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Zeremonie im Weißen Haus

Biden zeichnet Megan Rapinoe mit Freiheitsmedaille aus

Der lesbische Sportstar hat als erster Fußballprofi die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten erhalten.


Megan Rapinoe (li.) steht bei der Zeremonie zur Verleihung der Freiheitsmedaille neben US-Präsident Joe Biden

  • 8. Juli 2022, 09:48h 1 2 Min.

Die 37-jährige Fußballerin Megan Rapinoe ist am Donnerstag im Weißen Haus mit der "Medal of Freedom" ausgezeichnet worden. US-Präsident Joe Biden hing der offen lesbischen Sportlerin die Freiheitsmedaille um, die neben der "Congressional Gold Medal" des US-Parlaments als höchste zivile Auszeichnung des Landes gilt.

Biden lobte in einer kurzen Rede die Olympiasiegerin und zweifache WM-Gewinnerin in höchsten Tönen: "Megan hat etwas wirklich Bedeutsames getan: Sie hat dazu beigetragen, den vielleicht wichtigsten Sieg für unserer Fußballteam oder jedes andere Fußballteam zu erringen: gleiche Bezahlung für Frauen", sagte der 79-Jährige: "Ich beobachte Sie – mein Gott, Sie haben so etwas, Sie sind gut."

Hintergrund ist, dass Rapinoe den Kampf von US-Fußballerinnen für Gleichstellung angeführt und vor wenigen Wochen gewonnen hatte. Der neue Tarifvertrag garantiert seither allen Spielerinnen die gleiche Bezahlung wie Spielern – einschließlich Boni. Anders als in Deutschland ist das US-Frauenteam aber um Klassen besser als das der Männer: Die amerikanischen Frauen gewannen vier Mal die Fußball-Weltmeisterschaft, während die beste Leistung der US-Boys das Erreichen des Halbfinals war – und das ist auch schon 92 Jahre her.

Der Präsident ging auch auf Rapinoes Verlobte Sue Bird ein, die als Basketballerin mit ihrem Team Seattle Storm vier Mal die amerikanische Meisterschaft gewonnen hatte: "Ich hoffe, es gibt genug Platz für diese Medaille inmitten all der anderen Auszeichnungen, die du und Sue in eurer außergewöhnlichen Karriere gewonnen habt."

Die Medaille wird wird für "außergewöhnliche Beiträge für den Wohlstand, die Werte oder die Sicherheit der Vereinigten Staaten sowie für andere wichtige gesellschaftliche, öffentliche oder private Bemühungen" vom Präsidenten verliehen.

Der weiße Anzug von Rapinoe beinhaltete auch eine Botschaft: Am Revers waren eine weiße Rose sowie die Initialien B.G. eingestickt. Damit warb sie für die Freilassung von Brittney Griner, die seit inzwischen einem halben Jahr in russischer Gefangenschaft sitzt. Die US-Regierung glaubt, dass ihre Inhaftierung auch politisch bedingt sein könnte. Griner bekannte sich erst am Donnerstag eines Drogendelikts schuldig (queer.de berichtete).

Rapinoe ist laut dem Weißen Haus die erste Person aus dem Fußballsport, der die hohe Auszeichnung verliehen wurde. Außerdem erhielten weitere Berühmtheiten den Preis, darunter die Turnerin Simone Biles, die demokratische Politikerin Gabrielle Giffords und der Schauspieler Denzel Washington. Posthum erhielten Apple-Gründer Steve Jobs und der republikanische Senator John McCain den Preis. (dk)

-w-

#1 LorenEhemaliges Profil
  • 08.07.2022, 15:10h
  • Eine leidenschaftlich engagierte Frau und eine Zierde für die aus den Fugen geratende US-Gesellschaft und den Profifußball, der bei den Männern auf ziemlich abwegigen Bahnen unterwegs ist (leider seit geraumer Zeit, was ich als Fußballfan alles andere als gut finde).
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