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Heuchelei

US-Politiker stimmt gegen Ehe für alle und besucht Hochzeit seines schwulen Sohnes

Die zwei Gesichter eines Kongressabgeordneten: Am Dienstag votierte Glenn Thompson gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht – am Freitag feierte er die Eheschließung seines schwulen Sohnes.


Glenn Thompson ist offenbar nur gegen die Ehe für alle, wenn es nicht seine eigene Familie betrifft (Bild: United States Congress)
  • 28. Juli 2022, 14:38h 17 3 Min.

Der republikanische Kongressabgeordnete Glenn Thompson aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania sorgt für Kopfschütteln: Der 63-Jährige gab zu, am Freitag der Hochzeit seines Sohnes mit einem anderen Mann beigewohnt zu haben. Nur drei Tage vorher gehörte er jedoch zu den 157 republikanischen Abgeordneten, die bei einer Abstimmung gegen den "Respect for Marriage Act" gestimmt hatten (queer.de berichtete). Der Gesetzentwurf sollte bundesweit festschreiben, dass auch gleichgeschlechtliche und "gemischtrassische" Paare heiraten dürfen.

Der Sohn Thompsons bestätigte diese Woche gegenüber NBC News, dass er "die Liebe meines Lebens" geheiratet habe und dass sein Vater "anwesend" war. Auch Thompsons Sprecherin Maddison Stone bestätigte, dass der Politiker der Hochzeit beiwohnte. "Der Kongressabgeordnete und Frau Thompson waren hocherfreut, dass sie der Hochzeit ihres Sohnes beiwohnen konnten, mit der er ein neues Kapitel in seinem Leben beginnt", heißt es in einer Stellungnahme. Das Ehepaar Thompson sei "sehr glücklich" darüber, ihren neuen Schwiegersohn in die Familie aufnehmen zu können.

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Letzte Woche hatte die Sprecherin Thompsons gegenüber der Lokalzeitung "Centre Daily" erläutert, warum der Kongressabgeordnete gegen die Ehe für alle gestimmt hatte. Demnach habe es sich bei dem Gesetzentwurf nur um einen "Trick" der Demokratischen Fraktion im Wahljahr gehandelt, um von der "historischen Inflation und den teuren Preisen bei der Tankstelle und im Supermarkt" abzulenken.

Hintergrund der Abstimmung, der neben allen demokratischen Abgeordneten auch ein Viertel der Republikaner*innen im Parlament zustimmten, war die Entscheidung des Supreme Court vom Juni, das Recht auf Abtreibung abzuschaffen (queer.de berichtete). Damit stellte das von Republikanern kontrollierte Oberste Gericht auch die Legalität der "gemischtrassischen" Ehe und der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in Frage, die erst 1967 bzw. 2015 nach Gerichtsentscheidungen bundeweit erlaubt wurden. Clarence Thomas, einer der neun Richter*innen, erklärte sogar offen, dass sich die Beurteilung des Antidiskriminierungsartikels in der US-Verfassung geändert habe; Thomas sagte konkret, dass damit das Urteil zur Ehe-Öffnung zur Disposition stehe (queer.de berichtete).

Thompson: Homosexuelle machen biblische Ehe kaputt

Bereits nach der vom Obersten Gerichtshof angeordneten Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare vor sieben Jahren galt Thompson als lautstarker Widersacher. Damals beklagte er, dass die "biblische Ehe neu definiert" werden würde, wenn Schwule und Lesben heiraten dürfen.

/ hemantmehta

Thompson, der seinen konservativen Wahlkreis zuletzt mit 73 Prozent der Stimmen gewinnen konnte, gilt auch in anderen Fragen als äußerst queerfeindlicher Politiker. Laut der Human Rights Campaign hat er in 0 Prozent der Abstimmungen für Gesetze votiert, für die sich die LGBTI-Organisation einsetzt. So sprach er sich etwa gegen ein Gleichbehandlungsgesetz aus, das Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität untersagen soll. (dk)

-w-

#1 MagsAnonym
  • 28.07.2022, 16:58h
  • Was zur Hölle stimmt bei diesen Leuten nicht? Das ist doch völlig schizophren.
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#2 BlakeAnonym
  • 28.07.2022, 17:27h
  • Und der Sohn kneift bei Papi beide Augen ganz fest zu?!
    Wie kann man nur so jemanden verlogenes noch zur eigenen Hochzeit einladen? Wie geht das?!
    Bitte, können wir endlich international eine Alters Obergrenze für Politiker einführen? Zusammen mit einem psychologischen Gutachten ob diese Leute wenigstens alle Latten am Zaun haben.
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#3 Ith_Anonym
  • 28.07.2022, 19:11h
  • Würde in meiner Familie genauso gelaufen sein.
    Und wenn ich noch jünger gewesen wäre, hätte ich mitgespielt.
    Mit meiner Perspektive von heute hätte ich ihn rausgeworfen.
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