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Aus fürs Batgirl

Erster DC-Film mit trans Figur verschwindet im Giftschrank

Bei "Batgirl" sollte erstmals eine trans Figur eine entscheidende Rolle spielen. Nach Kosten von 90 Millionen Dollar zieht das Studio nun überraschend die Reißleine.


Dieses Bild ist eine der wenigen Beweise für die 90-Millionen-Dollar-Produktion (Bild: Instagram / Leslie Grace)

Der "Batgirl"-Film von Warner Bros. ist gestrichen worden. Wie "Variety" berichtet, werde der Film auf keiner Plattform des Studios Premiere feiern – weder in den Kinos noch auf HBO Max. Der Film war bereits Anfang des Jahres abgedreht worden und befand sich in der Postproduktion.

"Batgirl" wäre der erste Film von DC Comics gewesen, in dem eine trans Figur aufgetaucht wäre. Trans Schauspielerin Ivory Aquino (42) sollte als Barkeeperin Alysia Yeoh zu sehen sein, der besten Freundin von Barbara Gordon alias Batgirl (queer.de berichtete).

Als Batgirl war Leslie Grace (27) gecastet worden, zudem waren J.K. Simmons (67), Michael Keaton (70) und Brendan Fraser (53) dabei. Für die Regie wurden die belgischen Filmemacher Adil El Arbi und Bilall Fallah ("Ms. Marvel") verpflichtet. Der Film war Teil einer unternehmensweiten Warner-Bros.-Strategie zur Entwicklung von Spielfilmen speziell für HBO Max.

Instagram / lesliegrace | Leslie Grace dankte nach der Entscheidung trotzig dem Filmteam, mit dem sie sieben Monate lang gedreht hatte
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"Batgirl"-Produktionsbudget war auf 90 Millionen Dollar angewachsen

Das ursprüngliche Produktionsbudget von 75 Millionen Dollar (etwa 73,6 Millionen Euro) für das Projekt stieg auf 90 Millionen Dollar (etwa 88,4 Millionen Euro), was zum Teil auf Verzögerungen und Richtlinien im Zusammenhang mit Corona zurückzuführen ist.

Warner Bros. betonte, dass die Streichung nicht an der Qualität des Films liege, sondern es keinen strategischen Platz für "Batgirl" gebe. Hintergrund sind auch Berichte, dass das Streamingportal HBO Max, das unter anderem "And Just Like That" gezeigt hatte, eingestellt werden soll. Das Boulevardblatt "New York Post" berichtete hingegen unter Berufung auf anonyme Quellen, dass Probevorführungen derart schlecht verlaufen seien, dass das Filmstudio das Vertrauen in den Film verloren habe.

Nach dem überraschenden Aus für den Film haben sich die Regisseure auf Instagram "traurig und schockiert" über die Entscheidung geäußert. Adil El Arbi und Bilall Fallah veröffentlichten ein entsprechendes gemeinsames Statement bei Instagram.

"Wir können es immer noch nicht glauben", schreiben die beiden. Für sie als Regisseure sei es wichtig, dass ihr Werk dem Publikum gezeigt werde. Zwar sei der Film noch lange nicht komplett fertig gewesen, sie wünschten sich jedoch, dass Fans die Gelegenheit gehabt hätten, den fertigen Film zu sehen. Da die beiden schon seit ihrer Kindheit selbst "riesige Fans von Batman" seien, sei es trotzdem eine Ehre für sie gewesen, zumindest für kurze Zeit ein Teil des DC Extended Universe sein zu können. (spot/cw)



14 Kommentare

#1 Ith_Anonym
  • 04.08.2022, 11:19h
  • Vielleicht können sie es halbfertig als B-Movie vermarkten, ich mag Unperfektes und Massenuntaugliches eh lieber.
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#2 TechnikerAnonym
  • 04.08.2022, 11:57h
  • Ma wees es ned...

    "Das Boulevardblatt "New York Post" berichtete hingegen unter Berufung auf anonyme Quellen, dass Probevorführungen derart schlecht verlaufen seien, dass das Filmstudio das Vertrauen in den Film verloren habe."

    ...das halte ich auch für einen wahrscheinlichen Grund. Aber es ist die Frage, warum er durchfiel: Ist er wirklich doof oder ist das Publikum nicht reif fürs Thema?

    1998 - man mag es kaum glauben - kotzte das US-Publikum, als es in "Die wilden 70er" einen harmlosen Kuss unter Jungs gab; die entsprechende Figur wurde gleich wieder rausgeschrieben...

    youtu.be/sIHV7YUFlw0?t=417

    Trotzdem verstehe ich die Entscheidung von Warner nicht: Die Kohle für die Produktion ist versenkt, der Film fast fertig. Statt ihn im Giftschrank vergammeln zu lassen sollten die ihn bei den einschlägigen Streamingdiensten platzieren. Das kostet nichts und kann nur Geld bringen. So würde man wenigstens einen Teil der Kosten wieder einspielen.

