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"Ein tief berührender, erschütternder Film"
Katholischer Medienpreis geht an Coming-out-Doku
Die katholische Kirche diskriminiert zwar bis heute queere Menschen. Trotzdem geht ein Preis der Deutschen Bischofskonferenz an die ARD-Doku "Wie Gott uns schuf", mit der die Kampagne #OutInChurch ins Leben gerufen wurde.

Die ARD-Dokumentation hat viele Menschen in der Kirche wachgerüttelt (Bild: Screenshot ARD-Mediathek)
- 18. August 2022, 10:03h 3 Min.
Der jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz vergebene Katholische Medienpreis geht dieses Jahr in der Hauptkategorie Fernsehen an die Autor*innen der ARD-Dokumentation "Wie Gott uns schuf – Coming-out in der Katholischen Kirche" (bis Januar 2023 in der ARD-Mediathek streambar). Das gab die Bischofskonferenz am Dienstag bekannt. Die Autor*innen Hajo Seppelt, Katharina Kühn, Marc Rosenthal und Peter Wozny teilen sich den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis.
/ dbk_onlineDen Katholischen Medienpreis 2022 erhalten @hajoseppelt, @KatharinaKuehn, Marc Rosenthal und @petwo04, Britta Rotsch, @toscharn und @KrugAnja. Die Preisverleihung ist am 3.11. in Bonn. Mehr: https://t.co/ZnptTWfOFh 1/3 pic.twitter.com/QwqMnNtk8E
Deutsche Bischofskonferenz – offizieller Account (@dbk_online) August 16, 2022
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Die einstündige Doku war am 24. Januar in der ARD-Primetime ausgestrahlt worden (queer.de berichtete). Darin outeten sich mehr als 120 Mitarbeitende der katholischen Kiche als schwul, lesbisch, bisexuell oder trans. Das Massen-Coming-out bedeutete den Startschuss für die Kampagne #OutInChurch, die hofft, über den Synodalen Weg Diskriminierung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten in der katholischen Kirche abbauen zu können.
"Menschen, die für die Kirche brennen, obwohl sie von ihr zurückgewiesen werden"
In der Jurybegründung heißt es: "Über viele Jahre hat sich das Autorenteam des rbb in Zusammenarbeit mit dem SWR mit einem großen Rechercheaufwand dem Thema genähert: Es hat in ganz Deutschland mit Betroffenen gesprochen, behutsam und mit großem Feingefühl. Die überleitende Moderation erliegt nicht der Versuchung, zu bewerten oder zu verurteilen; die Schicksale der Protagonisten sprechen für sich." Dabei würden gläubige Menschen gezeigt, "die sich ganz bewusst für den kirchlichen Arbeitgeber entschieden haben, ihm die Treue halten, auch wenn sie Einschüchterungen ausgesetzt waren, als sie sich outeten". Zu sehen seien "Menschen, die für die Kirche brennen, obwohl sie von ihr zurückgewiesen werden".
Die Jury, die unter dem Vorsitz von Weihbischof Matthäus Karrer aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart steht, bezeichnete die Doku als "tief berührenden, erschütternden Film, der beschämt und aufrüttelt". Durch den Beitrag sei innerhalb der Kirche viel bislang Undenkbares diskutiert worden. "Für die Jury des Katholischen Medienpreises war es keine Frage, diesem Film den Hauptpreis zu verleihen", so das Fazit.
Die katholische Kirche in Deutschland erlaubt derzeit ausdrücklich Diskriminierung wegen der Geschlechtsidentität oder der sexuellen Orientierung in ihrem Arbeitsrecht. Bislang sind aber keine Konsequenzen nach dem Massen-Coming-out bekannt geworden, vielmehr haben sich mehrere Bischöfe hinter die geouteten Mitarbeitenden gestellt. In einer Reform ihres Arbeitsrechts will die Kirche einige Diskriminierungen abbauen (queer.de berichtete).
Zudem will die deutsche Kirche mit dem Gesprächskreis "Synodaler Weg" weitere kleine Schritte unternehmen – etwa das Segnungsverbot für gleichgeschlechtliche Paare aufheben. Allerdings hält die Kirche an vielen Diskriminierungen – etwa dem Ehe-Verbot für Schwule und Lesben – fest. Trotz der bescheidenen Reichweite der Reformbestrebungen hat der Vatikan bereits signalisiert, sein Veto gegen Beschlüsse einlegen zu wollen (queer.de berichtete).
Der Katholische Medienpreis wird seit 2003 vergeben. Neben Fernseh-Produktionen werden auch besondere Leistungen im Radio und in den Printmedien geehrt. (dk)















So hat der Klerus seine Schäfchen am liebsten: sich demütig abwatschen lassen und trotzdem bleiben.
Bei "für die Kirche brennen" muss ich auch an eine andere schöne kirchliche Tradition denken:
m.youtube.com/watch?v=weh-V20w8U0