Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?42693

Studie

95 Prozent der Affenpocken-Infektionen durch sexuelle Kontakte

Für eine neue Studie werteten Wissenschaftler*innen insgesamt 528 aktuelle MPX-Fälle in 16 Ländern aus. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerte sich "besorgt" über die Zunahme der Fälle.


Ausschlag bei einer MPX-Infektion (Bild: NEU)

95 Prozent der Affenpocken-Fälle sind laut einer Studie die Folge einer Infektion durch sexuelle Kontakte. Für die am Donnerstag im Fachmagazin "New England Journal of Medicine" veröffentlichte Untersuchung werteten Wissenschaftler*innen 528 bestätigte Infektionen in 16 Ländern zwischen dem 27. April und dem 24. Juni aus.

"Es ist wichtig zu betonen, dass die Affenpocken keine Geschlechtskrankheit im traditionellen Sinne sind; sie können durch jede Art von engem körperlichen Kontakt übertragen werden", erklärte Studienautor John Thornhill. "Unsere Arbeit legt aber nahe, dass die meisten Übertragungen in Verbindung mit sexueller Aktivität stehen – hauptsächlich, aber nicht ausschließlich zwischen Männern, die Sex mit Männern haben."

Der Studie zufolge waren 98 Prozent der Infizierten homosexuelle oder bisexuelle Männer. 41 Prozent waren mit dem HI-Virus infiziert, das Medianalter betrug 38 Jahre.

- Werbung -

WHO berät über weltweiten Gesundheitsnotstand

Wegen der Ausbreitung der Affenpocken war am Donnerstag das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Beratungen über die Frage zusammengekommen, ob ein weltweiter Gesundheitsnotstand ausgerufen werden soll. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus zeigte sich dabei "besorgt" über die Zunahme der Fälle. Wann das Ergebnis der knapp sechsstündigen Beratungen veröffentlicht wird, war unklar.

Bei ihrer Dringlichkeitssitzung im Juni hatten die Expert*innen dem WHO-Generalsekretär noch davon abgeraten, die höchste Alarmstufe auszurufen. Seitdem haben sich die Infektionsfälle jedoch weiter ausgebreitet, die US-Gesundheitsbehörde CDC berichtet inzwischen von rund 15.400 Fällen in 71 Ländern.

Ausbruch seit Mai vor allem in Westeuropa

Bei den Affenpocken handelt es sich um eine weniger gefährliche Verwandte der seit etwa 40 Jahren ausgerotteten Pocken, die üblicherweise in West- und Zentralafrika vorkommt. Seit Mai breiten sich die Affenpocken aber auch in anderen Ländern aus, vor allem in Westeuropa, darunter auch Deutschland.

Zu den typischen Symptomen der Krankheit gehören hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten und Windpocken-ähnliche Pusteln. Übertragen wird die Krankheit durch engen Körper- und Hautkontakt. (cw/AFP)

-w-

-w-

-w-

#1 berlin030Anonym
  • 22.07.2022, 14:52h
  • Ich habe nun mehrere Fälle in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Einige Fälle sind sehr "mild", andere jedoch extrem heftig.

    Einer hat den ganzen Rachen und Hals entzündet und muss jetzt stationär im Krankenhaus via Sonde künstlich ernährt werden.

    Der andere hat diese im Analbereich und auch im inneren Bereich und somit bei jedem Stuhlganz und auch beim ganz normalen Sitzen und Liegen die schlimmsten Schmerzen seines Lebens, so schlimm das selbst Tramadol als Schmerzmittel nicht mehr hilft.

    Wer sich Hoffnung auf eine medikamentöse Behandlung macht kann diese sofort vergessen - es soll in ganz Deutschland nur 10-20 Dosen des Medikaments Tecovirimat geben.

    Was immer ihr tun könnt um eine Infektion zu verhindert, bitte tut es! Es ist schlimm zu sehen wie geliebte Menschen an den Schmerzen fast zerbrechen.
  • Direktlink »
#2 jhhhAnonym
  • 22.07.2022, 16:42h
  • Gleich zu Anfang hätte jede/r der Vernunft folgen müssen - und nicht den Genitalien.

    Anfangs wurde ja wegen politischer Korrektheit und aus Befürchtung vor queerem Aufschrei der Ausbreitungsursprung nur ganz zaghaft genannt.

    Es waren queere Spass-Events mit anschliessendem Sex-Ringelrei. Und jetzt ist die queere Community überproportional betroffen.

    Sexuelle Zurückhaltung und Vorsicht wurden absichtlich ignoriert. Die dumme individuelle "Hoffnung": mir passiert schon nichts" hat eben wieder mal (wie immer) nicht funktioniert.

    Ich finde es auch schöner, wenn jede/r unbeschwert allerarten von Sex haben kann.
  • Direktlink »
#3 Steve BurnsAnonym
  • 22.07.2022, 16:48h
  • Antwort auf #1 von berlin030
  • Danke fürs Teilen. Ich frage mich, warum in den queeren Medien fast nie von den extremen Schmerzen, die die Pocken offenbar bei vielen verursachen, gesprochen wird. Wenn das Thema überhaupt aufgegriffen wird, ist fast immer nur beruhigend von 'milden' Verläufen die Rede.
  • Direktlink »