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Jährliches Event in Soltau

Fetisch beim "Rosa Tag" im Heide Park unerwünscht

Das Kooperationsangebot des Freizeitparks mit CSDs aus dem Norden bezeichnet sich als "Pride Festival", fordert aber "Familien-taugliche Kleidung" und keine Darstellungen von Fetischen wie Leder oder Masken.


Teilnehmende beim "Rosa Tag" 2016 (Bild: CSD Nord / Archiv)

  • 2. August 2022, 10:19h 150 3 Min.

Seit Jahren bitten der CSD Nord e.V., der Zusammenschluss der Prides aus Norddeutschland, und das Heide Park Resort Soltau zum Ende der CSD-Saison zum "Rosa Tag". So soll es auch in diesem Jahr am 3. und 4. September in dem beliebten Freizeitpark ein zweitägiges Programm "mit der LGBT-Community" geben. Frühere Programmpunkte rund um einen queeren Treffpunkt in dem Areal waren etwa eine Handtaschen-Weitwurf-Challenge, ein Wet-Look-Contest oder Bühnenauftritte.


Moderation des "Rosa Tag" 2016 – Phallus-Symbole sind nun unerwünscht. Update s.u.: Rosa-la-ola Grande hat ihre Teilnahme nun abgesagt (Bild: CSD Nord e.V. / Archiv)

"Feier Vielfalt & Toleranz!", heißt es auf der Webseite des Parks zu dem diesjährigen Kooperationsangebot, das als "Pride Festival" beschrieben wird und für das der CSD Nord bei Instagram derzeit teilnehmende Dragqueens sucht. Zugleich heißt es auf der Park-Seite offenbar erstmals, dass man ein "buntes" und "familienfreundliches Programm" bieten wolle und daher Gäste zusätzlich zur Hausordnung um die Einhaltung einiger "Spielregeln" bitte.

Dazu listet die Webseite "Familien-taugliche Kleidung" auf, sowie "Keine Darstellung von Fetisch, Bondage, Lack/Leder, Masken etc." Auch eine "Darstellung von Phallus-Symbolen" ist unerwünscht. Der Heide Park weiter: "Wir möchten mit diesem Event mögliche Berührungsängste abbauen und die Community unterstützen – vielen Dank für Eure Unterstützung!"


Ausschnitt aus der Webseite des Heide Park Resort

Frühere Bewerbungen der Veranstaltung enthielten diesen Hinweis offenbar nicht. So hieß es 2019 in der Facebook-Einladung etwa noch schlicht und locker: "Es mischen sich wieder Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Intersexuelle aus ganz Norddeutschland unter die verwunderten heterosexuellen BesucherInnen des Freizeitparks." Und Galerien der Veranstaltung zeigen, wie die moderierende Schwester der Perpetuellen Indulgenz Jahr für Jahr einen auffälligen Stoff-Phallus auf dem Kopf trägt.

Keine Reaktionen auf queer.de-Anfrage

Ein Leser von queer.de hatte die Redaktion auf die nun offenbar neu erlassenen "Spielregeln" aufmerksam gemacht. Gibt es so, ein Jahr nach dem Streit um ein Fetisch-Verbot beim CSD Bremen, erneut einen Versuch, die Szene maßzuregeln? Auf Anfragen von queer.de vom Montagmittag an die jeweiligen Presse-Kontakt-Adressen haben weder der CSD-Vernetzungsverein noch der Heide-Park reagiert. Gefragt wurde unter anderem, wer für die Regelungen verantwortlich ist, was "familientaugliche Kleidung" sein soll und was nicht – und was bei einem "Verstoß" passieren würde.

???? Rosa Tag XXL im Heide Park Resort ???? Am 3. und 4. September 2022 wird es wieder bunt. Feier Vielfalt &...

Posted by CSD Nord | Rosa Tag im Heide-Park on Thursday, July 21, 2022
Facebook / CSD Nord | Rosa Tag im Heide-Park
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Laut der Webseite von CSD Nord gibt es den "Rosa Tag" seit 2006. Die Pride-Kooperation selbst wurde 2001 begonnen und 2009 von den CSDs Braunschweig, Hamburg, Kiel, Lübeck, Oldenburg, Rostock und Schwerin als Verein gegründet. Inzwischen verlinkt die Webseite zu 27 Prides im Norden. (nb)


 Update  Rosa-la-ola Grande sagt Teilnahme ab

Die unter anderem oben abgebildete Rosa-la-ola Grande hat aufgrund der neuen "Spielregeln" als Schwester vom Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz Berlin der CSD-Nord-Kooperation eine Absage für dieses Event mitgeteilt. Auf Facebook (und in den Kommentaren unten) schrieb sie am Dienstagabend: "Ich stehe für das offensichtliche #pinkwashing des Heide-Parks nicht zur Verfügung und kann nur hoffen und es mir wünschen, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt, wenn der Park ein echtes Interesse an Akzeptanz und Vielfalt ohne Ausgrenzung beweisst, erneut zusammen kommen!"

-w-

#1 PaddyAnonym
  • 02.08.2022, 13:09h
  • Irgendwie hab ich bei dem Begriff "familientauglich" die russische Argumentation von "traditioneller Sexualität" im Kopf.

    Wie schon bei CSD´s wird hier langsam aber sicher versucht in die gleiche Richtung zu gehen.

    Und dann verschiedene Kommentare, die das beklatschen, lassen die Vermutung aufkommen, dass das sehr gezielt gemacht wird um ein Stimmungsbild zu erzeugen.

    Wir tun gut daran alles zu tun, das das unterbunden wird.

    Was den Heide Park betrifft sollte sich der CSD Nord e. V. überlegen ob das eine sinnvolle Zusammenarbeit ist.
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#2 LollipopAnonym
  • 02.08.2022, 13:15h
  • "Feier Vielfalt & Toleranz!", heißt es auf der Webseite des Parks

    Was hat das denn mit Vielfalt und Toleranz zu tun, wenn ein gar nicht so kleiner Teil der queeren Community nicht willkommen ist. Und wie definiert sich familen-taugliche Kleidung überhaupt? Warum sollten Personen in Lederklamotten oder Latexoutfit nicht familientauglich sein?

    Wenn man sich nicht zeigen kann, wie man ist, braucht man ein solches Event auch nicht. Man erreicht keine Akzeptanz, indem man sich versteckt.
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#3 remixbeb
  • 02.08.2022, 13:24h
  • klar. Machen wir uns über die lustigen Tunten / Dragqueens lustig und befördern damit das Bild des schwulen, kauzigen Paradiesvogels. Aber bitte keine erotischen Anspielungen. Sex?! Bäh...
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