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Vor Weltmeisterschaft

DFB-Präsident spricht mit queeren Aktivist*­innen über Katar-WM

Der Deutsche Fußballbund wolle sich dafür einsetzen, dass queere Fans bei der Fußball-WM im Verfolgerstaat sicher sind, so der DFB-Chef.


DFB-Chef Bernd Neuendorf (re.) und DFB-Vielfaltsbotschafter Thomas Hitzlsperger (2.v.l.) empfingen Vertreter*­innen queerer Gruppen (Bild: DFB)

  • 17. August 2022, 09:35h 2 2 Min.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat bei einem Treffen mit fünf queeren Organisationen zugesagt, deren Forderung nach Handlungs- und Rechtssicherheit für Reisende zur Weltmeisterschaft in Katar beim Weltverband Fifa vorzubringen. "Uns erwartet nicht unbedingt die beste WM aller Zeiten, aber bestimmt die umstrittenste", sagte Neuendorf bei dem Treffen mir 14 Aktivist*innen am Montag auf dem DFB-Campus in Frankfurt/Main.

Der DFB habe für das Thema sexueller und geschlechtlicher Vielfalt immer wieder Sichtbarkeit geschaffen. "Es ist wichtig, dass wir uns austauschen, heute und auch zukünftig", sagte Neuendorf laut einer DFB-Mitteilung vom Mittwoch. "Eine klare Position des DFB gegen jede Form der Diskriminierung und Ausgrenzung ist in Paragraf 4 der DFB-Satzung als Verbandsziel festgeschrieben."

Auch Thomas Hitzlsperger, der DFB-Botschafter für Vielfalt, nahm an dem Gespräch teil. "Der Austausch war ein weiterer Beleg dafür, dass der DFB die gesellschaftliche Entwicklung mitgestaltet", sagte der frühere Nationalspieler. "Der offene und ehrliche Dialog war für alle Beteiligten gewinnbringend."

"Mein Risiko beginnt schon bei der Einreise am Flughafen"

Die queeren Gruppen legten Probleme mit Katar dar. Teilnehmerin Julia Monro von der Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) sagte etwa: "Als trans* Frau kann ich meine Identität doch gar nicht verbergen. Mein Risiko beginnt also schon bei der Einreise am Flughafen. Abu Dhabi etwa lässt keine trans* Personen einreisen."

Sven Kistner vom Sprecherrat der Queer Football Fanclubs ergänzte: "So ein Slogan 'Everyone's welcome' klingt erst mal gut, aber wenn anschließend gesagt wird, man müsse die Kultur im Land respektieren, ist doch wieder alles infrage gestellt."

Kistner bezieht sich dabei auf Äußerungen von Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani. Er hatte gesagt, dass bei der WM zwar alle Gäste willkommen geheißen werden, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung – sie müssten aber "unsere Kultur respektieren" (queer.de berichtete).

Die Diskriminierung von queeren Menschen in Katar stand in den letzten Monaten – wie auch andere Menschenrechtsverstöße des Emirats – vermehrt in der Kritik. Im Land ist Homosexualität gesetzlich verboten und wird mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft, muslimische Homosexuellen werden sogar mit der Todesstrafe bedroht.

Der DFB bietet während der WM vom 20. November bis 18. Dezember eine Fanbetreuung an. (dpa/dk)

-w-

#1 MagsAnonym
  • 17.08.2022, 11:51h
  • Jo, da wird dann die FIFA sicher sofort reagieren und kurzzeitig einfach die Exekutive in Katar übernehmen. Dann haben die dortigen Sicherheitskräfte Zeit zum Fußball zu gehen, und für ein paar Wochen wird Katar ein Traum in Regenbogenfarben. Und der Emir selbst kommt im bunten Kaftan, trinkt öffentlich einen Tequila Sunrise und liegt sich mit queeren Fans aus der ganzen Welt in den Armen während er Songs von Gloria Gaynor schmettert.

    Tausende Zwangsarbeiter bekommen plötzlich Lohn und Menschenrechte und feiern mit frisch entlassenen (nach der Generalamnestie, die die FIFA sofort nach dem Gespräch mit dem DFB veranlasst hat) vorher noch zum Tode verurteilten Queers ein buntes Fußballfest.

    Man muss einfach mal den DFB ranlassen. Die wissen wie der Hase läuft.
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#2 MarinaAnonym
  • 17.08.2022, 13:03h
  • Was soll dieses Gespräch jetzt noch bringen? Jetzt ist es zu spät und das Kind ist bereits längst in den Brunnen gefallen.

    Das hätte man sich VOR der Vergabe an dieses Land überlegen sollen.

    Jetzt bleibt nur noch der Boykott gegen diese WM und alle dort tätigen Sponsoren/Werbepartner. Denn da es bei der Vergabe offenbar nur um Geld ging statt um sportliche Entscheidungen (denn es geht ja nicht nur um fehlende Menschenrechts-Standards, sondern auch das völlig ungeeignete Klima für so einen Wettstreit), ist die Sprache des Geldes auch die einzige, wie man die erreicht.
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