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Thüringen
Queerer Verein entschuldigt sich für Verkauf von Lesbenflagge
QueerWeg bot auf dem CSD eine lesbische Fahne zum Verkauf an, die als transfeindlich gilt. Der Thüringer Verein erklärte, der dunkle Hintergrund der Flagge sei nicht bekannt gewesen.

Das Statement des in Jena beheimateten Vereins (Bild: QueerWeg e.V.)
- 19. August 2022, 10:18h 2 Min.
Der Verein QueerWeg bittet für den Verkauf von lesbischen Fahnen Ende Juli beim CSD Jena um Entschuldigung, weil diese "in trans*- und Butch-feindlichen Zusammenhängen aufgefallen" seien. Dabei handelt es sich um eine ältere Version der Flagge, die gerne von sogenannten Terfs verwendet wird – also von Feminist*innen, die trans Menschen die Daseinsberechtigung absprechen.
"Leider haben wir nicht ausreichend recherchiert, sodass uns dieser Hintergrund zur bisherigen Lesben-Flagge nicht bekannt war", erklärte der Verein in einer Reihe von Tweets am Donnerstag. "Mit unserer Aktion wollen wir zur Sichtbarmachung von Vielfalt beitragen (und gleichzeitig dringend benötigte Eigenmittel für die Förderanträge zu unseren verschiedenen Projekten einsammeln)."
Allerdings wolle man auf keinen Fall "trans*- und Butch-feindlichen Botschaften eine Bühne bieten oder Teile unserer Community mit diesen konfrontieren". Die bisherige Flagge werde daher nicht mehr verkauft. "Stattdessen werden wir die vor diesem Hintergrund neu-gestaltete Lesben-Flagge bestellen und ab sofort an unseren Infoständen anbieten." QueerWeg bedankte sich bei "allen, die uns auf diesen Hintergrund hingewiesen haben".
/ QueerWegStatement des @QueerWeg zum Verkauf der Lesben-Fahne
QueerWeg e.V. (@QueerWeg) August 18, 2022
Im Rahmen unseres Infostandes zum CSD Jena Rasenfest am 30.07.2022 konnten sich Besucher_innen verschiedene Pride-Fahnen kaufen. Von mehreren Käufer_innen wurden wir dabei darauf aufmerksam gemacht, dass die angebotene...[1/6] pic.twitter.com/QCcHEL7AaB
Mehrere lesbische Fahnen im Umlauf
Der Streit um lesbische Fahnen schwelt schon seit Jahren: Kritisiert wird dabei eine 2010 vom US-Blog "The Lesbian Way" verbreitete Flagge mit sieben Streifen mit dominanten Pink- und Rottönen sowie einen weißen Streifen, die auf der sogenannten "Lipstick Lesbian Flag" basiert. Diese repräsentiert nur Femme-Lesben und wurde von einer Designerin kreiert, die als trans- und bifeindlich gilt.
Danach gab es andere Designs, die andere Gruppen einschlossen – etwa eines aus dem Jahr 2018, das ebenfalls sieben Streifen enthält. Diese enthält dunkles Orange (für geschlechtliche Nichtkonformität), Orange (für Unabhängigkeit), ein helleres Orange (für Community), Weiß (für "einzigartige Beziehungen der Weiblichkeit"), Pink (für Gelassenheit und Frieden), Altrosa (für Liebe und Sex) und dunkles Rosa (für Weiblichkeit). Danach entstand eine Fahne mit ähnlichen Farben, allerdings nur mit fünf Streifen, die zuletzt populärer wurde und auf Twitter zur offiziellen Lesbenfahne gewählt wurde. Es gibt aber auch mehrere andere Entwürfe.
/ SelkzerPLEASE READ MY UPDATE POST! It is 100% accurate while the other was faulty. I appreciate everyones patience! I hope this clears things up! #lesbianflag #lesbianissues pic.twitter.com/Ry3FSBVe9N
Insta: Selkzer (@Selkzer) May 5, 2019
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Zuletzt hat auch die Frauenunion die praktisch gleichen Farben der fünfstreifigen offiziellen Lesbenfahne adoptiert, was angesichts des teils schwierigen Verhältnisses zu LGBTI-Rechten in CDU/CSU zu einiger Verwunderung führte. (dk)
/ AWidenmannWarum sieht das farblich aus wie eine #lesbianflag? Will die Frauenunion uns was sagen? pic.twitter.com/rVAGL2TUWk
Anja Widenmann (@AWidenmann) June 13, 2022
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Die Regenbogenflagge steht doch bereits für uns alle. Sie steht für Vielfalt und Akzeptanz aller Geschlechtsidentitäten und aller sexuellen Orientierungen und Präferenzen.
Wenn man da immer mehr Flaggen hinzufügt, von denen außer ein paar Eingeweihten niemand mehr weiß, welche Flagge wofür steht (das ist ja schon fast eine Wissenschaft für sich), verwirrt das eher. Das ist ein Ausdruck einer Aufsplitterung und Aufspaltung der LGBTI-Bewegung, wo jede einzelne Gruppe für sich kämpft (und teilweise sogar andere bekämpft, siehe manche Lesben). Aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir viel mehr erreichen und viel schneller vorwärts kommen, wenn wir alle GEMEINSAM an einem Strang ziehen.
Und da sollten wir dann auch ein GEMEINSAMES Symbol wie die klassische Regenbogenflagge nutzen. Es hat Jahrzehnte gedauert, das als weltweit bekanntes Symbol für LGBTI und LGBTI-Rechte zu etablieren. Das wäre schon rein strategisch dumm, auf diese Symbolkraft zu verzichten und jetzt zig Nebenflaggen einzuführen, die kaum jemand kennt und zuordnen kann und die letztendlich die "Markenstrategie" kaputt machen und uns um Jahre oder gar Jahrzehnte zurückwerfen.