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Zu wenig Impfstoff

LSVD: "Bundesregierung lässt queere Community im Kampf gegen Affenpocken im Stich"

Der größte queere Verband übt scharfe Kritik an der Reaktion der Gesundheitsminister*innen auf das MPX-Virus.


Die Zahl der Affenpocken-Infektionen geht in Deutschland nach oben

Der Lesben- und Schwulenverband hat am Donnerstag scharfe Kritik an der Politik der Ampel im Kampf gegen die Affenpocken (MPX-Virus) geäußert. Anlass ist, dass die Bundesregierung bislang insgesamt erst rund 40.000 Impfdosen ausgeliefert habe. Der Verband verweist auch darauf, dass die rund 9.500 Impfdosen im am stärksten betroffenen Land Berlin bereits jetzt aufgebraucht seien.

"Es ist unfassbar, dass die Bundesregierung und die Länder bei der Beschaffung und Verteilung des Impfstoffes gegen das MPX-Virus unsere Community im Stich lassen", erklärte LSVD-Sprecher Alfonso Pantisano. "Statt eine klare Impfstrategie vorzulegen und für eine bedarfsgerechte Beschaffung von Impfdosen zu sorgen, reagieren das Bundesgesundheitsministerium und die Gesundheitsministerien der Länder nur zögerlich und verschleppen eine bedarfsgerechte Verteilung unter den Bundesländern." Gerade unter Männern, die Sex mit Männern haben, sei die Nachfrage nach dem Impfstoff hoch. "Viele wollen sich und andere durch eine Impfung schützen, können es aber derzeit nicht."

Kein großer Einsatz, weil das Virus vermeintlich nur Minderheit betrifft?

Pantisano versteht die Reaktion der Bundesregierung nicht: "Es entsteht der Eindruck, dass so lange das MPX-Virus angeblich nur eine vermeintliche Minderheit betrifft, kein erhöhter Handlungsbedarf bestünde. Dieser Vertrauensverlust wäre fatal", warnte der LSVD-Sprecher. Denn zuletzt hätten sich auch Jugendliche infiziert (queer.de berichtete). "Das MPX-Virus betrifft somit nicht nur unsere Community, sondern bedroht die gesamte Bevölkerung", erklärte der Aktivist. "Die Entscheidung der Bundesregierung, vorerst keine weiteren Dosen des Affenpocken-Impfstoffs zu bestellen, ist fahrlässig und erfüllt uns mit Sorge." Er forderte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf, umzusteuern und eine ausreichende Impfstoffversorgung zu gewährleisten.

Auch eine bessere Verteilung des Impfstoffs sei notwendig: "Das Bundesgesundheitsministerium muss gemeinsam mit den Ländern auch dafür sorgen, dass die vorhandenen Impfdosen dort verteilt werden, wo sie wirklich benötigt werden", erklärte Pantisano. "Es ist nicht hinnehmbar, dass einige Bundesländer Impfstoffe übrig haben und Hotspots wie Berlin auf dem Trockenen sitzen."

Kritik äußerte er auch am Land Berlin und sprach dabei Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) direkt an: "Die Senatorin muss sich beim Bund für die dringend benötigte Impfstoffversorgung einsetzen. Bund und Länder müssen im Kampf gegen das MPX-Virus effektiv zusammenarbeiten und eine klare Kommunikation und Zusammenarbeit mit unserer Community sicherstellen. Die derzeitige Stille aus den Gesundheitsministerien ist unerträglich."

Twitter / lsvd
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Das Robert-Koch-Institut meldete bis Donnerstag insgesamt 2.839 Affenpockenfälle aus allen Bundesländern. Die Behörde erklärte weiter, dass sie "eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland [...] nach derzeitigen Erkenntnissen als gering" einschätze. (dk)



21 Kommentare

#1 Nein Doch OohAnonym
  • 04.08.2022, 13:11h
  • Wer hätte es gedacht...
    (Und nein, ich halte weder die damalige GroKo, die Union an sich, bzw. noch mehr um die cis patriarchale Hetero-Vormacht und die 'guten Sitten' besorgte, noch sich vorgeblich für Queers einsetzende, dann aber Hetzerinnen gegen uns duldende (weil sie ja so populär ist und vermeintlich Stimmen bringt) 'Parteien' für "besser").
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#2 PiakAnonym
  • 04.08.2022, 13:18h
  • Vielleicht sollte sich der Herr mal weniger wichtig nehmen und lieber der Realität der weltweiten Impstoffkapazitäten einbeziehen.
    Und die Bundesrepublik besteht auch nicht nur aus Berlin. Im Hinblick auf die Infektionszahlen hat Berlin berechtigterweise ja deutlich überproportional bei der Verteilung profitiert, noch mehr wäre aber völlig abwegig und unhaltbar.
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#3 Adam RieseAnonym
#4 DominikAnonym
  • 04.08.2022, 13:54h
  • Mein Impftermin wurde wegen Impfstoffmangel wieder abgesagt. Danke für nichts, Herr Lauterbach!

