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Großer Preis von Österreich
Sebastian Vettel fordert "null Toleranz" nach homofeindlichen Ausfällen
Nach homophoben, rassistischen und sexistischen Beleidigungen bringt Sebastian Vettel ein lebenslanges Verbot ins Gespräch. Andere beziehen auch klar Stellung "nach der hässlichen Seite der Feierstunde".

Sebastian Vettel zeigte im Sommer 2021 beim Großen Preis von Ungarn, was er vom "Homo-Propaganda"-Gesetz der Orbán-Regierung hält (Bild: Instagram / vettelofficial)
- 11. Juli 2022, 08:11h 3 Min.
Die Formel 1 zeigt sich geschlossen und geeint nach den Berichten über menschenfeindliche Beleidigungen in Spielberg. Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel forderte deutliche Konsequenzen wegen der rassistischen, homophoben und sexistischen Ausbrüche. "Wer auch immer diese Leute sind, sie sollten sich schämen und auf Lebenszeit von Rennveranstaltungen ausgeschlossen werden", sagte der 35 Jahre alte Aston-Martin-Pilot: "Ich denke, es sollte null Toleranz geben."
/ MotorsportSebastian Vettel thinks F1 should introduce life bans for abusive fans following the harassment that has been reported at Red Bull Ring this weekend.
Motorsport.com (@Motorsport) July 10, 2022
Do you agree with him? #F1 #AustrianGP #Motorsport pic.twitter.com/uzUd0bXzpQ
So sieht es auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Wer auch immer meinen Satz liest: Bleib weg, wir wollen dich nicht, wenn du zu der Gruppe gehörst." Der Österreicher wählte noch markigere Worte, warnte aber auch davor, alle Fans zu verurteilen, nachdem es beim Großen Preis von Österreich am Sonntag zu Übergriffen und verbalen Beleidigungen gekommen sein soll. Betroffene hatten davon in sozialen Netzwerken berichtet.
"Wenn du ein richtiger Formel-1-Fan bist, egal von welchem Team, egal von welchem Fahrer, kannst du nicht rassistisch, nicht homophob oder sexistisch sein, denn dann passt du nicht in die Formel 1 und wir wollen dich nicht", sagte Wolff. Einen weiblichen Fan, dem das Kleid hochgehoben worden war mit dem Hinweis: Fans von Lewis Hamilton und Mercedes müsse man nicht respektieren, hatte Mercedes Medienberichten zufolge noch am Renntag zu sich ins Motorhome eingeladen.
Es sei in Ordnung, sich zu amüsieren und zu viel zu trinken, sagte Vettel. "Aber das rechtfertigt oder entschuldigt kein falsches Verhalten", betonte er. Eine Einschätzung, die praktisch alle Formel-1-Fahrer und Verantwortliche teilten. "Geschockt seien sie, sagte Red Bulls Teamchef Christian Horner: "Wir wollen sichere Orte für Fans, damit sie unseren Sport genießen können."
Alkoholgrenze als Lösung?
Max Verstappen, dessen niederländische Fans den Großteil der Anhänger ausmachten unter den insgesamt über 300.000 Zuschauer*innen an den drei Tagen und vor allem die Campingplätze um den Kurs in Beschlag genommen hatten, schlug in der Diskussion um das Fanverhalten sogar eine Alkoholgrenze als möglichen Lösungsansatz vor. "Du machst manchmal dumme Sachen, wenn du Alkohol trinkst. Ich will damit nichts entschuldigen. Aber man könnte das regulieren. Es gibt eine bestimmte Menge an Alkohol", sagte der Weltmeister und WM-Führende.
Am Grand-Prix-Wochenende von Spielberg hatten Berichte vor allem von weiblichen Fans aufschrecken lassen. Darin ging es um Übergriffe, sexistische Kommentare, rassistische oder homophobe Beleidigungen. "Die hässliche Seite der Feierstunde", schrieb die österreichische "Kleine Zeitung". Nach der Siegerehrung hatten Fans aus der sogenannten "Orange Army" auch noch Werbetafeln an der Strecke einfach abmontiert.
Die Formel 1 hatte umgehend mit einem Statement reagiert. Es sei Zeit zum Handeln, forderte Rekordweltmeister Lewis Hamilton. Der Slogan der Formel 1 "Wir fahren als eins" sei ja gut und schön. "Aber es waren nur Worte." Es habe nichts geholfen. (dpa/cw)















