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Humboldt-Universität

Stark-Watzinger: Transfeindlichkeit "müssen wir alle aushalten"

Heute wird der umstrittene Vortrag der queerfeindlichen Biologin Marie-Luise Vollbrecht nachgeholt. Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sorgt sich dennoch um die Wissenschaftsfreiheit.


Bettina Stark-Watzinger (FDP) ist seit dem 8. Dezember 2021 Bundesministerin für Bildung und Forschung (Bild: BMBF / Hans-Joachim Rickel)

Nach dem Streit über einen Geschlechter-Vortrag an der Berliner Humboldt-Universität hat Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) erneut Sorge um die Wissenschaftsfreiheit geäußert. Die Hochschulen seien gefordert, auch kritische Debatten zu ermöglichen, sagte die FDP-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Das müssen wir alle aushalten."

Die Humboldt-Uni hatte Anfang Juli den Vortrag "Geschlecht ist nicht (Ge)schlecht, Sex, Gender und warum es in der Biologie zwei Geschlechter gibt" der Biologin Marie-Luise Vollbrecht aus dem Programm der Langen Nacht der Wissenschaften genommen (queer.de berichtete). Die Hochschule verwies auf Sicherheitsbedenken nach einem Protestaufruf. Die Präsentation soll an diesem Donnerstag (17 Uhr) nachgeholt werden. Anschließend (19 Uhr) gibt es eine Podiumsdiskussion u.a. mit Stark-Watzinger. Vollbrecht lehnte eine Teilnahme ab.

"Es war mir ein besonderes Anliegen, angesichts der Absage die Bedeutung der Wissenschaftsfreiheit und der offenen Debatte zu betonen", sagte die Bundesforschungsministerin. "Gerade die Hochschulen müssen ein Ort dafür sein. Wissenschaftsfreiheit in Deutschland darf nicht in Gefahr geraten."

Queerfeindliche Thesen als wissenschaftliche Fakten dargestellt

Kritiker*innen kritisierten, dass die HU der Biologin ein Forum geben wollte, in der sie ohne Widerspruch ihre queerfeindlichen Thesen als wissenschaftliche Fakten darstellen könne (queer.de berichtete). Die Biologie-Doktorandin argumentiert u.a., es gebe beim Menschen nur zwei Geschlechter, und diese würden jeweils bis zum Lebensende beibehalten.

Vollbrecht war zudem Co-Autorin des queerfeindlichen Gastbeitrags in der "Welt", in dem behauptet wurde, dass ARD und ZDF durch queere Sichtbarkeit in ihren Programm Kinder "sexualisieren und umerziehen" (queer.de berichtete). Auch bei Twitter hatte sich Vollbrecht transfeindlich positioniert. (cw/dpa)



54 Kommentare

#1 BlakeAnonym
  • 14.07.2022, 05:51h
  • Hm.
    Da bleibt nur zu hoffen das die anschließende Podiumsdiskussion diese ganzen hanebüchenen Thesen so richtig schreddert.
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#2 Ith_Anonym
  • 14.07.2022, 07:02h
  • Öhm, nein, AUSHALTEN müssen die Transfeindlichkeit "wir". Aber dieses Wir inkludiert keine Cissen.

    Random Antworten unter einem beliebigen Tweet, in dem Georgine Kellermann eines ihrer Interviews postet:

    "Für diese Abart müssen wir auch noch blechen."

    twitter.com/dinobot0815/status/1547252618455666688

    "Mal ein Tweet der nicht komplett Weltfremd ist. Die sichtbarmachung von wirklich armen Menschen, die von der Regierung im Stich gelassen wurde. Das ganze geschwuchtel darum mit Smileys und die Selbstinszenierung ist da allerdings fehl am Platz. Wirklich Reif ist das nicht "

    twitter.com/Fairgewaltiger1/status/1546996544200753154

    "Reporter. Du bist ein Repoter. Bitte. ;-)"

    twitter.com/GeorgineKellerm/status/1546945936571645953

    Ist bloß eine Auswahl, sie hat, wie sich das für eine geoutete Trans*-Person mit Klarname im Account gehört, ganze "Fan"-Accounts, die nichts anderes machen, als Bilder von Trans*-Accounts zu sammeln und mit Beleidigungen und/oder Doxxing-Informationen zu versehen.