    Oder an Olli Kalkofe für die nächsten SchleFaZ verscherbeln... ;-)
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#3 PeerAnonym
  • 04.08.2022, 12:36h
  • Antwort auf #2 von Techniker
  • "1998 - man mag es kaum glauben - kotzte das US-Publikum, als es in "Die wilden 70er" einen harmlosen Kuss unter Jungs gab; die entsprechende Figur wurde gleich wieder rausgeschrieben..."

    Auch wenn immer wieder Fans der Serie spekulieren, ob die Rolle des "Buddy" länger bleiben sollte, ist das nur eine urbane Legende. Joseph Gordon-Leavitt war nur als Gaststar für eine einzige Episode gebucht und hätte mehr auch nicht spielen können, weil er auch schon andere Verträge hatte.

    Und das Publikum hat auch nicht rumgekotzt, sondern das ist in Votings bis heute zu eine der beliebtesten Episoden. Es gab tatsächlich damals viele Fanbriefe (E-Mail war da noch nicht so verbreitet wie heute), dass man die Rolle doch bitte fest integrieren solle und so sind wahrscheinlich auch die Gerüchte entstanden. Aber geplant war das nie und wäre - wie gesagt- auch terminlich nicht gegangen.

    Übrigens:
    wenn man die Episode ganz anschaut, sieht man auch, dass Eric kein Interesse hat und Buddy nicht als "Eric's love-interest" geplant war, wie dieses Video behauptet.

    Und auch später gab es noch schwule und lesbische Charaktere als Gaststars in einzelnen Episoden.
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#4 MarinaAnonym
  • 04.08.2022, 12:52h
  • Antwort auf #1 von Ith_
  • Wie die Regisseure selbst zugeben, war der Film noch lange nicht fertig. (Siehe Artikel.)

    Und wenn man der Meinung ist, man könne den Film nicht mehr retten, ist es durchaus verständlich, wenn man dann nicht noch mehr Geld hinterherwirft, selbst wenn man auch schon viel investiert hat.

    Nach dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
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#5 HmmmAnonym
  • 04.08.2022, 13:06h
  • 1. Wurde der Film vor der Übernahme in Auftrag gegeben wurde.

    2. Ist es nicht der einzige Film der nach der Übernahme gecancelt wurde : scooby 2 war wohl auch bereits fast fertig, einige Serien wurden in Produktion gecancelt, eine Serie wurde wenige Stunden vor der Premiere gecancelt etc

    3. Der Film macht jetzt schlicht keinen Sinn mehr. Michael Keaton hat wohl einige Szenen als Batman, die Figur wird aber "erst" im Flash Film eingeführt, der aber eben mehrmals verschoben und jetzt 2023 erscheinen soll, ggf wegen Miller aber auch komplett gecancelt wird. Deswegen wurde aucj Keatons Szenen in Aquaman 2 mit Ben Affleck neu gedreh.

    4. Aufgrund der Übernahme hat das Studio derzeit die Möglichkeit die Ausgaben für die Filme abzuschreiben sofern diese nie veröffentlicht werden.

    Aber gut, mit den Fakten lässt sich schlecht Phobie schreien....
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#6 Ith_Anonym
  • 04.08.2022, 19:01h
  • Antwort auf #2 von Techniker
  • Hab ich auch überlegt. "Jennifer's Body" z.B. ist inzwischen ne Art Kultfilm, wurde aber an das Gegenteil der Zielgruppe vermarktet, nämlich an sexistische cis-hetero-Typen, die Titten sehen wollten und gar nicht begeistert waren, sich mit der Opferrolle identifizieren zu sollen. Entsprechend war der Film erstmal ein Flop. Wenn du sowas testen willst, musst du auch als Testpublikum halt schon nen entsprechenden Anteil Trans* und trans-solidarischer Feministinnen und Lesben einladen. Andernfalls kann das allein deshalb schon nur in die Hose gehen.

    Der Standard ist, auch als Publikum, allerdings nunmal der heterosexuelle Cis-Mann. Und damit genau die Bevölkerungsgruppe, die auf Social Media und in den Feuilletons schon über "Wonder Woman" im Strahl gekotzt hat.
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#7 canSarahAnonym
  • 04.08.2022, 19:53h
  • Antwort auf #5 von Hmmm
  • Wieso setzt man 90 mio Euros dann in den Sand, um es dann eh keinen zu zeigen?

