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Unterstützung von Sven Lehmann
Deutscher Queerbeauftragter reist zum Europride Belgrad
Sven Lehmann wird nächsten Monat beim Euro-CSD in der serbischen Hauptstadt dabei sein. Unterdessen beantragt eine rechte Organisation das Verbot der Veranstaltung.

Sven Lehmann greift der serbischen LGBTI-Community unter die Arme (Bild: Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen / flickr)
- 16. August 2022, 07:59h 2 Min.
Der deutsche Queerbeauftragte Sven Lehmann (Grüne) hat am Dienstagmorgen angekündigt, dass er im Namen der Bundesregierung zur Europride-Demonstration am 17. September nach Belgrad reisen werde: "Ich werde für die Bundesregierung im September zur Europride nach Belgrad reisen und dort für das Recht aller Menschen demonstrieren, ein freies und sicheres Leben zu führen – auf dem Balkan und überall!", schrieb der Kölner Bundestagsabgeordnete auf Twitter.
/ svenlehmannIch werde für die Bundesregierung im September zur @EuroPride nach #Belgrad reisen und dort für das Recht aller Menschen demonstrieren, ein freies und sicheres Leben zu führen – auf dem Balkan und überall! https://t.co/OHHZXhFSes
Sven Lehmann (er/he) (@svenlehmann) August 15, 2022
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Am Sonntag waren mehrere tausend Menschen in Belgrad für ein Verbot des Europride auf die Straße gegangen (queer.de berichtete). Widerstand gegen die Demonstration für LGBTI-Rechte kommt insbesondere aus der serbisch-orthodoxen Kirche und von rechten Parteien. Eine weitere Protestaktion ist für den 28. August geplant.
Verbot beantragt
Die LGBTI-feindliche Organisation "Aufrechtes Serbien" hat am Montag bei der Polizei Belgrad das Verbot des europäischen CSDs beantragt. Demnach verstoße die queeere Veranstaltung gegen die "öffentliche Moral" und sei ein Sicherheitsrisiko. "In Serbien basieren die Normen auf der christlichen Zivilisation", teilte "Aufrechtes Serbien" mit. "Eine Parade von zehntausenden Menschen auf den Straßen von Belgrad, die offen ihre homosexuellen Tendenzen zur Schau stellen, verstößt gegen die öffentliche Moral, hat keine Basis in der Kultur und den Traditionen unseres Volkes und kaum Unterstützung von den Bürgern."
Wegen der großen Zahl der CSD-Teilnehmenden "und der womöglich größeren Anzahl derer, die ihre Unzufriedenheit ausdrücken wollen", sei mit "Gewalt, Sachbeschädigungen und anderen Verletzungen des öffentlichen Friedens" zu rechnen. Außerdem wird vor einer "großen Zahl an Teilnehmern aus anderen Ländern" gewarnt, die Hotels in der Stadt belegten und den öffentlichen Personennahverkehr nutzten. Dies führe zu einem "riesigen Sicherheitsrisiko, das unmöglich bewertet und kontrolliert werden kann".
Der konservativ-nationalistische serbische Präsident Aleksandar Vučić hatte letzte Woche in einem TV-Interview zwar das Recht auf Demonstrationsfreiheit verteidigt, aber auch erklärt, dass der Europride "aus Sicherheitsgründen" verboten werden könnte.
Die serbische Öffentlichkeit lehnt LGBTI-Rechte derzeit mehrheitlich ab. Laut einer Umfrage vom letzten Jahr sprechen sich etwa nur 26 Prozent der Bevölkerung des EU-Beitrittskandidaten für die Abschaffung des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben aus. Allerdings befürwortet die Mehrheit die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Mehr als zwei Drittel sprechen sich zudem dafür aus, dass die queere Community in Pride-Paraden öffentlich demonstrieren darf. (dk)















