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München
Katholischer Priester geht erstmals zum CSD – im offiziellen Gewand
Ausgefallene Outfits gehören beim Christopher Street Day zum guten Ton. Der Münchner Wolfgang Rothe allerdings plant einen Auftritt, der selbst für die bunte Demoparade mehr als ungewöhnlich ist.

Wolfgang Rothe ist katholischer Priester sowie Doktor der Theologie und des Kirchenrechts (Bild: Droemer)
- 16. Juli 2022, 03:52h 2 Min.
Im Priestergewand beim Christopher Street Day: Der katholische Geistliche Wolfgang Rothe will mit einem Auftritt bei der diesjährigen CSD-Parade in München ein Zeichen setzen: "Ich möchte für meinen Teil um Verzeihung bitten für das, was queeren Menschen in unserer Kirche angetan wurde", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Ich teile die Ziele des CSD uneingeschränkt."
Rothe hat schon vor Jahren sein Schwulsein öffentlich gemacht. 2021 segnete er im Rahmen der Aktion "Liebe gewinnt" mehrere homosexuelle Paare in einem katholischen Gottesdienst – gegen den erklärten Willen des Vatikans. Anfang des Jahres brachte er das Buch "Gewollt. Geliebt. Gesegnet." über katholisches Queer-Sein auf den Markt (queer.de berichtete).
Der Priester wurde zum CSD eingeladen
Beim CSD mitgelaufen sei er bislang noch nie. "Das hätte ich als aufdringlich von mir empfunden", sagte er. Und er habe sich als Vertreter der katholischen Kirche dazu auch "nicht berechtigt" gefühlt. Dieses Mal aber sei er ausdrücklich eingeladen worden.
Die Demoparade zum CSD München startet am Samstag ab 12 Uhr auf dem Mariahilfplatz. Das CSD-Straßenfest findet am Samstag und Sonntag auf dem Marienplatz statt.
Rothe sieht "Signale, die Hoffnung machen"
Die katholische Kirche in Deutschland mache langsam Schritte in die richtige Richtung, sagte Rothe. Tatsächlich ist – für katholische Verhältnisse – in jüngster Vergangenheit einiges passiert. Im Januar dieses Jahres outeten sich 125 queere Beschäftigte der Kirche und protestierten unter dem Motto #OutInChurch gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz (queer.de berichtete).
Bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) kündigte der Vorsitzende, der Limburger Bischof Georg Bätzing, eine Änderung des kirchlichen Arbeitsrechtes an (queer.de berichtete). Denn in der katholischen Kirche kann es einen bislang den Job kosten, wenn man sich zum Beispiel zu einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft bekennt.
"Das sind Signale, die Hoffnung machen dürfen", sagte Rothe. Aber: "Wie konsequent das am Ende ausfällt, das wird man sehen." (cw/dpa)















Zuerst einmal Hut ab vor den kath. Priester Roth. Ob er aber mit seinen alleinigen Auftritt beim CSD tatsächlich etwas ausrichten kann gegen solch einen mächtigen und sturrköpfigen alten Mann in Rom wage ich zu bezweifeln. Dem Priester müßten jetzt all diejenigen folgen, die tatsächlich intern am althergebrachten nicht bloß rütteln sondern Flagge zeigen müssen. Erst wenn die Regenbogenflagge übern Petersdom sichtbar für alle aufgehängt wird, glaube ich an ein gutes Signal.