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Hamburg Pride

CSD Hamburg: Rund 250.000 Menschen auf den Straßen

Unter dem Motto "Auf die Straße! Vielfalt statt Gewalt" rückte der Hamburg Pride am Samstag die zunehmende Hasskriminalität gegenüber queeren Menschen in den Mittelpunkt.


Peggy Parnass (im Rollstuhl), Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang, Katharina Fegebank, Hamburg-Pride-Vorsitzende Nicole Schaening und Erster Bürgermeister Peter Tschentscher bei Eröffnung der CSD-Demo in Hamburg (Bild: IMAGO / Andre Lenthe)

Rund 250.000 Menschen haben am Samstag am Christopher Street Day in Hamburg teilgenommen. Er stand unter dem Motto "Auf die Straße! Vielfalt statt Gewalt". Damit rückte Veranstalter Hamburg Pride e.V. die zunehmende Hasskriminalität gegenüber queeren Menschen in den Mittelpunkt. Bundesweit wurden 2021 mehr als 1.000 Straftaten von Hasskriminalität gegenüber Menschen der queeren Community polizeilich gemeldet, in Hamburg waren es 67 – mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor (queer.de berichtete). Die Polizei geht davon aus, dass bis zu 90 Prozent der Straftaten nicht gemeldet werden.

"Wir haben heute als Community ein kraftvolles Zeichen dafür gesetzt, dass wir die zunehmende Gewalt gegenüber queeren Menschen nicht hinnehmen und dass wir uns nicht einschüchtern lassen", erklärten die Hamburg-Pride-Vorsitzenden Nicole Schaening und Christoph Kahrmann. "Das ist ein klares Stoppschild für die Täter*innen, sowie ein Weck- und Hilferuf an die Politik: Wir fordern endlich mehr Maßnahmen, um LGBTIQ+ vor Hass und Gewalt zu schützen."

Neuer Anmelderekord

Erstmals seit zwei Jahren konnte der CSD in Hamburg wieder regulär stattfinden; 2020 und 2021 hatte Hamburg Pride e.V. aufgrund der Corona-Pandemie Fahrrad-Demonstrationen veranstaltet. Die mehrstündige Demonstration durch die Hamburger Innenstadt verzeichnete in diesem Jahr einen neuen Anmelderekord. Insgesamt zogen 82 Trucks, Fußgruppen und kleinere Lkw durch die City. Darunter waren zahlreiche Gruppen der queeren Community wie das Lesbennetzwerk Hamburg, der queere Sportverein Startschuss und der Queer Refugees Support Hamburg. Angeführt wurde die Demonstration unter anderem von Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), der Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) und Sven Lehmann (Grüne), dem Queer-Beauftragten der Bundesregierung.

Zu den zentralen Forderungen des Hamburg Pride zählt ein verbindlicher Aktionsplan der Bundesregierung zur Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt sowie zur Bekämpfung von Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit. Außerdem fordert der Verein Hassverbrechen aufgrund der sexuellen bzw. geschlechtlichen Identität explizit im deutschen Straffrecht zu verankern. §46 des Strafgesetzbuches muss um den Passus "homo-, bi und trans*feindlich motivierte Straftaten" erweitert werden.

Dyke*March am Vorabend

Mit der CSD-Demonstration und einem dreitägigen Straßenfest an der Binnenalster fand die einwöchige Pride Week in Hamburg ihren Höhepunkt. Bereits am Vorabend der CSD-Demonstration waren mehrere hundert Menschen beim Hamburger Dyke*March durch die Innenstadt gezogen, der vom Lesbennetzwerk Hamburg organisiert wurde. Mehr als 300 öffentliche Gebäude vom Rathaus über Hotels, Unternehmen, Kultureinrichtungen und Kirchen hatten als Zeichen der Verbundenheit mit der LGBTI-Community unter dem Motto "Hamburg zeigt Flagge" die Regenbogenflagge zum CSD gehisst. (cw/pm)

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CSD Hamburg 2022
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14 Kommentare

#1 Alex 92Anonym
  • 06.08.2022, 16:46h
  • Gut, dass so viele Menschen auf den Straßen waren und ein deutliches Zeichen gegen Homohass und Transhass gesetzt haben.

