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Heimkino

Wenn der Freund der Schwester plötzlich auftaucht

"Mía und Moi" ist ein minimalistischer Film über Beziehungen: Nach einem Verlust ziehen sich die Geschwister Mía und Moi zurück. Mois Partner versucht, mit der Situation klarzukommen. Als Mías Freund dazustößt, führt das zur Eskalation.


Mías Freund Mikel (Joe Manjón) und Moi (Ricardo Gómez) begegnen sich im Badezimmer (Bild: GMfilms)

Die Landschaft ist karg. Und so einsam, dass die titelgebenden Geschwister Mía und Moi auf eine Leiter steigen müssen, um telefonieren zu können. Nach dem Tod ihrer Mutter, so wird erst sehr langsam deutlich, ziehen sie sich zurück in die Einöde.

Mit dabei ist auch Mois Freund Biel. Es ist ihm anzumerken, wie schwierig die Situation für ihn ist. Sein Freund leidet, ist ganz apathisch. Die Verbindung, die mal zwischen ihnen gewesen sein muss, scheint abgerissen. "Du liebst das alte ich", sagt Moi. Biel versichert ihm, dass es weitergeht. Ob er davon selbst überzeugt ist, ist fraglich. Wie ihre Beziehungen und ihre Probleme dargestellt werden, ist für einen queeren Film durchaus besonders.

Wenig Dialog, dafür viel Mimik


"Mía und Moi" ist am 5. August 2022 auf DVD und digital erschienen

Die drei verbringen einen ruhigen Alltag, gehen an den Strand, spielen Karten. Die Bilder sind genau wie die Stimmung melancholisch. Der katalanische Regisseur Borja de la Vega erzählt minimalistisch: wenig Dialog, dafür viel Mimik, viel Unausgesprochenes. Doch die Spannungskurve bleibt zu lange zu flach, das Drama kommt nicht in Fahrt.

Das ändert sich erst, als Mías Exfreund, vielleicht auch Freund, so genau wissen sie das selbst nicht, unerwartet auftaucht. Mikel verwirrt und fasziniert zugleich. Die Ruhe, die sich zwischen den drei eingestellt hat, ist plötzlich vorbei. Mía schafft es nicht, ihn nach Hause zu schicken, zwischen Moi und ihm entsteht eine eigenartige Spannung, während sich Biel und er erstaunlich gut verstehen.

Gemeinsame Traumabewältigung

"Mía und Moi" (Amazon-Affiliate-Link ) ist vor allem ein Film über Beziehungen: die brüchige Liebe der zwei Männer, aber insbesondere die intensive, unerschütterliche Liebe der Geschwister. Oft kommen sie sich für Erwachsene ungewöhnlich nah, schlafen und kuscheln in einem Bett, sind zusammen in der Dusche. Das Trauma bewältigen sie gemeinsam.

Das ist oft rührend. Mit Mikel ändert sich zwar die Stimmung, es wird düsterer, unvorhersehbarer, doch das spiegelt sich nicht in den Bildern wider, die zu ruhig bleiben. "Mía und Moi" plätschert weiterhin vor sich hin, die nur selten und dann zu akzentuierte Musik hilft auch nicht.

Es entsteht eine Gemengelage, die auf eine Eskalation zusteuert. Das ist nur konsequent, in seiner ruhigen, unaufgeregten Auflösung bleibt das Drama sich dann bis zum Schluss treu.

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Infos zum Film

Mia und Moi. Drama. Spanien 2021. Regie: Borja de la Vega. Cast: Bruna Cusí, Ricardo Gómez, Eneko Sagardoy, Joe Manjón. Laufzeit: 107 Minuten. Sprache: kastilische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 16. Verleih: GMfilms

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Galerie:
Mia und Moi
10 Bilder