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Hamburg Pride
CSD Hamburg: Rund 250.000 Menschen auf den Straßen
Unter dem Motto "Auf die Straße! Vielfalt statt Gewalt" rückte der Hamburg Pride am Samstag die zunehmende Hasskriminalität gegenüber queeren Menschen in den Mittelpunkt.

Peggy Parnass (im Rollstuhl), Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang, Katharina Fegebank, Hamburg-Pride-Vorsitzende Nicole Schaening und Erster Bürgermeister Peter Tschentscher bei Eröffnung der CSD-Demo in Hamburg (Bild: IMAGO / Andre Lenthe)
- 6. August 2022, 14:21h 3 Min.
Rund 250.000 Menschen haben am Samstag am Christopher Street Day in Hamburg teilgenommen. Er stand unter dem Motto "Auf die Straße! Vielfalt statt Gewalt". Damit rückte Veranstalter Hamburg Pride e.V. die zunehmende Hasskriminalität gegenüber queeren Menschen in den Mittelpunkt. Bundesweit wurden 2021 mehr als 1.000 Straftaten von Hasskriminalität gegenüber Menschen der queeren Community polizeilich gemeldet, in Hamburg waren es 67 – mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor (queer.de berichtete). Die Polizei geht davon aus, dass bis zu 90 Prozent der Straftaten nicht gemeldet werden.
"Wir haben heute als Community ein kraftvolles Zeichen dafür gesetzt, dass wir die zunehmende Gewalt gegenüber queeren Menschen nicht hinnehmen und dass wir uns nicht einschüchtern lassen", erklärten die Hamburg-Pride-Vorsitzenden Nicole Schaening und Christoph Kahrmann. "Das ist ein klares Stoppschild für die Täter*innen, sowie ein Weck- und Hilferuf an die Politik: Wir fordern endlich mehr Maßnahmen, um LGBTIQ+ vor Hass und Gewalt zu schützen."
Neuer Anmelderekord
Erstmals seit zwei Jahren konnte der CSD in Hamburg wieder regulär stattfinden; 2020 und 2021 hatte Hamburg Pride e.V. aufgrund der Corona-Pandemie Fahrrad-Demonstrationen veranstaltet. Die mehrstündige Demonstration durch die Hamburger Innenstadt verzeichnete in diesem Jahr einen neuen Anmelderekord. Insgesamt zogen 82 Trucks, Fußgruppen und kleinere Lkw durch die City. Darunter waren zahlreiche Gruppen der queeren Community wie das Lesbennetzwerk Hamburg, der queere Sportverein Startschuss und der Queer Refugees Support Hamburg. Angeführt wurde die Demonstration unter anderem von Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), der Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) und Sven Lehmann (Grüne), dem Queer-Beauftragten der Bundesregierung.
Zu den zentralen Forderungen des Hamburg Pride zählt ein verbindlicher Aktionsplan der Bundesregierung zur Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt sowie zur Bekämpfung von Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit. Außerdem fordert der Verein Hassverbrechen aufgrund der sexuellen bzw. geschlechtlichen Identität explizit im deutschen Straffrecht zu verankern. §46 des Strafgesetzbuches muss um den Passus "homo-, bi und trans*feindlich motivierte Straftaten" erweitert werden.
Dyke*March am Vorabend
Mit der CSD-Demonstration und einem dreitägigen Straßenfest an der Binnenalster fand die einwöchige Pride Week in Hamburg ihren Höhepunkt. Bereits am Vorabend der CSD-Demonstration waren mehrere hundert Menschen beim Hamburger Dyke*March durch die Innenstadt gezogen, der vom Lesbennetzwerk Hamburg organisiert wurde. Mehr als 300 öffentliche Gebäude vom Rathaus über Hotels, Unternehmen, Kultureinrichtungen und Kirchen hatten als Zeichen der Verbundenheit mit der LGBTI-Community unter dem Motto "Hamburg zeigt Flagge" die Regenbogenflagge zum CSD gehisst. (cw/pm)















Und auch gut, dass die zunehmende Gewalt gegen LGBTI thematisiert wurde, da die Massenmedien viel zu wenig darüber berichten und die Mehrheit der Bürger nichts davon weiß.