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"Nicht scharf darauf"

Lahm will nicht zur WM nach Katar

Der Weltmeister von 2014 ruft dazu auf, dass Menschenrechte bei der WM-Vergabe eine größere Rolle spielen sollten.


Philipp Lahm 2017 beim Training in München (Bild: Rufus46 / wikipedia)
  • 8. August 2022, 07:42h 7 2 Min.

Philipp Lahm bleibt der umstrittenen Fußball-WM Ende des Jahres in Katar fern. "Ich zähle nicht zur Delegation und bin nicht scharf darauf, als Fan hinzufliegen", sagte der Weltmeister von 2014 im Interview mit dem "kicker": "Da verfolge ich das Turnier lieber von Zuhause aus."

Lahm, der bei der Heim-EM 2024 als Turnierdirektor in der Verantwortung steht, sieht die Ausrichtung des Großevents im Emirat höchst kritisch. Deswegen forderte der frühere Kapitän des FC Bayern München und der Nationalmannschaft: "Menschenrechte sollten bei der Turniervergabe mit die größte Rolle spielen. Wenn ein Land den Zuschlag bekommt, das in dieser Beziehung mit am schlechtesten abschneidet, macht man sich schon Gedanken, nach welchen Kriterien da entschieden wurde."

Neben der Menschenrechts-Situation hätten auch die Themen Nachhaltigkeit und Größe des Landes "anscheinend keine Rolle" bei der Vergabe gespielt, meinte der 38-Jährige.

Dass sich die deutschen Nationalspieler während der WM (21. November bis 18. Dezember) kritisch zur Veranstaltung äußern sollten, ist für Lahm zwingend. "Als Spieler", sagte er, "kommst du heute da gar nicht mehr drumherum".

Lahm hatte sich während seiner aktiven Karriere immer wieder gegen Queer­feindlichkeit engagiert. Dafür erhielt er 2008 den Tolerantia-Preis, mit dem herausragendes Engagement gegen Homo­sexuellenfeindlichkeit geehrt wird (queer.de berichtete).

Katar wird immer wieder wegen systematischer Menschenrechtsverstöße und Ausbeutung von Migrant*innen kritisiert. Auch das Vorgehen gegen sexuelle Minderheiten wird kritisiert: Im Land ist Homosexualität gesetzlich verboten und kann sogar mit der Todesstrafe geahndet werden. Nach den Worten von Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani werden bei der WM aber alle Gäste willkommen geheißen, solange diese "unsere Kultur respektieren" – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung (queer.de berichtete).

Ende Juni hatte sich fast die Hälfte der Deutschen dafür ausgesprochen, dass die deutsche Nationalmannschaft auf eine WM-Teilnahme verzichten solle. Das ging aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor (queer.de berichtete). (dpa/cw)

-w-

#1 AnnaAnonym
  • 08.08.2022, 12:16h
  • Hätte ich jetzt nicht unbedingt erwartet vom Opportunisten Philipp Lahm, der sich in der Vergangenheit jetzt auch nicht unbedingt LGBTQ+ freundlich gesinnt gezeigt hat, aber nun gut es gibt ja noch ganz andere Themen warum solch ein Event niemals an so einem menschenverachtenden Staat hätte vergeben werden dürfen wie z. B. Sklavenarbeit oder die Stellung von Frauen in Katar.. Jetzt müsste halt noch der DFB mit dem Nationalteam folgen mit einem Boykott, nur wer glaubt ernsthaft daran, dass das passiert?
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#2 NachfragerAnonym
  • 08.08.2022, 13:51h
  • Du mal so: "... Philipp Lahm, der sich in der Vergangenheit jetzt auch nicht unbedingt LGBTQ+ freundlich gesinnt gezeigt hat ..."

    Artikel: "Lahm hatte sich während seiner aktiven Karriere immer wieder gegen Queerfeindlichkeit engagiert. Dafür erhielt er 2008 den Tolerantia-Preis, mit dem herausragendes Engagement gegen Homosexuellenfeindlichkeit geehrt wird (queer.de berichtete)."

    Was stimmt denn nun? queer.de liefert Fakten, du bislang nicht.
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#3 HmmmAnonym
  • 08.08.2022, 14:14h
  • Antwort auf #2 von Nachfrager
  • Frage ging zwar nicht an mich, aber:

    Lahm hat sich dahingehend geäußert das er schwulen Fußballspielern von einem Coming Out abrät. Das ist hinsichtlich Karrieremöglichkeiten im internationalen Betrieb sicher ein valider Punkt, aber ein Geschmäckle hat die Aussage natürlich schon.

    Ich persönlich würde allerdings deswegen auch nicht so weit gehen ihm grundsätzlich Queerfeindlichkeit vorzuwerfen, imho war das n ehrlich nüchterner Blick auf die Realität wenn du es als Fußballer an die Spitze schaffen willst, abseits der offenen Homophobie wird diese (vermutlich noch recht junge Person) mit Fans und einer medialen Begleitung konfrontiert sein welche über die eigentliche Leistung - völlig unabhängig ob gut oder schlecht - immer mit einem Hinweis auf die Sexualität berichten werden. Kann mir gut vorstellen dass das auch an die Psyche gehen kann.
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