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Tedros Adhanom Ghebreyesus
Affenpocken: WHO-Chef ruft promiske Schwule zu Sex-Verzicht auf
98 Prozent der aktuellen Affenpocken-Fälle sind laut Weltgesundheitsorganisation bei Männern aufgetreten, die Sex mit Männern hatten. WHO-Chef Tedros empfiehlt eine "Reduzierung der Zahl der Sexpartner".

Tedros Adhanom Ghebreyesus ist seit 2017 Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und war zuvor in Äthiopien Außen- und Gesundheitsminister (Bild: WHO)
- 28. Juli 2022, 05:55h 3 Min.
Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, appelliert an schwule und bisexuelle Männer, weniger Sex mit wechselnden Partnern zu haben. 98 Prozent der seit Mai entdeckten Affenpocken-Fälle seien bei Männern aufgetreten, die Sex mit anderen Männern gehabt hätten. Gefährdete Personen sollten daher Schutzmaßnahmen ergreifen, so Tedros. "Das bedeutet, sichere Entscheidungen für sich selbst und andere zu treffen, für Männer, die Sex mit Männern haben. Das schließt, für den Moment, die Reduzierung der Zahl der Sexpartner ein."
Infizierte Personen sollten sich isolieren und Zusammenkünfte vermeiden, bei denen es engen körperlichen Kontakt gebe, sagte der WHO-Chef. Von neuen Sexpartnern solle man sich vorsichtshalber die Kontaktdaten geben lassen.
WHO Europa: Impfung ist "keine Wunderwaffe"
Ähnlich hatte sich bereits am Dienstag der WHO-Regionaldirektor für Europa Hans Henri P. Kluge in einer Stellungnahme geäußert. "Erwägen Sie, im Moment Ihre Sexualpartner und Interaktionen einzuschränken", appellierte Kluge an promisk lebende schwule und bisexuelle Männer. "Dies mag eine harte Botschaft sein, aber Vorsicht kann Sie und Ihre breitere Gemeinschaft schützen."
Die Impfung sei "keine Wunderwaffe", warnte der WHO-Regionaldirektor zudem. "Wir bitten Sie, vorerst Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko zu verringern." Die Schutzmöglichkeiten seien bekannt.
An Praxen und Kliniken appellierte Kluge, genau hinzugucken. "Die Präsentation von Fällen kann atypisch sein. Achten Sie daher bei der Beurteilung eines jeden Patienten auf die Möglichkeit von Affenpocken – nicht nur bei Männern, die Sex mit Männern haben, und nicht nur bei Patienten, die in Gebiete reisten, in denen sich Affenpocken ausbreiten." Allen Patient*innen müsse ohne Vorurteile oder Stigma begegnet werden. "Die Lehren aus HIV/Aids dürfen nicht vergessen werden", so der WHO-Regionaldirektor.
EU fordert Überwachung ohne Stigmatisierung
EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat wegen der Ausbreitung der Affenpocken einen Brandbrief an die zuständigen Minister*innen der EU-Staaten geschickt. Die Europäische Union sei das Epizentrum entdeckter Fälle, heißt in dem Schreiben vom Mittwoch. "Es ist keine Zeit für Selbstzufriedenheit, und wir müssen weiter zusammenarbeiten, um den Ausbruch zu kontrollieren."
Die WHO hatte den Affenpocken-Ausbruch am Wochenende zu einer "Notlage von internationaler Tragweite" erklärt (queer.de berichtete). Vor diesem Hintergrund schreibt Kyriakides, es sei unter anderem wichtig, dass die EU-Staaten solide Systeme zur Überwachung der Lage und zum Melden neuer Fälle hätten. Daran habe es zu Beginn der Corona-Pandemie gefehlt. Eine effektive Kontaktnachverfolgung sowie gegebenenfalls Isolation könnten zudem dabei helfen, den Ausbruch zu kontrollieren. Am wichtigsten sei aber wohl die öffentliche Kommunikation über Risiken. Diese solle verstärkt werden, "insbesondere um das Bewusstsein zu schärfen – ohne Panik oder Stigmatisierung zu verursachen".
Ruf nach Prävention
Die derzeitigen Fälle konzentrierten sich zwar auf Männer, die Sex mit Männern hätten. Diese Gruppe solle jedoch nicht schikaniert oder ausgegrenzt werden. Kyriakides warnt zudem, dass es das Risiko einer weiteren Übertragung auf andere Gruppen wie Kleinkinder, Schwangere oder immungeschwächte Personen gebe. "Prävention ist das stärkste Mittel, das wir haben."
Zudem verweist die Zypriotin auf die Verfügbarkeit medizinischer Gegenmaßnahmen. Schon jetzt seien aus dem EU-Budget mehr als 160.000 Dosen Impfstoff des Unternehmens Bavarian Nordic gesichert worden (queer.de berichtete). Weitere Käufe des Impfstoffs sowie des Medikaments Tecovirimat würden vorbereitet.
In Deutschland sind im Mai 2022 erstmals Fälle von Affenpocken identifiziert worden (queer.de berichtete). Mit Stand 27. Juli 2022 sind 2.459 Affenpockenfälle aus allen 16 Bundesländern an das Robert Koch Institut übermittelt worden. Weltweit wurden rund 19.000 Fälle in 78 Ländern registriert. Todesfälle wurden bislang nur aus Afrika gemeldet. (cw/dpa)















Hören die sich eigentlich noch selbst zu oder ist das mittlerweile volle Absicht, den Menschen ganz unverhohlen diese Herablassung ins Gesicht zu kotzen? Es wird sich nicht mal mehr Mühe gegeben, diese Widersprüche zu kaschieren.
Und sich dann wieder lautstark wundern, dass mensch politverdrossen wird.