    Sehr schön ist auch, wie sich die Studienlage urplötzlich geändert hat. Innerhalb von ein paar Tagen wurde aus "Schutz zwei Wochen nach der zweiten Impfung" nun "Die Erstimpfung schützt zwei Jahre, dann erst ist eine zweite Impfung notwendig". Sorry, wer's glaubt!
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#5 YomenAnonym
  • 04.08.2022, 14:42h
  • Antwort auf #2 von Piak
  • "vielleicht sollte sich der Herr mal weniger wichtig nehmen..."

    Dein abschätziger Ton gibt Hinweise darauf, dass es Dir nicht um das Thema geht, sondern persönlich motiviert ist.

    Belege doch bitte deine Behauptungen.
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#6 Marius KAnonym
  • 04.08.2022, 15:05h
  • Antwort auf #4 von Dominik
  • Mir ist es auch schleierhaft. Wie sieht die Kommunikation bezüglich des im Schutzes verändert hat. Es wäre doch nicht schlimm wenn sie offen kommunizieren und sagen auf grund des Impfstoffmangel besteht nur ein Teilschutz der dann als bald bei mir im Stoff vervollständigt wird. Anstatt den Leuten zu suggerieren dass sie einen Basisschutz haben und dieser lediglich zwei Jahren für einen dauerhaften Schutz verlängert werden muss. Das liegt doch die Menschen die betroffen sind in falscher Sicherheit dass sie dann nach einer Dosis schon geschützt sind.
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#7 Taemin
  • 04.08.2022, 17:03h
  • Kurz bevor ich nach Japan flog, kam in Korea erster Affenpockenkranker des Landes an, schwuler Koreaner aus Deutschland. Man trennt dort genau die Heimatfälle und die Auslandfälle, schon bei Covid, jetzt auch bei Affenpocken. Bei Einreise nach Korea aus Deutschland statt aus Japan wäre ich vielleicht Verdachtfall gewesen. Die Bundesregierung hat noch nicht erkannt, dass Deutschland in manchen Ländern schon als Risiko-Herkunft für Affenpocken gilt.
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#8 MuschebubuAnonym
  • 04.08.2022, 17:48h
  • Antwort auf #2 von Piak
  • Sogenannter Hotspot ist aktuell Berlin und da ist es wohl kaum im Sinne einer wirksamen Seuchenbekämpfung, wenn Impfstoffe auf die Bundesländer nach Bevölkerungsschlüssel verteilt werden.
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#9 Lucas3898Anonym
#10 Felix-baerlinAnonym
  • 05.08.2022, 05:29h
  • Eigentlich ist der Vertrauensverlust und der Schaden für die Bundesregierung schon da.

    Nachdem bei Corona schon so viel bei Behörden versäumt wurde, Deutschlands Unprofessionalität und das Zuständigkeitsdurcheinander offenbart wurde, hatte man irgendwie die Hoffnung, das daraus gelernt wurde. Und was passiert jetzt, bei einer neuen Seuche? Das gleiche Trauerspiel!

    Meine Wahrnehmung war, dass bei Corona gerade Schwule vor dem Hintergrund der HIV-Historie besonders vorsichtig gewesen sind. Aber jetzt läuft alles schief. Einen großen Anteil daran haben Behörden wie in Berlin, aber auch der Bundesgesundheitsminister. Warum er sich nicht sofort beim Auftreten der Affenpocken mit Aidshilfen und LSVD zusammen gesetzt hat, ist mir ein Rätsel. Und die queeren Abgeordneten der Regierungsparteien bis hin zum Queerbeauftragten müssen sich vorwerfen lassen, dass sie in solch einer Situation ihren Einfluss in einer angeblich schwulenfreundlichen Regierung nicht eingesetzt haben oder nicht einwirken konnten. Warum?

    Meine Lieben, wir vergessen euch das nicht. Da könnt ihr noch so schicke Aktionspläne und Gesetzesinitiativen veranstalten. Wahltag ist Zahltag.
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