    Ich meine, der Quote Oh what a day, what a lovely day! wäre auch fast nie in alle Munde, hätte Madmax niemand fertig gedreht

    What a damn waste of money. Niemand in der Welt nimmt je trans Leute ernst. Für eine lächerlichen und billigen cis Propaganda und der schlechten Darstellung von trans Leuten ist immer Geld da. Aber wirklich trans affirme Medien werden gecancelt. Trans Schauspieler*innen bekommen oft seltens eine Rolle oder ein cis Schauspieler war immer besser. das hab ich schon oft in der Community gehört.
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#8 HmmmAnonym
  • 04.08.2022, 20:14h
  • Antwort auf #7 von canSarah
  • Du stellst Fragen die ich schon beantwortet habe....

    Warum wurde Scooby Doo 2 ebenso gecancelt, warum wurde die bereits abgedrehte, 2te Staffel von "Chad" am Tag ihrer Premiere aus dem Programm genommen, warum wurde CNN+ 1 Monat nach Start und Millioneninvestitionen wieder eingestellt, warum wurden so gut wie alle cw-serien eingestellt....

    WB hat mit Discovery fusioniert, es findet eine komplette Neuausrichtung statt!

    Dazu kommt das aus oben genannten Gründen der Film innerhalb des DC Universums chronologisch keinen Sinn mehr macht, es sei denn sie reshooten sämtliche Szenen mit Michael Keaton. Das sollen wohl einige sein und sie müssten immer noch schauen wie sie das sinnvoll in das Universum integrieren, da müsste also der Batman Part so umgeschrieben werden das er zu Ben Affleck Batman stimmig ist. Kosten/Nutzen?

    Da sich aufgrund Miller bereits genügend Kontinuitätsprobleme ergeben und sie derzeit aufgrund der Fusion die Möglichkeit haben den Film nahezu kostendeckend abzuschreiben ist das zwar ärgerlich, aber verständlich!
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#9 PiakAnonym
  • 04.08.2022, 23:22h
  • Antwort auf #6 von Ith_
  • *seufz* mal wieder diese unausrottbaren falschen urban legends. Genau wie in der Medizin ist der Standard fürs Kino die (meinetwegen, auch wenn es ein Schimpfwort ist, cis-heterosexuelle) Frau. In Sachen Kino v.a. junge Frauen, was übrigens wesentlich den Gehaltsunterschied bei den Schauspielern erklärt. Die Bestverdienenden sind traditionell diejenigen, die von den Teenies und/oder älteren Frauen angeschmachtet werden können.

    Die Feuilleton-Kritik an wonder woman wir wohl daran gelegen haben, dass es selbst für Superheldenfilm-Maßstäbe ein kaum erträglich schlechter Film war (und ja, ich habe mich bis zum Ende durchgequält).
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#10 Ith_Anonym
  • 05.08.2022, 08:49h
  • Antwort auf #9 von Piak
  • "Genau wie in der Medizin ist der Standard fürs Kino die (meinetwegen, auch wenn es ein Schimpfwort ist, cis-heterosexuelle) Frau."

    lol, du unterstellst mir urban legends, und dann verweist du auch noch auf Medizin.
    Da bist du bei mir an der falschen Adresse, denn zu Medienkonsum kenne ich da tatsächlich bloß die Information der Regisseurin, die zu Jennifer's body genau die Information gegeben hat, dass ihr Film nämlich eben explizit an Männer vermarktet wurde. Wo sie jawohl mitbekommen haben dürfte, wie die Marketing-Kampagne lief, gell, war ja schließlich ihr Film.

    Was Medizin angeht, wirst du mir jetzt aber schön ein paar Studien auf den Tisch legen. Wer urban legend sagt, will offenbar auf Basis harter Fakten diskutieren. Aber ich werde jetzt nicht ne Stunde recherchieren, um nochmal rauszusuchen, wie das ist, mit den Ausschlüssen von weiblichen Tieren bei Tierexperimenten wegen deren Hormonschwankungen, und den männlichen Ärzten, die mit nur sehr geringer Chance einen Herzinfarkt bei Personen auf Östrogen diagnostiziert bekommen, im Gegensatz zu Ärztinnen, die an der Stelle im Studium seltsamerweise besser aufpassen (woran das wohl liegen mag?). Geschweige denn die Dosis von Medikamenten, die Temperaturen in Büros etc. pp., wofür grundsätzlich immer der männliche Körper als Standard berechnet wird, was übrigens ein ziemlich großes Thema in der aktuellen Medizin ist.

    Aber jut, du hast hier entschieden, dass wir anfangen wollen, mit Quellenangaben zu diskutieren. Kann ja sein, dass sich das mit der Medizin in den letzten 5 Jahren so signifikant geändert hat, ich lasse mich da gern auf den aktuellen Stand bringen. Das legst aber gefälligst bitte du vor, wenn du so hier anfängst. Impact factor werd ich mal vernachlässigen, wenn die Evidenz passt. Aber zu den Metaanalysen bitte auch n paar Einzelexemplare rausgreifen, gell. Und das Studiendesign nicht vernachlässigen, ich les als erstes die Methoden ;-)
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