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Weiterbildung

Einfluss der Digitalisierung auf die Arbeitswelt

Schlagworte wir Industrie 4.0 und Wirtschaft 4.0, Digitalisierungskampagne und papierfreies Büro kennt jeder. Doch wie weit ist die Digitalisierung in der Arbeitswelt wirklich vorangeschritten?


Das Büro wird durch die Papierlosigkeit mobil. Mit Cloudlösungen kann sogar ortsunabhängig und interdisziplinär gearbeitet werden (Bild: Skitterphoto / pixabay)

Die Vor- und Nachteile der Digitalisierung

Solange die Technik funktioniert und die Anwender in der Lage sind, sie zu beherrschen, hat die Digitalisierung mehr Vor- als Nachteile. Damit Anwender fit sind, brauchen Industrie und Wirtschaft 4.0 natürlich auch ein Angebot von Weiterbildung 4.0.

Die Digitalisierung hilft Zeit und Personal zu sparen. Immer wiederkehrende Aufgaben können automatisiert werden und selbst die Kommunikation kann mit vorprogrammierten Antworten stark vereinfacht werden. Unternehmen wirken transparenter, wenn Kunden beispielsweise über den Stand ihrer Bestellung informiert werden oder diverse QR Codes die Herkunft von Materialien und Rohstoffen informieren.

Nachteil der Digitalisierung ist, dass Unternehmen angreifbar sind. Zudem gibt es strenge Datenschutzvorschriften, die bei Verstößen mit sehr empfindlichen Strafen belegt sind. Ein Strom- oder Internetausfall kann ein ganzes Unternehmen stilllegen.

Die Nutzung digitaler Geräte wirkt sich teilweise negativ auf die Gesundheit aus (Haltungsschäden, Überlastung der Sinne) und kann im schlimmsten Fall auch ein Suchtverhalten entwickeln, aus dem schwer wieder herauszufinden ist, zumal es im beruflichen Leben nicht ohne Digitalisierung geht.

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Kommunikation im Unternehmen und nach außen

Digitalisierung verbinden die meisten Menschen mit Computern, Telefonen und Internet. Tatsächlich ist die Kommunikation aber nur ein Bereich der Digitalisierung, aber sowohl im zwischenmenschlichen wie auch im unternehmerischen Miteinander, einer der Wesentlichsten.

Kommunikation zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern

Die schnelle und dauerhafte Erreichbarkeit auf beiden Seiten, ist Fluch und Segen zugleich. Kontakte gehen oft an den eigentlichen Arbeitszeiten vorbei und wer sich selbst nicht gut managt, tendiert vielleicht dazu, eine Anfrage vom Chef auch nachts um drei zu beantworten. Das kann sich langfristig natürlich negativ auf die Gesundheit auswirken, selbst wenn der Chef es vielleicht positiv wahrnimmt.

Positiv auch für Arbeitnehmer hingegen ist, dass Zeiterfassung, Krankmeldungen und Urlaubsanträge ohne persönliches Erscheinen abgewickelt werden können. Im Konfliktfall kann die Mail nicht nur das unangenehme Gespräch ersetzen oder zumindest aufschieben. Sie beweist auch, was tatsächlich geäußert wurde, was bei gesprochenem Wort nicht immer ganz einfach ist.

Webseiten und deren Anpassung auf mobile Endgeräte

Die Präsentation des Unternehmens nach außen hin ist ohne Webseite und soziale Medien nicht mehr vorstellbar. Die Anpassung der Präsentationen auf mobile Endgeräte mit unterschiedlichen Displaygrößen ist weit verbreitet und erleichtert Interessenten die Recherche, Mitarbeitern das Arbeiten vom Homeoffice und Kunden das Bestellen oder reklamieren.

War es vor Jahren noch eine echte technische Herausforderung, einen eigenen Shop im Internet zu betreiben, sind Content Management Systeme inzwischen so ausgereift, dass Anwender, die grundlegende EDV Kenntnisse haben, in der Lage sind, Produktbilder und Beschreibungen einzupflegen und online zu stellen.

Bewerbungen – dank der Digitalisierung für Unternehmen viel leichter zu bearbeiten

Arbeitsuchende können sich kostengünstig und in Sekundenschnelle bei interessanten Firmen bewerben. Statt schwere Bewerbungsunterlagen wälzen zu müssen, können Unternehmen die Zeugnisse digital anschauen. Vor allem die Bewerbungsformulare filtern eingegangene Bewerbungen nach bestimmten Keywords und bewerten vorab die Passgenauigkeit. Automatische Antworten sparen Zeit und Personal.

