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Brasilien
Rassistische und homophobe Entgleisung: Gericht ordnet Untersuchung gegen Piquet an
Nelson Piquet sorgte mit einem Ausbruch gegen Formel-1-Star Lewis Hamilton für Schlagzeilen – und könnte nun sogar im Gefängnis landen.

Piquet sagte die rassistischen und homophoben Aussagen in einem Interview im November 2021 – aber erst jetzt sorgen sie für Schlagzeilen (Bild: Motorsports Talk)
- 12. Juli 2022, 07:47h 2 Min.
Nach der rassistischen und homophoben Entgleisung gegen Formel-1-Rekord-Weltmeister Lewis Hamilton droht Nelson Piquet in seiner Heimat Brasilien ein juristisches Nachspiel. Ein Richter ordnete am Montag (Ortszeit) eine Untersuchung der Vorwürfe gegen den früheren Formel-1-Fahrer ein, der in den Achtzigerjahren drei Mal Weltmeister wurde. Vier Menschenrechtsgruppen hatten Anzeige erstattet und Piquet zur Zahlung von zehn Millionen brasilianischen Real (1,86 Millionen Euro) aufgefordert, weil er angeblich Schwarzen und queeren Menschen moralischen Schaden zugefügt habe. Auch drei Parlamentsabgeordnete hatten eine offizielle Beschwerde gegen den 69-Jährigen eingelegt.
Piquet hat nun 15 Tage Zeit, um seinen Fall vor Richter Felipe Costa da Fonseca Gomes vom Bundesgerichtshof vorzutragen, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Rassistisches Handeln und rassistische Äußerungen können in Brasilien mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Piquet wies einen rassistischen Hintergrund zurück und sieht sich fehlinterpretiert.
Anlass war das Auftauchen ältere Aussagen Piquets, in denen er Hamilton (37) in einem Interview verunglimpft hatte. So hatte Piquet in dem Gespräch im November 2021 das Schwarze abwertende Wort "Neguinho" verwendet, als er über Lewis Hamilton sprach. Außerdem sagte er, dass der deutsche Rennfahrer Nico Rossberg 2016 nur Weltmeister geworden sei, weil Hamilton angeblich "ziemlich schlecht" war und ihm – sinngemäß übersetzt – den Arsch hingehalten habe. Diese Äußerung wurde von brasilianischen Medien als eindeutig schwulenfeindlich interpretiert.
In der internationalen Presse wurde insbesondere über das Wort "Neguinho" berichtet, das mit dem aus dem amerikanischen Englisch stammenden N-Wort übersetzt wurde. Piquet widersprach aber, dass das portugiesische Wort in Brasilien das gleiche bedeute: "Was ich gesagt habe, war unbedacht, und ich wehre mich nicht dagegen, aber ich möchte klarstellen, dass es sich bei dem verwendeten Begriff um einen handelt, der weithin und historisch betrachtet im brasilianischen Portugiesisch umgangssprachlich als Synonym für 'Kerl' oder 'Person' verwendet wird, und nie beleidigend gemeint war", hieß es in seiner Stellungnahme. Der Ausdruck wird allerdings in Brasilien auch als rassistisch bewertet und nur zur Beschreibung dunkelhäutiger Männer verwendet.
"Ich würde das Wort, das mir in einigen Übersetzungen vorgeworfen wird, niemals verwenden. Ich weise jede Vermutung entschieden zurück, dass ich das Wort mit dem Ziel verwendet habe, einen Fahrer wegen seiner Hautfarbe herabzusetzen", betonte Piquet.
Homophobie scheint bei den Piquets übrigens in der Familie zu liegen: Bereits 2013 wurde Nelson Piquet Jr. vom US-Motorsportverband Nascar nach homophoben Äußerungen zu einer Geldstrafe verurteilt (queer.de berichtete). (dpa/cw)















So lange verbal reintreten bis man darauf angesprochen wird und dann alles hübsch bestreiten/als Witz darstellen.
Wäre doch Mal eine hübsche Gelegenheit, ein Exempel zu statuieren?