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"Das haben unsere Sportler nicht verdient"
Bundesinnenministerin Faeser lehnt Boykott der Fußball-WM ab
Die für Sportpolitik verantwortliche Bundesministerin will mit katarischen Verantwortlichen Gespräche über die Menschenrechtssituation führen.

Das Bundesinnenministerium ist unter Nancy Faeser zum ersten Mal seit 2005 wieder in sozialdemokratischer Hand (Bild: BMI / Peter Jülich)
- 14. Juli 2022, 11:52h 2 Min.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat sich gegen einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ausgesprochen. "Ich halte vom Boykott nichts, weil man die Verantwortung der Politik auf den Sport verlagert. Und das haben unsere Sportlerinnen und Sportler auch nicht verdient, die lange darauf hin trainiert haben", sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag dem TV-Sender RTL/ntv.
Die Sportministerin kündigte an, vor dem Turnier vom 21. November bis 18. Dezember Gespräche mit Verantwortlichen des Gastgeberlandes führen zu wollen. "Ich werde mit dem DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf vor der WM nach Katar fliegen, um die Themen anzusprechen", erklärte Faeser. Die Berliner SPD hatte im Dezember in einem Beschluss auf einem Landesparteitag einen Boykott gefordert.
Katar wird immer wieder wegen systematischer Menschenrechtsverstöße und Ausbeutung von Migrant*innen kritisiert. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück und führt Reformen zu Gunsten der ausländischen Arbeiter*innen an. Für Wirbel hatten zuletzt auch Berichte über Diskriminierungen von Homosexuellen gesorgt. In Katar ist Homosexualität gesetzlich verboten und kann sogar mit der Todesstrafe geahndet werden. Nach den Worten von Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani werden bei der WM aber alle Gäste willkommen geheißen, solange diese "unsere Kultur respektieren" – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung (queer.de berichtete).
Zuletzt hatte sich fast die Hälfte der Deutschen dafür ausgesprochen, dass die deutsche Nationalmannschaft auf eine WM-Teilnahme verzichten solle. Das ging aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur Ende Juni hervor (queer.de berichtete).
Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, die Grünenpolitikerin Luise Amtsberg, erklärte erst kürzlich, sie sehe die Fußball-WM auch als Chance für Verbesserungen der Menschenrechtslag (queer.de berichtete). (dpa/cw)















Aber was anderes habe ich von ihr auch nicht erwartet. Bzw. anderes erwarte ich von der gesamten Ampel nicht
Und bevor wieder die obligatorischen Einwürfe kommen: "aBeR CDU/CSU uNd nOcH rEakTionÄreR wÄrE bEssEr? Ah ja!!!!": Nein, wäre es nicht. Aber auch wenn mensch es kaum glauben mag: Mensch kann tatsächlich das eine scheiße finden UND das andere auch.
Nur weil Union und der noch reaktionärere Bereich es nicht besser machten, muss ich noch lange nicht abfeiern, was die Ampel tut. Oder eben nicht tut.