Support und automatische Telefonansagen

Der Support von Unternehmen ist online in der Regel so gut aufgestellt, dass die FAQ die meisten Fragen beantworten. Vorgeschaltete Ansagen, die ein Weiterverbinden in die richtige Abteilung ermöglichen oder bestimmte Fragen direkt am Telefon beantworten, sparen ebenfalls Zeit und Personal ein. Außerdem kann der Support auch ausgelagert werden oder dank moderner Technologien ortsunabhängig angeboten werden.

Der Job an sich

Die Organisation der Arbeit ist weitgehend automatisiert. Gerade die Logistik ist ein Beispiel für die vorangeschrittene Digitalisierung. Je nach angewandter Technik lassen sich Fahrzeuge, Waren oder Baugruppen punktgenau orten und verfolgen. Zutrittskontrollen via Transponder oder Chipkarten sind Alltag in Unternehmen jeder Größe.

Das Büro wird durch die Papierlosigkeit mobil. Mit Cloudlösungen kann sogar ortsunabhängig und interdisziplinär gearbeitet werden.

Die Erstellung von Vorlagen, Seriendruck, das Senden von Daten an Zentraldrucker und Verteilzentren erleichtern bei aller Bürokratie den Umgang mit Schriftverkehr etc. Vorbei die Zeiten wo tonnenschwere Postsäcke in Filialen getragen wurden. Selbst die Frankierung kann mitgedruckt werden.

Eingabegeräte erleichtern den Arbeitsalltag. Handscanner erfassen Artikel und via Datenverarbeitung werden Lieferscheine und Versandpapiere erstellt und ausgegeben. Der Etikettendruck passiert vor Ort aus handlichen Minidruckern, die meist multifunktional sind.

Tätigkeiten werden dank neuer Techniken und Digitalisierung leichter und wirken sich dadurch auch vorteilhaft auf die Gleichstellung von Mitarbeitende aus.

Zeit- und Selbstmanagement

Das Zeit- und Selbstmanagement kann digital unterstützt werden. Apps die auf Pausen hinweisen, Aufgabenlisten oder Software, die KollegInnen zeigt, ob man gerade ansprechbar ist oder nicht, können stressmindernd wirken, wenn sie gekonnt eingesetzt werden. Von der Trinkerinnerungsapp bis zum Onlinebüroyoga gibt es viele digitale Angebote, die sich gesundheitsfördernd auswirken und sich positiv auf das Leistungsvermögen und Wohlbefinden ausüben.

Ein großer Vorteil ist auch, dass Kalender aus Outlook freigegeben werden können, so dass von vornherein bestimmte Arbeitszeiten blockiert werden können und Teammitglieder sich lange Terminabsprachen sparen können.

Selbst die Arbeitszeitmodelle profitieren von der Digitalisierung. Mails sind nicht an Büroöffnungszeiten gebunden und es gibt in vielen Unternehmen Gleitzeitzonen oder sogar Angebote für Remotejobs, die komplett zeit- und ortsunabhängig ausgeführt werden können.

Berufliche Selbstverwirklichung

Die Digitalisierung der Arbeitswelt fördert auch die berufliche Selbstverwirklichung. Nie war es so leicht, sein Talent vielen Menschen zu präsentieren oder sein Hobby zum Beruf zu machen. Ob Comedian auf Youtube oder Influencer auf Instagram, es gibt zahlreiche Möglichkeiten im Internet Geld zu verdienen. Doch nicht nur kreative und publikumswirksame Menschen haben bessere Chancen, auch Unternehmer mit Produkt- oder Dienstleistungsideen können sich dank der Digitalisierung viel leichter selbstständig machen und den Traum vom eigenen Unternehmen verwirklichen.

Lernen – immer, überall, lebenslang

Während beispielsweise die Behörden noch mit ihren Faxen hantieren, verändern sich die Technologien stetig. Schritt zu halten, gelingt nur durch permanentes Lernen. Digitalisierung bedeutet nicht, den ganzen Tag vor einem Computer zu sitzen. Digitalisierung ist längst in den Alltag eingezogen und macht auch vor Senioren nicht halt. Sei es die Messung des Blutzuckers oder die Berechnung der Restlaufzeit der Waschmaschine – Digitalisierung begegnet uns überall.

Sich dem Fortschritt nicht zu verschließen, hilft die Aufgaben die die Digitalisierung mit sich bringt, zu bewältigen. Trotzdem sollte es gelingen, sich einer ständigen Erreichbarkeit, einer Überflutung mit Informationen und unnützen Apps zu entziehen. (bk)