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Mainz
17-jähriger Schwuler im Bus attackiert – keine Hilfe vom Fahrer
Eine Gruppe von vier bis fünf Jugendlichen beleidigte und bedrohte einen jungen Schwulen in einem Mainzer Linienbus. Der Fahrer war von der Situation überfordert, doch zwei weibliche Fahrgäste kamen zu Hilfe.
- 29. Juli 2022, 12:12h 2 Min.
Zu massiven homophoben Beleidigungen und Bedrohungen kam es am frühen Freitagmorgen in einem Mainzer Linienbus. Laut Polizeibericht war ein 17-Jähriger gegen Mitternacht am Hauptbahnhof in den Bus 92 in Richtung Gonsenheim Wildpark eigestiegen. Hier stieg auch eine Gruppe von vier bis fünf Jugendlichen in den Bus, wovon sich ein Teil setzte und ein anderer Teil im Gang stehen blieb.
Als der Bus losgefahren war, fingen die Personen aus der Gruppe plötzlich an, den 17-Jährigen fortwährend schwulenfeindlich zu beleidigen, zu bedrohen und zu beschimpfen. Unter anderem fielen mehrfach die Worte "Schwuchtel", zudem wurde dem 17-Jährigen auf Grund seiner Homosexualität mit Schlägen gedroht. Als er zum Busfahrer gehen wollte und hierzu an der Gruppe vorbeimusste, stellten sich die Jugendlichen ihm in den Weg und ließen ihn zunächst nicht vorbei.
Zwei Fahrgäste halfen dem 17-Jährigen
Als sich der Geschädigte dann an den Busfahrer wandte, war dieser scheinbar mit der Situation überfordert. Zwei hilfsbereite Zeuginnen, die den Sachverhalt mitbekommen hatten, baten dem 17-Jährigen an sich zu ihnen zu setzen. An einer Haltestelle im Stadtteil Mombach stieg der junge Schwule dann aus. Als er sicherstellen konnte, dass er nicht verfolgt wurde, wandte er sich an die Mainzer Polizei und erstattete Anzeige.
Die Polizeiinspektion Mainz 2 hat die Ermittlungen aufgenommen und die Sicherung der Videoaufzeichnungen des Linienbusses veranlasst. "Auf Grund der Ausnahmesituation konnte keine konkrete Personenbeschreibung der Tätergruppierung abgegeben werden", heißt es im Polizebericht.
Zeug*innen gesucht
Dringend gesucht werden die beiden hilfsbereiten Zeuginnen. Diese und andere Zeug*innen, die sachdienliche Hinweise zu dem genannten Fall geben können, werden gebeten sich mit der Polizeiinspektion Mainz 2 unter der Rufnummer (06131) 65-4210 in Verbindung zu setzen. Hinweise können auch per E-Mail unter an die Polizei übermittelt werden. (cw/pm)












Und ohne Sarkasmus:
Es ist und bleibt ein unhaltbarer Zustand, dass wir (und damit meine ich nicht nur Schwule, sondern *alle*, die von reaktionären Heteronormativen als Feind*innen angesehen werden) diese Übergriffe Tag für Tag für Tag für gottverdammten Tag erleben müssen. Aber hey, immerhin hat am Bundestag und vor Ministerien ja die Regenbogenflagge geweht, dass muss reichen, man hat ja noch wichtige Dinge zu erledigen (queere Geflüchtete in den sicheren Tod abzuschieben, zum Beispiel).
Dass es wieder einmal frau ist, die hier dem Opfer zur Seite springt, ist mittlerweile nicht selten. Erst vor kurzem war es ebenfalls eine Frau, die bei einem Überfall auf einen Schwulen dem feigen Angreifer den Plan durchkreuzte.
Dafür ein -zwar anonymes und sicherlich nie gelesenes, dennoch ernst gemeintes- Danke.