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"Ich konnte nicht ich selbst sein"

"Tatort"-Kommissar Burlakov belastete Versteckspiel um seine sexuelle Orientierung

Der Schauspieler erzählt von seiner konservativen Erziehung und warum es ihm gut getan hat, sich als schwul zu outen.


Vladimir Burlakov 2016 bei der Uraufführung von "GOLD. Der Film der Nibelungen" (Bild: Sven Mandel / wikipedia)
  • 15. Juli 2022, 09:32h 5 2 Min.

Der 34-jährige Schauspieler und "Tatort"-Kommissar Vladimir Burlakov hat nach eigener Aussage ein von seiner konservativen Erziehung geprägtes Bild von Männlichkeit. "Meine Mutter hat mir beigebracht, dass ein Mann nicht sitzen sollte, wenn eine Frau oder eine ältere Person steht", sagte er in einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Freitag.

Ein Mann sollte für seine Familie und Freund*innen da sein und in Stresssituationen Ruhe bewahren. Er sollte zudem zu seinem Wort stehen, sagte Burlakov. Er selbst habe jedoch seit seinem Coming-out von der neuen gesellschaftlichen Offenheit profitiert. Als er vor 14 Jahren mit der Serie "Im Angesicht des Verbrechens" anfing, "durfte man in der Branche nicht erzählen, dass man schwul war".

Homosexualität unbewusst versteckt

Privat habe er offen darüber gesprochen, aber die Öffentlichkeit habe nichts davon gewusst. Das habe ihn belastet. Bei Castings habe er gemerkt, dass er das unterbewusst verstecke, ergänzte der Schauspieler. Deshalb habe er vielleicht bestimmte Rollen nicht bekommen. "Ich konnte nicht ich selbst sein – und deshalb musste ich mich befreien."

Der 1987 in Moskau geborene Schauspieler, der 1996 mit seiner Mutter nach Deutschland übersiedelte, hat sich vergangenes Jahr bei einer Gala erstmals öffentlich Hand in Hand mit seinem Lebenspartner gezeigt (queer.de berichtete). Damals sagte Burlakov in einem Interview: "Lustigerweise war es gar nicht so aufregend, wie ich dachte, weil es für mich dann doch normal ist, mit meinem Partner einen schönen Abend zu haben."

Burlakov erhielt 2010 für seine schauspielerischen Leistungen im Krimi-Mehrteiler "Im Angesicht des Verbrechens" mit dem übrigen Serien-Ensemble den Deutschen Fernsehpreis. Der Berliner gehört seit 2020 als Kriminalhauptkommissar Leo Hölzer fest zum saarländischen "Tatort"-Team. (AFP/cw)

#1 hessenboy78Anonym
  • 15.07.2022, 11:52h
  • Mein absoluter Lieblingsschauspieler und eine Seele von Mensch. Toll, dass es Menschen wie ihn gibt.
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#2 FrettiAnonym
  • 15.07.2022, 11:54h
  • Finde ich Mega hast mein vollen Respekt, denn jeder soll so Leben wie er möchte
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#3 Julian 80Anonym
  • 15.07.2022, 13:44h
  • Das wundert mich überhaupt nicht, dass ihn das belastet hat.

    Sich selbst zu verleugnen, in ständiger Angst vor Enttarnung zu leben und auf jedes Wort und jeden Blick achten zu müssen, bleibt langfristig nicht ohne negative Folgen für die Psyche.

    Daran sollten alle schwulen und lesbischen Promis denken... Auch die schwulen Fußballer.
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