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Diplomatischer Basar
Lawrow: Russland "bereit", über Griner zu verhandeln
Der extrem homophobe Außenminister will mit Amerika über die Freilassung der lesbischen US-Starbasketballerin Brittney Griner sprechen.

Sergej Lawrow ist bereits seit 18 Jahren Außenminister Russlands (Bild: Ministry of Foreign Affairs of the Republic of Poland / flickr)
- 5. August 2022, 07:54h 2 Min.
Russland ist nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow bereit, mit Washington über einen Gefangenenaustausch der am Donnerstag verurteilten US-Basketballspielerin Brittney Griner zu diskutieren. Moskau sei "bereit, über das Thema zu sprechen", sagte Lawrow auf einer Pressekonferenz bei einem Besuch in Kambodscha. Für die Gespräche müsse aber ein direkter Kommunikationskanal zwischen den Präsidenten Wladimir Putin und Joe Biden eingehalten werden, der zwischen beiden vereinbart worden sei.
Es gebe "einen speziellen Kanal", der zwischen den Staatschefs vereinbart worden sei, sagte Lawrow. "Trotz gewisser öffentlicher Erklärungen" bestehe dieser weiterhin.
Ein russisches Gericht nahe Moskau hatte US-Basketballstar Griner am Donnerstag zu neun Jahren Haft wegen Drogenhandels verurteilt – eine harte Strafe, die einen Gefangenenaustausch zwischen Moskau und Washington möglich erscheinen lässt (queer.de berichtete).
Vergangene Woche hatte US-Außenminister Antony Blinken erstmals seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine mit Lawrow telefoniert. Infolge des Telefonats hatte Blinken gesagt, er habe Druck auf seinen russischen Kollegen ausgeübt, den "ernsthaften Vorschlag" Washingtons für eine Befreiung Griners und des wegen Spionage zu 16 Jahren Haft verurteilten US-Bürgers Paul Whelan anzunehmen.
Mehreren US-Medien zufolge könnten die beiden amerikanischen Gefangenen gegen den berüchtigten russischen Waffenhändler Viktor Bout ausgetauscht werden.
Griner war im Februar kurz vor dem Start des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wegen eines Drogendelikts auf dem Moskauer Flughafen verhaftet worden. Sie selbst sagte vor Gericht, sie hatte aus Versehen ein Schmerzmittel in ihr Gepäck gepackt, das ihr von einem Arzt verschrieben worden war. Dabei handelte es sich laut Medienberichten um 0,5 Gramm Haschischöl, das in Russland nicht als Medikament anerkannt ist.
Die Basketballerin könnte laut Beobachter*innen als hervorragendes Feindbild für Russland gelten, weil sie als Amerikanerin, Schwarze und Homosexuelle gleich drei Merkmale besitzt, gegen die von der Putin-Regierung Stimmung gemacht wird. Lawrow selbst macht aus seiner Abneigung gegenüber queeren Menschen kein Geheimnis: Letztes Jahr veröffentlichte sein Ministerium ein Essay in mehreren Sprachen, in dem Lawrow dem Westen "aggressive LGBT-Propaganda" vorwirft (queer.de berichtete). (AFP/dk)
Instagram / brittneyyevettegriner | Griner (re.) mit ihrer Ehefrau in besseren Zeiten
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