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"Das schwule Weggedrehe"
Empörung über homophoben Ausfall von Marius Müller
Der deutsche Fußballprofi Marius Müller sorgt mit einer abschätzigen Äußerung für einen Shitstorm.

Marius Müller zeigt eindrücklich, warum sich so wenige Fußballer als schwul outen (Bild: Thomas Hilmes / https://www.der-betze-brennt.de / wikipedia)
- 15. August 2022, 13:05h 2 Min.
Zu Update springen: Liga eröffnet Disziplinarverfahren
Der 29-jährige Fußballspieler Marius Müller hat nach der Niederlage seines Vereins FC Luzern mit einem homosexuellenfeindlichen Ausfall in einem Interview für Empörung gesorgt. Nach einem 1:4 beim FC St. Gallen in der ersten schweizerischen Liga kritisierte der ehemalige deutsche Jugendnationalspieler sein Team mit den Worten: "Immer das schwule Weggedrehe geht mir tierisch auf den Sack. Dann krieg' ich halt mal einen Ball in die Eier oder in die Fresse", so Müller gegenüber dem Sender Blue Sport.
/ FggH_chNun erwarten wir, dass die @News_SFL und @Schaefer_SFL die entsprechenden Konsequenzen gegen den @FCL_1901 Spieler Marius #Müller zieht und entsprechende Sanktionen verhängt.
Fans gemeinsam gegen Homophobie (@FggH_ch) August 15, 2022
Lasst den Worten Taten folgen! https://t.co/6GW4BxarsJ pic.twitter.com/pS9i96zuK6
In sozialen Medien gab es scharfe Kritik an der Nutzung des Wortes "schwul" als Umschreibung für "schlecht" durch den Torwart. Ein Twitter-Nutzer schrieb etwa: "Dass sich im Jahre 2022 immer noch homosexuelle Menschen beleidigen lassen müssen oder nicht so leben können, wie sie wollen, ist auch so Vollpfosten wie Marius Müller zu verdanken! Widerlich."
Müller und sein Verein entschuldigen sich
Müllers Verein reagierte am Montagmorgen auf Twitter: "Der FC Luzern möchte sich für die beleidigende und homophobe Aussage seines Torhüters Marius Müller nach dem Spiel gegen den FC St. Gallen 1879 entschuldigen", heißt es in einer Stellungnahme. "Diese Aussage entspricht weder den gelebten Werten des Klubs noch seiner Fans. Der FC Luzern bekennt sich ganz klar zu einer offenen und diversen Gesellschaft und wird dies innerhalb der Mannschaft auch nochmals klar thematisieren."
/ FCL_1901Stellungnahme des FC Luzern zur Aussage seines Torhüter Marius Müller nach dem Spiel gegen den FC St.Gallen 1879. pic.twitter.com/fMx1Wdxotu
FC Luzern (@FCL_1901) August 15, 2022
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Auch Müller tut seine Äußerung inzwischen leid: "Ich möchte mich für meine Aussage am Samstag nach dem Spiel entschuldigen. Diese war dumm und komplett deplatziert. Sie spiegelt weder meine Einstellung noch meine Werte, welche ich tagtäglich lebe", schrieb er nach der Stellungnahme seines Vereins in einer Instagram-Story.
In der Vergangenheit hatten Clubs derartige Äußerungen noch verharmlost – wie der 1. FC Kaiserslautern 2013. Damals hatte der Stürmer Mohamadou Idrissou erklärt, er sei nicht schwul sondern männlich (queer.de berichtete). Für seine lasche Reaktion erhielt der deutsche Verein damals die Homo-Gurke von queer.de. (dk)
Update Liga eröffnet Disziplinarverfahren (22.30 Uhr)
Nach der Äußerung des deutschen Torhüters Marius Müller ermittelt nun die Fußballliga Swiss Football League (SFL). "Der Disziplinarrichter im Spielbetriebswesen der Swiss Football League eröffnet aufgrund der Aussagen in einem TV-Interview am letzten Samstag nach Niederlage gegen den FC St. Gallen (4:1) ein Verfahren gegen den Torhüter des FC Luzern, Marius Müller", teilte die Liga am Montag mit. "Bis zur Veröffentlichung eines allfälligen Urteils werden keine weiteren Informationen bekanntgegeben."















Ich geh jetzt nur noch mit Fußball ausm Haus, wenn ich n süßen dude treff provisorisch erstmal den Ball in die Eier pfeffern, dann weißte gleich Bescheid! Nice!