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Steigende Infektionszahlen
Erster Affenpocken-Todesfall in Europa
Aus Spanien und Brasilien wurden die ersten Todesfälle außerhalb Afrikas im Zusammenhang mit einer MPX-Infektion gemeldet. In Deutschland sind laut Robert-Koch-Institut 2.595 Menschen erkrankt.

Teilnehmer beim CSD am vergangenen Wochenende in Berlin: "Wo bleibt die Impfung?" (Bild: IMAGO / NurPhoto)
- 30. Juli 2022, 02:33h 3 Min.
Zu Update springen: Zweiter Todesfall in Spanien gemeldet
In Spanien ist der erste Todesfall durch eine Affenpocken-Infektion registriert worden. Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders RTVE und anderer spanischer Medien handelt es sich gleichzeitig auch um den ersten Todesfall in Europa.
Am Freitag wurde zudem auch in Brasilien der Tod eines mit Affenpocken infizierten Mannes bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte in einem Situationsbericht zum aktuellen Affenpocken-Ausbruch von Anfang der Woche insgesamt fünf Tote verzeichnet – alle in der Region Afrika.
Spanien gehört zu den am stärksten betroffenen Ländern
Die infizierte Person in Spanien sei in der Region Valencia im Nordosten des Landes an der Krankheit gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitagabend mit. Weitere Informationen wurden zunächst nicht bekanntgegeben. Spanien ist eines der von der Krankheit am stärksten betroffenen Ländern weltweit. Von den 4.298 bisher im ganzen Land erfassten Infektionsfällen hätten bisher nur 120 eine Krankenhaus-Einweisung nötig gemacht, hieß es.
Beim Toten in Brasilien handelt sich um einen 41-jährigen Mann, der nach Angaben des Gesundheitsministeriums auch an Lymphomen und einem geschwächten Immunsystem litt. "Die Komorbiditäten verschlimmerten seinen Zustand", teilte die Behörde mit. Der Patient wurde in der südöstlichen Stadt Belo Horizonte ins Krankenhaus eingeliefert und starb an einem septischen Schock, nachdem er auf die Intensivstation gebracht worden war.
2.595 Infektionen in Deutschland
In Deutschland hatte das Robert Koch Institut (RKI) am Freitag 2.595 Fälle von Affenpocken verzeichnet. In den allermeisten Fällen sind laut RKI derzeit Männer erkrankt, die sexuelle Kontakte zu anderen Männern hatten. In nur fünf Fällen seien Frauen betroffen, bei Kindern seien keine Fälle bekannt geworden.
Vor dem Hintergrund der nur schleppend angelaufenen Impfungen forderte die Deutsche Aidshilfe (DAH) die Bundesregierung am Freitag dazu auf, eine Million Impfdosen bei den Herstellern zu ordern (queer.de berichtete). "Ziel muss sein, die Zahl der Infektionen so schnell wie möglich zu senken und die Epidemie dauerhaft in den Griff zu bekommen", sagte DAH-Vorstand Ulf Kristal, Das sei nur möglich, wenn möglichst viele Menschen mit Infektionsrisiko geimpft würden.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Affenpocken-Ausbruch am vergangenen Wochenende zu einer "Notlage von internationaler Tragweite" erklärt (queer.de berichtete). WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus rief promiske schwule und bisexuelle Männer dazu auf, die Zahl ihrer Sexualkontakte zu reduzieren (queer.de berichtete). (cw/dpa)
Update Zweiter Todesfall in Spanien gemeldet
In Spanien ist ein zweiter Todesfall im Zusammenhang mit einer Affenpocken-Infektion registriert worden. Das meldete am Samstag das Gesundheitsministerium in Madrid. Die beiden Männer starben am Freitag und am Samstag in Krankenhäusern in der Region Valencia und in Córdoba. Die Todesfälle seien der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Europäischen Kommission gemeldet worden, schrieb das Ministerium. Bei dem zuerst Verstorbenen soll es sich um einen etwa 40 Jahre alten Mann handeln.