    Das ist das Klientel, mit dem die arme Biologin kuschelt und sich glänzend versteht, und das sind jetzt extrem HARMLOSE Beispiele (zu denen man sich aber vor Augen halten muss, dass eine geoutete Trans*-Person mit Reichweite die JEDES EINZIGE MAL bekommt, wenn sie etwas postet). Ich habe nämlich keine Lust, eine Stunde lang in meiner Blockliste Dinge zu recherchieren, die teils auch erst im Gesamtthread ihre volle Wirkung entfalten.. und es macht auch einfach wenig Spaß, den Community Manager-Job zu machen, sich durch die Scheiße zu wühlen und sich das stundenlang reinzuziehen, wenn man am Ende eh keinen einzigen dieser Accounts gesperrt bekommt.

    Wer ist dieses "wir", das sowas aushalten muss? Kleiner Tipp: Leute, die eine große Bühne bekommen, um zu erklären, was trans*-Personen gefälligst auszuhalten hätten, gehören NICHT dazu.
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#3 Ith_Anonym
  • 14.07.2022, 07:11h
  • Ist übrigens voll normal in meiner Welt, dass ich für die Suche nach trans*-Hass gerade mal 2 Minuten brauche. Einfach nen random Account einer bekannten Trans*-Person nehmen, die jobbedingt oder sonstwie Fotos von sich postet, und zu "weitere Antworten anzeigen" runterscrollen.

    Tja, das geht so schnell. Weil die Gesellschaft halt findet, dass man sowas aushalten muss, und deshalb... ist das dann leider so.
    Ist aber auch ja eh bloß online. Also, bloß auf der Plattform, auf der Trump damals erst seine Wahl gewonnen hat, und bei der nächsten versucht hat, gewaltsam zum Diktator aufzusteigen. Hat mit der realen Welt also glücklicherweise voll nix zu tun.
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#4 VictoriaAnonym
  • 14.07.2022, 07:12h
  • Lässt sich immer leicht reden, wenn man selbst nicht davon betroffen ist, hm?
    Lassen die als nächstes auch irgendeinen Rassisten eine Rede über Rassenlehre halten, und wenn sich BIPoC darüber beschweren, müssen sie Rassismus einfach "aushalten"? Weil "Wissenschaftsfreiheit"? Nö, glaub ich nicht, weil das dämlich wäre.
    Transfeindlichkeit ist einfach eine der wenigen noch salonfähigen Formen der Diskriminierung in der heutigen Gesellschaft, und genau durch solche Situationen macht sich das bemerkbar.
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#5 SchonProfil
  • 14.07.2022, 07:14hFürth
  • Antwort auf #1 von Blake
  • "Anschließend (19 Uhr) gibt es eine Podiumsdiskussion u.a. mit Stark-Watzinger. Vollbrecht lehnte eine Teilnahme ab."

    Das zeigt, wie wertlos ihr vorangegangener Meinungsmonolog "Vortrag" sein muss, wenn Frau Vollbrecht die anschließende Diskussion vermeidet. Wenn ich zu meiner Meinung stehe und sie für richtig halte, kann ich sie auch in einer Diskussion vertreten.

    Das hat das Muster von dem Auftritt Russlands in dem G20: kommen, beleidigt Monolog halten und wierder verschwinden, damit keiner mit mir diskutieren kann.
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#6 AngewiderterAnonym
  • 14.07.2022, 07:18h
  • Und genau wegen solcher Ausfälle, wegen solcher Personalien (wobei Stark-Watzinger ja nicht der einzige Ausfall der Regierung ist) verbietet es sich eigentlich, dass vor einem Bundesgebäude auch nur eine Regenbogenflagge von diesen Pharisäer:innen gehisst wird. Sie lachen dir ins Gesicht, tun so, als seien Themen wie Menschenrechte wichtig - und dann wird aus dem Ins-Gesicht-Lachen wieder ein Ins-Gesicht-Spucken.

    Eine andere Regierungskonstellation unter Beteiligung der bekannten reaktionären Kreise und Parteien ist natürlich auch keine Alternative (erst recht nicht mit eben jener).

    Der Status Quo ist und bleibt: Wir waren, sind und bleiben als Minderheit auf uns allein gestellt. Und wir waren, sind und bleiben Angriffsziel von großen Teilen der "Gesellschaft" (wenn man dieses verlogene Konstrukt noch so nennen möchte), von Medien (öffentlich-rechtlich und privat), sowie der Politik. Hier und da gibt es mal das Zuckerbrot (falls jemand mit der "Ehe für Alle" kommt und der obligatorischen Frage, auch in unserer "Community", was wir denn noch alles wollten...), aber größtenteils eben die Peitsche.

