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Schule
Mit Mitch, Cam und dem queeren Opernführer zur Reifeprüfung
In der Schule werden wir aufs Leben vorbereitet. Doch die wenigsten Lehrenden fühlen sich kompetent genug für das Thema "sexuelle und geschlechtliche Vielfalt". Dabei gibt es ein umfangreiches Angebot an Unterrichtsmaterialien. Ein Überblick.

Symbolbild: Teilnehmer der Wiener Regenbogenparade 2021 mit Protestschild "Schule ist schwul". Wir ergänzen: Schule ist natürlich auch lesbisch, bi, trans, inter, nichtbinär und agender! (Bild: Ivan Radic / wikipedia)
- Von
7. August 2022, 04:23h 4 Min.
Die Zeit auf der Schulbank hinterlässt Spuren. Von der Familie mal abgesehen, ist keine andere Institution für unsere Persönlichkeitsentwicklung so entscheidend und übt einen derart prägenden Einfluss auf uns aus wie die Schule: auf unser persönliches Bildungsniveau und unseren Blick auf die Welt, aber auch auf die Art, wie wir die unterschiedlichsten Anforderungen bewältigen.
Unsere Erfahrungen im Klassenzimmer tragen zu unserem Selbstvertrauen bei und bestimmen unseren weiteren Lebensverlauf. Das hängt u.a. nicht nur von unseren jeweiligen Beziehungen zu den Lehrenden ab, sondern auch von dem Stoff, den diese uns näher zu bringen versuchen. Queere Jugendliche haben meist schon gegen Mobbing zu kämpfen. Umso wichtiger ist es, dass ihnen im Schulunterricht nicht nur Beistand geboten, sondern eine angemessene Lebensorientierung vermittelt wird wie allen anderen auch – und zwar unabhängig von den Werten, die sie von ihrem Elternhaus mitbekommen.
Informationsdefizit bei Lehrenden
Im überwiegenden Teil Europas und in allen deutschsprachigen Ländern kann man sich immerhin glücklich schätzen, dass queere Identität und Sexualität und alle damit verknüpften Themen im Schulunterricht ohne große Einschränkungen auf den Lehrplan gesetzt werden dürfen.
Doch die wenigstens Lehrenden fühlen sich kompetent genug für das Thema "sexuelle und geschlechtliche Vielfalt". In einer 2020 veröffentlichten Studie von der Humboldt Universität sowie der Sigmund Freud Privatuniversität kam heraus, dass beispielsweise in Berlin 61 Prozent der Lehrkräfte kein Unterrichtsmaterial dafür im Unterricht einsetzen. Offenbar haben sie auch keinen blassen Schimmer davon, woher sie es beziehen sollen. Das Ergebnis legt ein erstaunliches Informationsdefizit offen.
Dabei gibt es ein umfangreiches Angebot, auf das die Lehrenden zugreifen könnten. Dieses setzt sich allerdings aus unterschiedlichen Bezugsquellen zusammen.
Viele Materialien stehen kostenlos zum Download bereit
Grundsätzliche Tipps und Anregungen im Umgang mit Homo- und Transphobie an Schulen finden sich auf der Webseite des nordrhein-westfälischen Projekts "Schule der Vielfalt". Auch der LSVD bietet auf seiner Homepage eine kurze Anleitung zum Umgang mit Mobbing an der Schule für Lehrkräfte und Schüler*innen an.
Solides Basiswissen in Fächern wie Gemeinschaftskunde, Politik, Geschichte und Ethik vermittelt die Bundeszentrale für politische Bildung. Im Angebot finden sich umfangreiche Unterlagen zur queeren Emanzipationsgeschichte der Bundesrepublik, zur Vielfalt von Identität, Geschlecht und Sexualität sowie zur politischen Weltlage queerer Menschen. Das Unterrichtsmaterial steht entweder zum Download bereit oder ist gegen Gebühr als Broschüre erhältlich. Zudem gibt es u.a. ein umfassendes Dossier zu trans Themen.
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LGBTI-Aufklärung geht auch besonders einfallsreich

