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Gerichtsurteil
Indiana: Trans Mädchen darf wieder Softball spielen
Auch in Indiana gilt ein Verbot für trans Kinder, beim Schulsport ihres Geschlechts teilzunehmen. Ein Bundesgericht entschied nun im Fall einer zehnjährigen Softballspielerin.
- 27. Juli 2022, 08:25h 3 Min.
Wieder ein juristischer Sieg über die republikanische Verfolgung transgeschlechtlicher Kinder in den Bundesstaaten der USA: Ein zehnjähriges transgeschlechtliches Mädchen aus Indiana darf wieder zurück in ihr Softballteam. Das hatte es verlassen müssen, weil die republikanisch geführte Regierung des Staates die Teilnahme von trans Mädchen am Mädchensport verboten hatte. Softball ähnelt dem Baseball, wird aber unter anderem auf kleineren Feldern gespielt.
Indiana war Anfang des Jahres der achte US-Bundesstaat mit einer entsprechenden Regelung geworden, der transgeschlechtliche Kinder und Jugendliche beim Sport auf ihr bei der Geburt eingetragenes Geschlecht verweist. Darum hatte die Schule des Mädchens seine Mutter darauf hingewiesen, dass es für das Kind nicht mehr möglich sei, im neuen Schuljahr ab August im Softballteam mitzuspielen. Der rechtliche Name des Kindes ist bereits geändert. Unter seinen Mitschüler*innen ist das Mädchen zudem nur unter seinem richtigen Namen bekannt.
Verstoß gegen Title IX
Die Entscheidung des Bundesgerichts basiert auf der Antidiskriminierungsklausel "Title IX", die in Schulen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts untersagt. "Das Herausgreifen transgeschlechtlicher Frauen ist eindeutig Diskriminierung auf der Grundlage von Geschlecht, egal, mit welchem Argument dieses Herausgreifen begründet worden ist", schrieb die Bundesrichterin Jane Magnus-Stinson in ihrem Urteil.
In dem Fall hatte nicht nur der Staat Indiana Widerspruch gegen den Antrag der Mutter des zehnjährigen Mädchens erhoben, sondern auch fünf erwachsene Sportlerinnen, die sich durch die Integration von trans Mädchen im Schulsport augenscheinlich bedroht fühlen. Die Entscheidung zugunsten des Mädchens ist jedoch zunächst nur vorläufig und gilt, so lange in der Sache weiter verhandelt wird. Mit der vorliegenden Interpretation, dass der Ausschluss des Mädchens gegen "Title IX" verstoßen dürfte, hat das Gericht jedoch ein deutliches Zeichen seiner Rechtsauffassung gesendet.
Queere Organisation unterstützt Klagen
Ken Falk von der Indiana-Filiale der American Civil Liberties Union begrüßte die Entscheidung: "Wenn Falschinformationen über Biologie und Geschlecht dazu benutzt werden, transgeschlechtliche Mädchen aus dem Schulsport auszuschließen, zählt das zu der selben Form von Geschlechterdiskriminierung, die seit Langem schon unter 'Title IX' verboten ist – einem Gesetz, das alle Schüler*innen, inklusive transgeschlechtlichen, auf der Grundlage ihres Geschlechts schützt." Man sei erfreut, dass auch die Richterin dies erkannt habe. Wenn anderen Schüler*innen ihr Recht verweigert werde, wegen ihrer Transgeschlechtlichkeit einem Sportteam beizutreten, sollten sie sich sofort an die ACLU wenden.
Immer wieder stoppen Gerichte die im um den Status transgeschlechtlicher Bürger*innen tobenden US-Kulturkampf erlassenen Gesetze gegen transgeschlechtliche Kinder, Jugendliche und ihre Familien. In Texas etwa wollte die Regierung des Republikaners Greg Abbott die Familien von trans Kindern wegen "Kindesmisshandlung" verfolgen lassen. Zuletzt stoppte ein Gericht nach erstem juristischem Hin und Her aufs Neue diese Praxis (queer.de berichtete). (jk)
















Und immer wieder (un-)schön zu sehen, wie die, die immer rumlügen, es ginge ihnen doch nur um das Wohl der Kinder (hüben wie drüben übrigens gesinnungsmäßig das gleiche Pack), genau auf dieses -also das Wohl der Kinder- scheißen, wenn es ihren angebräunten und am besten noch mit dem Mann aus dem jeweils mehrheitsgültigen Märchenbuch, das über Menschen- und Freiheitsrechten steht, begründeten Ideologien im Wege ist.
Ich hoffe -auch wenn die Hoffnung ob der momentanen politischen und gesellschaftlichen (Rück-)Entwicklung in den USA gegen Null tendiert, dass sie jetzt zumindest einigermaßen unbehelligt aufwachsen kann. Und dass sie im Kopf behält, aus welcher gesellschaftlichen und politischen Richtung ihr diese unwürdigen und menschenfeindlichen Dinge angetan wurde und aus welcher RIchtung der Hass kam.