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Katholische Kirche

ZdK-Generalsekretär fordert Kirche als "Safe Space" für queere Menschen

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken macht weiter Druck auf die Bischöfe: Auch LGBTI sollen sich in der Kirche wohlfühlen, fordert Generalsekretär Frings.


Marc Frings setzt sich dafür ein, dass die katholische Kirche auf queere Menschen zugeht (Bild: Christian Pulfrich / wikipedia)

Marc Frings, der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, fordert eine "Neujustierung" seiner Kirche in Bezug auf queere Menschen. Seiner Meinung nach müsse die größte christliche Glaubensgemeinschaft in Deutschland "ein Safe Space sein, um Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Identitäten zu begegnen", erklärte Frings in einem Gastbeitrag für das englischsprachige queere Kirchenportal "Outreach". "LGBTQ sind – wie alle Christen – ein Segen für die Gemeinschaft", sagte der Generalsekretär.

Frings erklärte weiter, er setze auf den Synodalen Weg, mit dem sich die katholische Kirche in Deutschland reformieren will (queer.de berichtete). Dieses Gesprächsformat sei "eine bewusste Ansage wider den katholischen Katechismus, der seit Mitte der 1970er Jahre gelebte Homosexualität kritisch, herabsetzend und mit dem Vorwurf der Sünde begegnet". Im September diskutiere der Synodale Weg über "einen Text, der empfiehlt, dass der Papst die Kirchendoktrin über Homosexualität präziser untersucht und neuinterpretiert", so Frings.

Papst hält wenig von Synodalem Weg

Allerdings ist fraglich, ob der Papst – der ein Vetorecht gegen alle Entscheidungen der deutschen Kirche hat – sich darauf einlässt. Erst vergangenen Monat kritisierte Franziskus den Synodalen Weg scharf (queer.de berichtete). "In Deutschland gibt es eine sehr gute evangelische Kirche. Wir brauchen nicht zwei davon", sagte der 85-Jährige.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist die Laienvertretung der katholischen Kirche, das die Bischöfe in Fragen des gesellschaftlichen, staatlichen und kirchlichen Lebens berät. Es gilt als wesentlich queerfreundlicher als die Kirchenführung. So machte die ZdK-Chefin Irme Stetter-Karp schwulen und lesbischen Paaren Hoffnungen auf eine Segnung (queer.de berichtete). Homo-Paare gelten in der katholischen Kirche im Gegensatz zu Hetero-Paaren als grundsätzlich sündhaft und dürfen nach einer Anweisung des Vatikans derzeit nicht gesegnet werden – anders als Tiere oder Autos, die bei Gottesdiensten immer wieder den priesterlichen Segen erhalten. (dk)

-w-

#1 Sven100Anonym
  • 18.07.2022, 14:48h
  • Eine gute Forderung, die man nur unterstützen kann. Wie aber soll das in der Praxis aussehen?
    Wenn die deutschen Katholiken diese Forderungen unbedingt durchsetzen wollen, müssen sie so etwas wie eine "eigene evangelisch-katholische Kirche" bilden - so wie der Papst es schon angedeutet hat.
    Gerade gestern wies Kardinal Marx mit freundlichen Worten darauf hin, dass die Weltkirche ca 1,5 Milliarden Mitglieder hat. Diese werden sicher nicht auf die Wünschen von queeren Menschen in Deutschland eingehen.
    Es bleibt also nur, die Bildung einer "deutschen Kirche" oder der Übertritt zur evangelischen oder altkatholischen Kirche.
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#2 EinfacherAnonym
#3 PeerAnonym
  • 19.07.2022, 09:31h
  • Wie drollig: wir wären ja schon froh, wenn die Hetze aufhören würde und wenn die aufhören würden, sich ständig in Politik einzumischen.

    Und der will Kirche sogar zu einem "Safe Space" für LGBTI machen? - Lächerlich...

    Das zeigt nur wieder mal, wie weltfremd Leute sind, die da noch Mitglied sind.

    Wem es wirklich um Nächstenliebe und Gleichheit aller Menschen geht, der ist aus diesem unmenschlichen und unchristlichen Verein längst ausgetreten. Oder macht das schleunigst.
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