Die Online-Lehrerbibliothek empfiehlt den schwulen Opernführer "Casta Diva" zum Einsatz im Musikunterricht
Bisweilen tauchen auch recht ausgefallene und pfiffige Ideen auf, um queere Fragestellungen in den Unterricht zu integrieren. Wenn sich dabei die kulturell bereichernden Aspekte der Community in den Vordergrund stellen lassen und dann vielleicht auch noch themenübergreifende Anknüpfungen gefunden werden – umso besser. So stellt die Online-Plattform Eduki gegen eine geringe Gebühr Arbeitsblätter für den Gemeinschaftskundeunterricht zur Verfügung, die "moderne Familienkonstellationen am Beispiel der Netflixserie Modern Family" unter die Lupe nehmen. Dabei wird selbstverständlich auch die Beziehung zwischen Mitch Pritchett und Cameron Tucker genannt, die in der Beschreibung einer Szene mit einem befreundeten Lesbenpaar über ihren Kinderwunsch sprechen.
Für den Kunstunterricht von der 7. bis zur 10. Klasse steht auf dem Online-Portal Lehrerbüro ein Video über den Graffiti-Künstler Keith Haring zum Download bereit, in dem nicht nur dessen Schwulsein thematisiert wird, sondern auch sein Engagement für Safer Sex und sein Leben mit Aids.
Auf der Plattform Schulportal werden Unterrichtsmaterialien von Lehrkräften unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Eine Unterrichtseinheit befasst sich mit "Homophobie im Rap".
In der Online-Lehrerbibliothek wiederum empfiehlt ein Rezensent den schwulen Opernführer "Casta Diva" aus dem Querverlag zur Vorbereitung von Referaten und Facharbeiten im Musikunterricht.
Der Querverlag selbst stellt auf seiner Homepage eine äußerst umfangreiche Broschüre mit Unterrichtsmaterial zum Roman "Hamburg – Kampala" von Lutz van Dijk zur Verfügung und verbindet dabei das LGBTI-Thema mit Fragen zu Flucht und Asyl.
Die Reihe an Beispielen ließe sich mühelos erweitern, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Im Übrigen dürften unbedarfte Lehrkräfte auch für Anregungen von Seiten betroffener Jugendlicher dankbar sein.
















Außerdem waren die Arbeitsblätter didaktisch nicht gerade Wunderwerke. Die Sachen von irgendwelchen LGBTQ+ Verbände waren einfach schlecht und nicht altergerecht. Nicht mal für eine Inspiration für mich hat es gereicht:
Also habe ich den Unterricht selbst vorbereitet, das mache ich sowieso lieber: Kurzfilme von Disney gefunden, ein paar Fragen dazu auf ein AB gepackt und fertig. Diskussionen danach waren super und sehr gehaltvoll. Danach wurde es schwierig:
Die Kinder fragen dann: was ist trans, gender, sexuelle Identität, transgender, asexuell, queer, cis usw.? Ich kann es zwar erklären, aber meines Erachtens ist das einfach zuviel für Kinder. Sie hören es in den Medien und können damit nichts anfangen. Erkläre ich es ihnen sind sie überfordert mit der Komplexität bzw. sie tun es ab mit: Unnötig, brauch ich sowieso nicht! Ich habe mich irgendwann selbst darüber geärgert, dass es für alles eine Schublade geben muss. Am Ende einer hitzigen Diskussion meinte ein Kind: Eigentlich ist es doch egal ob jemand Mann oder Frau ist bzw. auf wen man steht, wir sind doch alle Menschen! Das war einfach toll und die Klasse stimmte zu.
Meines Erachtens beißt sich die Community in den eigenen Schwanz, wenn man Toleranz für jede Facette fordert und dagegen viele Leute nur noch genervt von allen Begriffe sind. Es kann vielleicht einfacher sein, wie die eine Schülerin meinteMeine KollegInnen scheuen es gerade deshalb den Unterricht dazu gut vorzubereiten: Die Relevanz des Themas wird nicht als hoch angesetzt und es ist vielen zu komplex. Und dieses Problem findet sich nicht nur in der 6. Klasse sondern auch in die Oberstufe.
Und hier nochmal zum Autor: wir Lehrer sind nicht blöd, wir können das Internet auch nutzen und auch die gleichen Arbeitsblätter finden. Wir müssen entscheiden ob es altersgerecht und auch gut ist bzw. Zu mir als Lehrer passt. Ich habe jeden Link von Ihnen angeklickt und kein Lehrer zahlt so einfach 4.50 um etwas zu kaufen, was man vorher nicht ausgiebig begutachtet hat. Bloß weil Modern family irgendwo steht ist das noch lange nicht gut.
Der Job ist nicht einfach, wenn man es gut machen will