https://queer.de/?42995
Norwegen
Weitere vier Wochen U-Haft für mutmaßlichen Oslo-Angreifer
Der 43-Jährige soll vor knapp zwei Monaten möglicherweise aus Homophobie um sich geschossen und zwei Menschen getötet haben.

Nach dem Anschlag war die Trauer in Norwegen groß (Bild: IMAGO / NTB)
- 22. August 2022, 13:12h - 2 Min.
Nach den tödlichen Schüssen nahe einer queeren Bar in der norwegischen Hauptstadt Oslo bleibt der unter Terrorverdacht stehende mutmaßliche Täter für vier weitere Wochen in Untersuchungshaft. Der 43-Jährige darf in dieser Zeit keine Briefe erhalten oder Besuch empfangen. Die kommenden zwei Wochen verbringe er außerdem in Isolation und habe Medienverbot, teilte das zuständige Gericht in Oslo am Montag mit.
In der Nacht zum 25. Juni hatte der mutmaßliche Angreifer vor einer großen CSD-Demonstration in Oslo nahe des beliebten Clubs "London Pub" Schüsse abgefeuert. Zwei Männer im Alter 54 und 60 Jahren starben, 21 wurden verletzt (queer.de berichtete). Der norwegische Geheimdienst PST stuft die Attacke als islamistischen Terroranschlag ein. Der Mann – ein Norweger mit iranischen Wurzeln – wurde wenige Minuten nach den ersten Schüssen festgenommen. Die Polizei geht unter anderem der Theorie nach, dass sich die Tat ausdrücklich gegen Homosexuelle gerichtet haben könnte.
Der Terroranschlag hatte weltweit Bestürzung ausgelöst. So schrieb Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wenige Stunden nach der Tat auf Twitter, er sei tief bestürzt über die Attacke. Seine Gedanken seien bei den Angehörigen; den Verletzten wünsche er eine rasche Genesung. "Das norwegische Volk kann sich unserer Anteilnahme gewiss sein. Der Kampf gegen den Terror eint uns", so der deutsche Regierungschef. Auch auf vielen CSDs und beispielsweise im Hessischen Landtag wurde an die Tat erinnert. (dpa/cw)














