https://queer.de/?42728
Polizeibericht
Berlin: 82-Jähriger beschimpft schwules Paar auf Badewiese
Am Halensee rief ein Rentner am Sonntagabend lautstark dazu auf, Homosexuelle zu erschießen. Als Polizist*innen seine Personalien aufnehmen wollten, wurden sie von anderen Badegästen aggressiv bedrängt.

Badestelle am Halensee (Bild: Swimcheck)
- 25. Juli 2022, 09:48h 2 Min.
Bei einem Polizeieinsatz am Sonntagabend in Berlin-Grunewald bedrängten Umstehende die Einsatzkräfte. Gegen 18.30 Uhr alarmierten zwei 38-jährige Männer die Polizei zur Badewiese im Friedenthalpark und teilten dort den Einsatzkräften mit, dass sie auf der Badewiese lagen. Beide waren als schwules Paar zu erkennen.
In der Nähe ihres Liegeplatzes hielt sich ein 82-Jähriger auf, der, an die beiden 38-Jährigen gerichtet, mehrmals lautstark zu Straftaten gegen Homosexuelle aufgefordert haben soll. "Ausländer, Schwule und Lesben sollten abgeschossen werden", soll der Rentner u.a. gerufen haben. Die Hassparolen sollen von weiteren Zeug*innen gehört worden sein.
Die Polizei musste Verstärkung rufen
Als die Einsatzkräfte den 82-jährigen Tatverdächtigen ansprachen und seine Identität feststellten, erhoben sich mehrere andere Badegäste und begannen die eingesetzten beiden Beamten und ihre Kollegin aggressiv zu bedrängen. Nur durch Wegdrücken und dem Einsatz weiterer Polizist*innen konnte die Lage beruhigt werden.
Eine dann durchgeführte Atemalkoholmessung bei dem Tatverdächtigen ergab einen Wert von rund 0,8 Promille. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen entließen sie den 82-Jährigen wieder am Ort. Er muss sich nun wegen des Verdachts der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten verantworten. Die Ermittlungen führt – wie bei Hasskriminalität üblich – der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes.
Homofeindliche Angriffe nach CSD-Demonstration
Bereits nach der CSD-Parade am Samstag war es im Bezirk Mitte zu zwei queerfeindlichen Angriffen (queer.de berichtete).
Immer wieder gibt es aus Berlin Berichte über queerfeindliche Übergriffe, da die Berliner Polizei mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt publik macht und diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit meldet. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner*innen für LGBTI. (cw/pm)















