dem er für ProSieben die erste Folge der Show kommentiert.

Quotenmäßig startete die Show weder als Top noch als Flop: Zwar war "Das große Promi-Büßen" mit 1,18 Millionen Zuschauer*innen mit Abstand die meistgesehene ProSieben-Sendung. Mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe blieb sie bislang aber hinter den großen Realityformaten zurück. ProSieben zeigte sich trotzdem zufrieden: "Auftakt gelungen", twitterte der Unterföhringer Privatsender.

/ ProSieben
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Weitere Folgen von "Das große Promi-Büßen" strahlt ProSieben donnerstags um 20.15 Uhr aus. Nächste Woche darf Helena Fürst ihre Schandtaten bereuen. (cw)

-w-

#1 StaffelbergblickAnonym
  • 08.07.2022, 12:23h
  • gutes Marketing ... in der sogenannten "Sauren-Gurken-Zeit" (obwohl gerade Europa intensiv herausgefordert ist) wird dank "Doch Archivmaterial dieser viel kritisierten Show schaffte es durch "Das große Promi-Büßen" zurück auf die Mattscheibe: Olivia Jones konfrontierte Mangiapane mit vielen Aussagen aus seiner "Promis unter Palmen"-Staffel." eine neue Serie gestartet. Mit dieser Zweitverwertung, billig produziert, wird der relevante Hintergrund für ertragreiche Werbeeinblendungen geschaffen. Was stand da, es gings um Urinieren? Könnte auch für die Beurteilungen von Werbepausen interessant sein.
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#2 Ith_Anonym
  • 08.07.2022, 20:05h
  • Meine Beichte lautet Fischstäbchenpizza und ich bereue weder, dass ich sie gemacht habe, noch wie ich sie gemacht habe, sondern bloß, dass ich fand, sie an einem Tag komplett essen zu müssen, denn es ist echt GANZ SCHÖN VIEL.
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#3 Elfolf
  • 08.07.2022, 20:22hHamburg
  • Das einzige, was Mathias wirklich bereuen sollte, ist der Maiskolben Badeanzug im Dschungel Camp. Aber das war RTL. Da hat Pro 7 keinen Zugriff drauf. Ansonsten wird er doch gerade für seine Ausraster fürs Trash TV gebucht.
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