    Und mit Blick auf das, was sich global entwickelt -auch da kann kein Mensch sagen: Wie hätte man das denn ahnen können?-, sehe ich mittelfristig wirklich, nennen wir es "unschöne Zeiten" auf uns zukommen.
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#7 VictoriaAnonym
  • 14.07.2022, 07:45h
  • Antwort auf #5 von Schon
  • Das zeigt einfach nur, wie wieselig, heuchlerisch und unehrlich diese Menschenhasser*innen sind. Wenn man sich darüber beschwert, dass Transfeindlichkeit eine offene Bühne geboten wird, ist man direkt ein Demokratiefeind*in und gegen "Wissenschaftsfreiheit", aber wenn sie dann ihre transfeindlichen Thesen verteidigen sollen, dann laufen sie weg. Nur um dann in sozialen Medien wieder ordentlich Sealioning zu betreiben und einen auf "besorgt" zu machen, wenn sich jemand ihnen gegenüber kritisch äußert.
    Eine Diskussion fand hier noch nie statt, findet hier nicht statt und wird hier auch nie stattfinden. Die Leute, die eindeutig das Ziel verfolgen, trans Menschen vollständig auszulöschen, machen einen auf "Diskussion" und "Wissenschaftsfreiheit", aber wenn sie dann mal herausgefordert werden, verziehen sie sich. Und kommen damit auch noch durch. Es ist so zum Kotzen.
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#8 DQ24Anonym
  • 14.07.2022, 08:05h
  • Ich stimme ihr zu, "Transfeindlichkeit" als Meinung muss man aushalten können. Doch leider hat diese gute Frau "vergessen" zu erwähnen, dass zu einem wissenschaftlichen Diskurs immer mindestens zwei unterschiedliche Meinungen gehören.
    KritikerInnen keinen Raum für eine Gegenrede oder Erwiderung zu geben, bedeutet, dass man diese Meinung unwidersprochen als Fakt akzeptieren soll. Und ich bin nicht so blöd, darauf hereinzufallen!
    Im übrigen stelle ich fest, dass weltweit Transphobie, auch im "wissenschaftlichem Gewand" stark zugenommen hat. Liegt wohl daran, dass manche Menschen sich die piefige Adenauer-Ära zurückwünschen, wo Geschlechterrollen klar getrennt, und Männe das sagen hatte.
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#9 Ith_Anonym
  • 14.07.2022, 08:13h
  • Antwort auf #8 von DQ24
  • "Im übrigen stelle ich fest, dass weltweit Transphobie, auch im "wissenschaftlichem Gewand" stark zugenommen hat. Liegt wohl daran, dass manche Menschen sich die piefige Adenauer-Ära zurückwünschen, wo Geschlechterrollen klar getrennt, und Männe das sagen hatte."

    Also ich persönlich glaube ja eher, dass das mit der Zunahme daran liegt, dass viele Leute das mit der Transfeindlichkeit nicht als Hetze begreifen, die irgendwie problematisch wäre, sondern finden:

    "Ich stimme ihr zu, "Transfeindlichkeit" als Meinung muss man aushalten können."

    Hass als Meinung framen - gesellschaftliche Entwicklung Richtung Rechtsextremismus, in dem der Wunsch nach Auslöschung bestimmter Menschengruppen auch bloß eine Meinung ist, die man ruhig haben kann, denn solange man nicht aktiv jemanden umbringt, sondern bloß Bereitschaft signalisiert, wohlwollend dabei zuzuschauen, ist ja erstmal nix ein Problem.
    Kennt man ja von dir.

    Hast aber recht. Bist damit nicht alleine. Ist ein Trend, an dem bei Maischberger, Lanz und co. auch im ÖRR stark gearbeitet wird. Aber bloß, weil du damit in "guter" (im Sinne von zahlreicher) Gesellschaft bist, isses nicht okay. Im Gegenteil: Genau deswegen ist es ein erheblicher Teil des Problems.
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#10 mesonightAnonym
  • 14.07.2022, 08:26h
  • Man hätte es zur Bedingung für das Nachholen des Vortrags machen müssen, dass Frau Vollbrecht an der anschließenden Diskussion teilnimmt. Das sagt ja im Grunde schon alles, ich bin mir sicher, dass der Vortrag heute gestört werden wird.
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