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Computerspiel

"Sims"-Update: Auswahl der sexuellen Orientierung möglich

Die "Sims"-Figuren erhalten endlich eine sexuelle Orientierung: Im inzwischen über 20 Jahre alten Kultspiel lässt sich jetzt einstellen, an welchem Geschlecht man interessiert ist.


Neue Auswahlmöglichkeiten bei "Die Sims 4" (Bild: Electronic Arts)

Ab dem 28. Juli steht den Spieler*innen von "Die Sims 4" ein Update zur Verfügung, mit dem sie ihre sexuelle Orientierung für die eigene Figur einstellen können. Das teilte die Spielefirma Electronic Arts auf ihrer Website mit. Die neuen Auswahlmöglichkeiten sollen mit dem "Highschool-Jahre-Erweiterungspack" eingeführt werden. Dieses müsse aber nicht gesondert gekauft werden, sondern würde allen Nutzer*innen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Das neue Feature enthält konkret die neue Auswahlmöglichkeit "Mein Sim fühlt sich hingezogen zu" – dann kann zwischen Männern und Frauen ausgewählt werden. "Ihr könnt jede Kombination von Anziehungskästchen anklicken (auch keine oder alle), um die romantische Orientierung eures Sims widerzuspiegeln", so Designleiterin SimGuruJessica. Das hat Folgen bei Kommunikation mit anderen Figuren, erklärte die Entwicklerin weiter: "Wenn ein Sim, dessen Geschlecht nicht den Anziehungseinstellungen eures Sims entspricht, eine romantische Interaktion bei eurem Sim versucht, bekommt er einen Korb."

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Sim kann sich in seiner Sexualität "noch ausprobieren"

Zudem gibt es eine zweite Einstellung für eine Figur, "die sich noch ausprobieren möchte". Hier kann eine andere sexuelle Orientierung angegeben werden, um weiterführende "Techtelmechtel" zu ermöglichen: "Durch romantische Interaktionen kann sich euer Sim in eine ganz andere Richtung entwickeln, als zu Beginn festgelegt wurde", erläuterte SimGuruJessica.

/ TheSims

In den letzten Jahren haben "Die Sims" immer mehr queere Optionen eingeführt. Seit mehreren Jahren gibt es etwa Auswahlmöglichkeiten für den geschlechtlichen Ausdruck einer Figur (queer.de berichtete). Im Mai diesen Jahres gab es ein weiteres Update, um das Personalpronomen festzulegen. Für die Veränderungen lässt die Spielefirma von der amerikanischen LGBTI-Organisation GLAAD und dem Projekt "It Gets Better" beraten.

Allerdings sei noch mehr notwendig, so SimGuruJessica. So seien etwa bis heute nichtbinäre Identitäten nicht möglich: "Nicht binäre Sims gibt es derzeit 'mechanisch' noch nicht in DS4. Wir haben zwar große Fortschritte bei der Repräsentation abinärer Sims mit dem Pronomen-Update gemacht, wissen aber auch, dass Pronomen nicht identisch mit der Geschlechtsidentität sind. Wir wissen, dass wir in dieser Hinsicht noch einen weiten Weg vor uns haben." SimGuruJessica bat nun die Sim-Community, in sozialen Medien Anregungen und Kritik mitzuteilen, "da wir weiterhin und gemeinsam mit euch an einer inklusiveren Zukunft arbeiten möchten!"

Das Computerspiel "Die Sims" gilt seit langem als Vorreiter für queere Rechte. Bereits seit dem Jahr 2000 können die Bewohner*innen der simulierten Stadt gleichgeschlechtliche Beziehungen eingehen, und mit jeder neuen Ausgabe bekamen die schwulen und lesbischen Figuren mehr Rechte. Gleichgeschlechtliche Eheschließungen wurden etwa im Jahr 2009 ermöglicht – neun Jahre, bevor Deutschland in der echten Welt diesen Schritt ging. (dk)

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#1 Lucas3898Anonym
  • 18.07.2022, 14:56h
  • Wobei es auf dem Screenshot eindeutig um romantische und nicht um die sexuelle Anziehung geht.

    Diese können sich unterscheiden oder bei aromantischen sowie asexuellen Menschen jeweils komplett abwesend sein.
  • Direktlink »
#2 Gnurfel42Anonym
  • 18.07.2022, 16:08h
  • Der Screenshot ergibt nicht wirklich Sinn. Die Registerkarte redet von sexueller Orientierung, dann wird aber von romantischer Anziehung gesprochen.
    Die wäre aber die romantische Orientierung.

    Nur die 3. Zeile, das »WooHoo«, scheint sich auf Sex zu beziehen, und dann auch schlecht formuliert. »ist interessiert an« statt »fühlt sich hingezogen zu«. Aber »Interesse« ist nicht wirklich sexuelle Orientierung ist. Auch manche Asexuelle können MAL an Sex interessiert sein (aus Neugierde oder wegen Kinderwunsch z.B.), das ändert aber nicht die sexuelle Orientierung.

    Also irgendwie haben die sexuelle und romantische Orientierung durcheinandergebracht. Da geht noch was. :P

    Der offensichtlichste Haken ist natürlich die strikte Genderbinärität, die die gesamte Serie schon seit Anfang verfolgt. Den hat ja der Artikel schon ausführlich behandelt. Ich ahne aber schon, dass das binäre Geschlechtssystem wohl so tief im Spiel verwurzelt ist, dass es ein technischer Albtraum wäre, das jetzt noch umzuschreiben. Ist natürlich keine Ausrede, aber ich weiß als Techie, wie anstrengend es ist, technisch etwas umzubauen, wenn es erstmal tief in einer Software verwurzelt ist.

    Wie auch immer: Nach dem Screenshot zu urteilen sehe ich jetzt also repräsentiert:

    - homosexuell
    - bisexuel/pansexuell/... (m-spec)
    - asexuell
    - heterosexuell
    - homoromantisch
    - biromantisch/panromantisch/... (m-spec)
    - aromantisch
    - heteroromantisch

    Das ist ja schon mal eine Ansage. Dass Asexualität UND Aromantik explizit in einem Spiel existieren, ist selten. Außerdem kann man anscheinend sowohl sexuelle als auch romantische Orientierung separat einstellen (auch wenn die Wortwahl noch holprig ist). Wenn das stimmt, wäre das das Split Attraction Model in Aktion!

    Übrigens:

    > Gleichgeschlechtliche Eheschließungen wurden etwa im Jahr 2009 ermöglicht

    Wenn ich mich richtig erinnere, war auch die Ehe bereits im ersten Spiel »Die Sims« zwischen allen erwachsenen Sims möglich, solange sie sich nur ausreichend liebhaben. Also auch gleichgeschlechtlich. Das habe ich vielleicht sogar einmal im Spiel gemacht. Ich hab das aber ewig nicht gespielt, ich könnte mich auch irren.
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#3 Alexander_FAnonym
  • 18.07.2022, 16:09h
  • Antwort auf #1 von Lucas3898
  • Das wird sich hoffentlich mit künftigen Updates noch geben.
    In einer Welt, in der bekanntlich auch Roboter rassistisch sind und die neueste Generation des Faschismus aus beleidigten Computerspielern entstanden ist, geht es leider auch im Digitalen nicht so schnell voran, wie es wünschenswert wäre.
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