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Fußball-Weltmeisterschaft

Hansi Flick: Situation für Homo­sexuelle in Katar "inakzeptabel"

Die umstrittene WM Katar ist für Bundestrainer Hansi Flick kein Fußball-Fest für die einfachen Fans. Er habe viele Bekannte, die zu Hause blieben – auch wegen der homofeindlichen Gesetzgebung.


Der ehemalige Fußballspieler Hansi Flick ist seit August 2021 Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft (Bild: Steffen Prößdorf / wikipedia)

Für Bundestrainer Hansi Flick wird die umstrittene Weltmeisterschaft in Katar wegen verschiedener Aspekte vor Ort kein Fußball-Fest für die einfachen Fans. "Ich habe viele Bekannte, die gerne nach Katar fliegen würden, es aber aus vielerlei Gründen unterlassen. Weil sie sich die massiven Preise nicht leisten können, weil die Situation etwa für Homosexuelle inakzeptabel ist, weil es Menschenrechtsverletzungen gibt, weil Minderheiten ausgegrenzt werden", sagte der 57 Jahre alte Flick rund drei Monate vor dem Turnierstart dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (Bezahlartikel).

"Grundsätzlich finde ich es schade, dass dieses Turnier keine WM für Fans wird", äußerte der DFB-Chefcoach: "Dabei sollte der Fußball für alle da sein. Darum sage ich: Es ist keine WM für den normalen Fan."

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Erste WM-Endrunde als Bundestrainer

Für Flick wird es die erste WM-Endrunde als verantwortlicher Bundestrainer. Beim Titelgewinn 2014 in Brasilien fungierte er als Assistent von Joachim Löw, den er nach der EM im vergangenen Jahr ablöste. Flick will sich vorab mit dem erfahrenen Löw austauschen.

"Ich habe vier Turniere als Co-Trainer mitgeplant und weiß, worauf es ankommt. Dennoch kann es nur von Vorteil sein, dass ich mich mit Jogi noch mal zusammensetze und über seine Eindrücke und Erfahrungen austausche. Darüber, was bei so einem Turnier alles passieren kann und wie er dies aus der Perspektive des Bundestrainers erlebt hat."

Die WM beginnt am 20. November und endet mit dem Finale am 18. Dezember. Die deutsche Nationalmannschaft trifft in der Gruppenphase auf Japan (23.11.), Spanien (27.11.) und Costa Rica (1.12.).

Todesstrafe für gleichgeschlechtlichen Sex möglich

Katar wird immer wieder wegen systematischer Menschenrechtsverstöße und Ausbeutung von Migrant*innen kritisiert. Auch das Vorgehen gegen sexuelle Minderheiten wird kritisiert: Im Land ist Homosexualität gesetzlich verboten und kann sogar mit der Todesstrafe geahndet werden. Nach den Worten von Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani werden bei der WM aber alle Gäste willkommen geheißen, solange diese "unsere Kultur respektieren" – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung (queer.de berichtete).

Ende Juni hatte sich fast die Hälfte der Deutschen dafür ausgesprochen, dass die deutsche Nationalmannschaft auf eine WM-Teilnahme verzichten solle. Das ging aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor (queer.de berichtete).

Nationalspielerin Schult: Große Bedenken vor WM in Katar

Fußball-Nationaltorhüterin Almuth Schult blickt mit Sorge auf die anstehende Männer-Weltmeisterschaft in Katar. "Wie wird es sein als Frau, die WM als Fan im Gastgeberland zu verfolgen? Muss man als nicht heterosexueller Mensch Angst haben, überhaupt einzureisen? Wie wäre es, vor Ort zu arbeiten, wenn man nicht der Kategorie 'normaler Mann' angehört? Wie, vielleicht auch Männern als Frau bei der Arbeit Anweisungen zu geben?", schreibt die 31-Jährige in einer Kolumne für das RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Es sei das erste Turnier, bei dem sie sich solche Fragen stelle. Wobei man eigentlich voller Vorfreude auf so ein Ereignis sein und sich nicht mit großen Bedenken beschäftigen sollte, meinte Schult vor der am 20. November beginnenden Fußball-WM. "Ich bin grundsätzlich Optimist und hoffe, dass alle Befürchtungen sich nicht erfüllen, die WM nachhaltig mehr Vielfalt unter die Kataris bringt und die umstrittene Vergabe rechtfertigt", meinte sie.

Schult, die vom VfL Wolfsburg nach Los Angeles zu Angel City FC gewechselt ist, ist noch "in Gedanken bei der fantastischen Atmosphäre" der Frauen-EM in England. "Der Fußball ist bunt und hat dies in England mal wieder gezeigt." Vielleicht, meinte die Torhüterin, werde bei den Turnieren von Frauen die Vielfalt noch ein wenig stärker gelebt. "Es waren nicht nur viele Familien in den Stadien, sondern es musste sich auch niemand wegen seiner sexuellen Orientierung verstecken. Spielerinnen, die offen mit ihrer Homosexualität umgehen und Fans, die es nach Außen tragen, ohne Sanktionen fürchten zu müssen." (cw/dpa)

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#1 3wt4egsdsAnonym
  • 13.08.2022, 12:44h
  • Wenn man konsequent sein will, dann kann man nicht auf der einen Seite die Menschenrechtsverletzungen als "inakzeptabel" anprangern und auf der anderen Seite doch dort teilnehmen und die Menschenrechtsverletzungen somit zu tolerieren.

    Das passt nicht zusammen.

    Entweder oder.

    Wie Sebastian Vettel schon sagte, es gibt wichtigere Dinge als Sport.

    Das Problem beim Sport, insbesondere Profi-Fußball, ist, dass es da nur noch um Geld geht und der Kapitalismus den Sport total im Griff hat. Genau deswegen wurde ja bei der WM-Vergabe nach Katar nicht auf Menschenrechte, sondern nur auf Geld geachtet.

    Beim Bau der Stadien wurden 15.000 Tode von Gastarbeitern in Kauf genommen, wahrscheinlich sogar mit Wohlwollen aufgenommen, weil man deren Arbeit dann nichtmals bezahlen musste. Man hat diese Menschen brutal ausgenutzt und deren Tod nicht nur willentlich in Kauf genommen, sondern deren Tod aus monetärer Sicht sogar begrüßt.
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#2 OlamarAnonym
#3 Schon
  • 13.08.2022, 17:09hFürth
  • Für mich ist es einfach und klar: ich reise nicht dort hin und ich werde mir auch kein Spiel der WM im Fernsehen oder auf Public-Viewing ansehen. Für mich existiert die WM nicht.
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