Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?42672

Statistisches Landesamt

Bayern: Lesbische Frauen lassen sich öfter scheiden als schwule Männer

Die Zahl der gleichgeschlechtlichen Ehescheidungen schoss im Freistaat in die Höhe. Mehr als die Hälfte von ihnen betraf im letzten Jahr Frauen. Mehr Hochzeiten gab es hingegen unter Männern.


Immer mehr lesbische und schwule Ehen enden vor dem Familiengericht (Bild: Tim Reckmann / flickr)

  • 20. Juli 2022, 10:57h - 2 Min.

Im vergangenen Jahr hatte es im Freistaat Bayern 109 gleichgeschlechtliche Ehescheidungen gegeben. Das teilte das Statistische Landesamt am Mittwoch mit. Insgesamt wurden der Behörde zufolge 21.605 Ehen geschieden. Der Anteil gleichgeschlechtlicher Ehescheidungen liegt damit bei 0,5 Prozent (Bundesschnitt: 0,7 Prozent).

Der noch relativ geringe Anteil bedeutet einen beträchtlichen Anstieg gegenüber 2020, als nur 14 gleichgeschlechtliche Ehen im Freistaat geschieden worden waren. Der Anteil lag damit damals bei nur 0,06 Prozent.

Mit den Zahlen nähert sich der Anteil der Scheidungen dem der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen in Bayern ein wenig an: Vergangenes Jahr wurden laut dem Landesstatistikamt 1.179 gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen – darunter waren ein wenig mehr Männer-Ehen (593) als Frauen-Ehen (586). Insgesamt entspricht das genau 2,0 Prozent aller Eheschließungen. Damit hinkt der Freistaat auch in dieser Statistik dem Bundesschnitt hinterher: Bundesweit beträgt der Anteil gleichgeschlechtlicher Eheschließungen laut dem Statistischen Bundesamt 2,4 Prozent (queer.de berichtete).

Frauen bei Scheidungen führend

2020 und 2021 bildeten Frauen die Mehrheit aller gleichgeschlechtlichen Scheidungen in Bayern. 2020 wurden neun Frauen-Ehen und fünf Männer-Ehe geschieden, ein Jahr später waren es 61 Frauen-Ehen und 48 Männer-Ehen. Der Anteil von geschiedenen Lesben-Ehen lag damit 2021 unter allen gleichgeschlechtlichen Scheidungen bei 56 Prozent.

Gleichgeschlechtliche Eheschließungen sind in Deutschland erst seit dem 1. Oktober 2017 möglich. Zudem können eingetragene Lebenspartnerschaften, die zwischen August 2001 und September 2017 ausschließlich von schwulen oder lesbischen Paaren geschlossen werden konnten, in Ehen umgewandelt werden. Die Zahl der Aufhebungen von Lebenspartnerschaften wird nicht in der Scheidungsstatistik berücksichtigt. (dk)

-w-