In Andalusien gab das regionale Gesundheitsministerium am Samstag bekannt, bei dem zweiten Todesopfer handele es sich um einen 31-Jährigen. Dieser war demnach mit einer durch die Infektion verursachten Meningoenzephalitis – dabei sind außer dem Gehirn auch die Hirnhäute betroffen – auf die Intensivstation des Universitätskrankenhauses in Córdoba eingeliefert worden. (cw/dpa)















Bei einigen von denen werden verschiedene Mechanismen beobachtet, Immunreaktionen zu beeinflussen, sei das durch übermäßiges Aktivieren bestimmter Fresszellen in der Lunge (mit der Folge massiver Schäden im betreffenden Gewebe) oder das Unterdrücken von "Alarm"-Proteinen in anderen Zellen, die gewissermaßen verhindern, dass das Immunsystem die Information darüber bekommt, dass eine Zelle infiziert ist (gibt noch mehr solcher Mechanismen, das sind bloß 2 Beispiele).
Wenn wir dann noch bedenken, dass Mund- und Rachenraum für beide Erreger ein gutes Einfallstor sind, wir also lokale Ko-Infektionen nicht ausschließen können (bedeutet: beide Viren sind gleichzeitig da), ist absolut nicht einzuschätzen, wie sehr so eine Wechselwirkung in Zukunft bei einem stärkeren Anlaufen der Affenpocken-Verbreitung Probleme bereiten könnte, besonders im kommenden Herbst, wenn die Wetterbedingungen ein massives Ausbreiten von Sars-Cov-2 begünstigen werden.
Dazu dann noch zwei Krisen, nämlich die im medizinischen Bereich, in dem gerade eine ganze Generation verheizt worden ist, von der auch schon viele gekündigt haben, mit der Folge, dass Krankenhäuser selbst jetzt am Limit sind (nur wird auch über eine wochenlangen Streik des Medizinpersonals halt mal einfach nicht berichtet (Suchstichwort "Notruf NRW Streik", wen es interessiert)); und weil das immer noch nicht reicht, eine Energiekrise, von der wir nicht ausschließen können, dass die am Ende auch medizinische Infrastruktur wie Rettungswagen oder auch direkt Krankenhäuser betreffen könnte, je nachdem, wie kalt der Winter wird (da gibt es btw ein bisschen Grund zur Hoffnung seitens Meteorologie, aber Prognosen über Monate sind immer mit sehr viel Vorsicht zu genießen).
Vor diesem Gesamthintergrund ist absolut nicht nachzuvollziehen, wieso die Impfkampagne für Affenpocken, mit eine Impfstoff, der nicht erst entwickelt werden muss, sondern verfügbar ist, nicht bereits in ähnlich großem Maße aufgezogen wird wie das für Corona jetzt stattgefunden hat. Große Teile der dafür benötigten Infrastruktur bestehen bereits bzw. noch, Apotheken wurden zum Impfen befugt - es wäre zwar vermutlich Arbeit, einiges davon umzurüsten bzw. zu erweitern, aber schon bei weitem nicht mehr so viel wie vor der Corona-Pandemie.
Es wäre schon sehr viel geholfen, wenn zumindest mal alle Menschen durchgeimpft werden könnten (so Leute wie ich z.B.), die eine Impfung gern WOLLEN.
Das soll hier keine Panikmache sein, im Gegenteil. Aber dass immer erst abgewartet wird, bis massenweise Leute sterben, weil man nicht bereit ist, mal zwei Monate in die Zukunft zu denken (denn dann ist September und der Sommer allmählich vorbei), ist ein Armutszeugnis, besonders für einen technisch und finanziell gut ausgestatteten Staat wie Deutschland. Vorsorge wäre bei uns wirklich gut leistbar, und man könnte auch gern mal von Covid lernen und von vornherein auch weniger betuchte Staaten mit einbeziehen und bei Impfkampagnen unterstützen.
Immer schön untätig bleiben und abwarten, bis aus einem beherrschbaren Problem eine Lawine geworden ist, bei der der Schaden sich dann sowieso nicht mehr verhindern, sondern nur noch grob eingrenzen lässt.
Ich hab einfach keine Lust mehr auf diese Mischung aus Gleichgültigkeit und Inkompetenz.