    Und auch gut, dass die zunehmende Gewalt gegen LGBTI thematisiert wurde, da die Massenmedien viel zu wenig darüber berichten und die Mehrheit der Bürger nichts davon weiß.
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#2 LothiAnonym
  • 06.08.2022, 17:18h
  • Antwort auf #1 von Alex 92
  • Die Mehrheit weiß nichts oder will zumindest nichts darüber wissen. Es scheint an ihnen abzuprallen. Ich bin z. B. bei einer sehr unorthodoxen Zahnärztin in Behandlung. Sie führt ihre Praxis komplett alleine. Mit ihr rede ich sehr viel und so vergehen schon mal locker ein paar Stunden während sie mich behandelt. Als ich ihr mitzuteilen versuchte was für ein Hass und Hetze gegen uns heutzutage abgeht, schaute sie mich ungläubig an und fragte mich allen Ernstes was eine Transperson ist.
    Will damit ausdrücken was noch alles in unserer Gesellschaft an Aufklärung nötig ist um für ein besseres Verständnis zu sorgen. Die jährliche CSD Demonstration reicht bei weitem nicht aus.
    Und sehr richtig, auch die Medien müssen ihren Beitrag dazu leisten. Und allen voran die Politik.
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#3 PrideProfil
  • 06.08.2022, 17:20h...
  • Antwort auf #1 von Alex 92
  • Das stimmt schon. Mir kam die Demo jedoch wie ein Gemischtwarenladen vor, aus dem sich jedermensch seinen Teil holen konnte. Und da gefällt nicht jeder Teil wie der Wagen der "Bild"...
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#4 SvenAnonym
#5 SchonProfil
  • 06.08.2022, 20:06hFürth
  • Antwort auf #4 von Sven
  • Jede einzelne Hass-Attacke gegen Queermenschen ist ein zuviel.
    Natürlich lässt sich darüber streiten, ob jetzt nur mehr Gewalttaten registriert werden oder ob tatsächlich mehr "passiert". Mich machen die Meldungen betroffen und wie ich hier schon mal geschrieben habe, hat die Zahl der Fälle dazu geführt, dass ich aus meiner Wellnessblase heraus gegangen bin.
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#6 LothiAnonym
#7 SchonProfil
  • 07.08.2022, 06:47hFürth
  • Antwort auf #6 von Lothi
  • Kannst Du dafür valide Quellen nennen? Ich bin auch der Meinung, dass sie zugenommen hat, aber mir ist z.B. aufgefallen, dass die Gewalttaten im Kontext mit Grschlechtsidentität erst seit 2021 auf der Statistik vom Bundesinnenministerium erscheint.
    Berlin erfasst ja recht gewissenhaft, aber wie sieht es mit den anderen Bundesländern wie Bayern und Sachsen aus?
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#8 LothiAnonym
  • 07.08.2022, 07:56h
  • Antwort auf #7 von Schon
  • Du willst tatsächlich hier exakte Daten über alle Bundesländer haben? Reicht es Dir nicht zu wissen das seit 2021 Bundesweit mehr als 1000 Straftaten von Hasskriminalität gegenüber Menschen der qeeren Community geschehen sind. Für mich ein eindeutiges Indiz. Und ich schätze die Dunkelziffer liegt noch höher. Viele Gewaltopfer erstatten erst gar keine Anzeige.
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#9 FennekAnonym
  • 07.08.2022, 09:27h
  • Antwort auf #4 von Sven
  • Da wo homophobe und transphobe Gewalt schon länger erfasst wird (z.B. Berlin) wird es mehr!

    Da wo es nicht systematisch erfasst wird, kann man natürlich nichts sagen. Aber wenn es selbst in einer LGBTI-Hochburg und einer Welt-Metropole wie Berlin zunimmt, glaubst Du doch wohl nicht, dass es anderswo nicht genauso aussieht...
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#10 FennekAnonym
  • 07.08.2022, 09:29h
  • Antwort auf #2 von Lothi
  • "Die Mehrheit weiß nichts oder will zumindest nichts darüber wissen."

    Und da auch die neue Bundesregierung keine Anstalten macht, das zu ändern, müssen WIR eben darauf hinweisen und die Öffentlichkeit immer wieder informieren.
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