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Thüringen

Queerer Verein entschuldigt sich für Verkauf von Lesbenflagge

QueerWeg bot auf dem CSD eine lesbische Fahne zum Verkauf an, die als transfeindlich gilt. Der Thüringer Verein erklärte, der dunkle Hintergrund der Flagge sei nicht bekannt gewesen.


Das Statement des in Jena beheimateten Vereins (Bild: QueerWeg e.V.)

Der Verein QueerWeg bittet für den Verkauf von lesbischen Fahnen Ende Juli beim CSD Jena um Entschuldigung, weil diese "in trans*- und Butch-feindlichen Zusammenhängen aufgefallen" seien. Dabei handelt es sich um eine ältere Version der Flagge, die gerne von sogenannten Terfs verwendet wird – also von Feminist*­innen, die trans Menschen die Daseinsberechtigung absprechen.

"Leider haben wir nicht ausreichend recherchiert, sodass uns dieser Hintergrund zur bisherigen Lesben-Flagge nicht bekannt war", erklärte der Verein in einer Reihe von Tweets am Donnerstag. "Mit unserer Aktion wollen wir zur Sichtbarmachung von Vielfalt beitragen (und gleichzeitig dringend benötigte Eigenmittel für die Förderanträge zu unseren verschiedenen Projekten einsammeln)."

Allerdings wolle man auf keinen Fall "trans*- und Butch-feindlichen Botschaften eine Bühne bieten oder Teile unserer Community mit diesen konfrontieren". Die bisherige Flagge werde daher nicht mehr verkauft. "Stattdessen werden wir die vor diesem Hintergrund neu-gestaltete Lesben-Flagge bestellen und ab sofort an unseren Infoständen anbieten." QueerWeg bedankte sich bei "allen, die uns auf diesen Hintergrund hingewiesen haben".

/ QueerWeg

Mehrere lesbische Fahnen im Umlauf

Der Streit um lesbische Fahnen schwelt schon seit Jahren: Kritisiert wird dabei eine 2010 vom US-Blog "The Lesbian Way" verbreitete Flagge mit sieben Streifen mit dominanten Pink- und Rottönen sowie einen weißen Streifen, die auf der sogenannten "Lipstick Lesbian Flag" basiert. Diese repräsentiert nur Femme-Lesben und wurde von einer Designerin kreiert, die als trans- und bifeindlich gilt.

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Danach gab es andere Designs, die andere Gruppen einschlossen – etwa eines aus dem Jahr 2018, das ebenfalls sieben Streifen enthält. Diese enthält dunkles Orange (für geschlechtliche Nichtkonformität), Orange (für Unabhängigkeit), ein helleres Orange (für Community), Weiß (für "einzigartige Beziehungen der Weiblichkeit"), Pink (für Gelassenheit und Frieden), Altrosa (für Liebe und Sex) und dunkles Rosa (für Weiblichkeit). Danach entstand eine Fahne mit ähnlichen Farben, allerdings nur mit fünf Streifen, die zuletzt populärer wurde und auf Twitter zur offiziellen Lesbenfahne gewählt wurde. Es gibt aber auch mehrere andere Entwürfe.

/ Selkzer
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Zuletzt hat auch die Frauenunion die praktisch gleichen Farben der fünfstreifigen offiziellen Lesbenfahne adoptiert, was angesichts des teils schwierigen Verhältnisses zu LGBTI-Rechten in CDU/CSU zu einiger Verwunderung führte. (dk)

/ AWidenmann
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#1 FinnAnonym
  • 19.08.2022, 12:55h
  • Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wieso man überhaupt zig verschiedene Flaggen braucht.

    Die Regenbogenflagge steht doch bereits für uns alle. Sie steht für Vielfalt und Akzeptanz aller Geschlechtsidentitäten und aller sexuellen Orientierungen und Präferenzen.

    Wenn man da immer mehr Flaggen hinzufügt, von denen außer ein paar Eingeweihten niemand mehr weiß, welche Flagge wofür steht (das ist ja schon fast eine Wissenschaft für sich), verwirrt das eher. Das ist ein Ausdruck einer Aufsplitterung und Aufspaltung der LGBTI-Bewegung, wo jede einzelne Gruppe für sich kämpft (und teilweise sogar andere bekämpft, siehe manche Lesben). Aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir viel mehr erreichen und viel schneller vorwärts kommen, wenn wir alle GEMEINSAM an einem Strang ziehen.

    Und da sollten wir dann auch ein GEMEINSAMES Symbol wie die klassische Regenbogenflagge nutzen. Es hat Jahrzehnte gedauert, das als weltweit bekanntes Symbol für LGBTI und LGBTI-Rechte zu etablieren. Das wäre schon rein strategisch dumm, auf diese Symbolkraft zu verzichten und jetzt zig Nebenflaggen einzuführen, die kaum jemand kennt und zuordnen kann und die letztendlich die "Markenstrategie" kaputt machen und uns um Jahre oder gar Jahrzehnte zurückwerfen.
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#2 canSarahAnonym
  • 19.08.2022, 13:21h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Hat es jemals Interesse gegeben, die Situation für alle Menschen in der l G b t (intension!) zu verbessern? Die Regenbogenfahne assoziieren die meisten mit Gay people. Sie blenden aus, dass es nicht nur Leute gibt, die schwul sondern auch lesbisch oder trans sind. Sie machen ihre Logos in diesen Farben, aber behandeln trans Leute schlechter als Homosexuelle (siehe Paypal). Auf der anderen Seite claimen genug trans-feindliche LGBs diese Fahne und niemand sagt was dagegen. Das ist auch ein Problem. Deshalb brauchen die Subgruppen auch Visibilität.
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#3 SickoboAnonym
  • 19.08.2022, 15:03h
  • Antwort auf #2 von canSarah
  • "deshalb brauchen die Sub Gruppen auch visibilität"
    Die "eigenen" Fahnen finde ich auch absolut super, wobei ich auch nicht immer weiß, welche was genau meint. Zum Glück gibt's mobil Telefone
    Schlecht finde ich hingegen die "progressive Rainbow Flag".
    Absurd wird es dann sogar, wenn Menschen asiatischer Herkunft sagen, dass sie sich durch die bipoc Streifen nicht vertreten fühlen und dann von z.B. schwarzen queers entgegengehalten bekommen, sie würden aber durch diese Streifen repräsentiert, während die schwarzen sich selbst durch den Regenbogen nicht repräsentiert fühlen und gegenüber "weissen" genauso argumentierten wie die asiatisch stämmigen bipocs gegenüber.
    (S. Twitter bei Planetromeo)
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