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Marius Müller
Nach homophobem Ausbruch: 2.000 Euro Strafe für deutschen Torwart in Luzern
Die schweizerische Fußballliga verhängt nach einer homophoben Äußerung eine moderate Geldstrafe gegen den Torwart des FC Luzern.

Marius Müller spielt seit 2019 für den FC Luzern (Bild: Thomas Hilmes / https://www.der-betze-brennt.de / wikipedia)
- 23. August 2022, 13:25h 2 Min.
Der deutsche Torwart des FC Luzern, Marius Müller, muss wegen einer homophoben Äußerung eine Strafe zahlen. Sie beläuft sich auf 2.000 Franken (gut 2.000 Euro), wie die Schweizer Fußballliga Swiss Football League (SFL) am Dienstag mitteilte. Zusätzlich bekam Müller einen Tadel, in der Schweiz "Verweis" genannt. Das hat keine unmittelbaren Konsequenzen. Im Reglement heißt es lediglich, dass so ein Verweis aktenkundig bleibt und im Falle einer weiteren Verfehlung straferhöhend berücksichtigt werden könnte.
/ News_SFLVerweis und Busse gegen Marius Müller
Swiss Football League (@News_SFL) August 23, 2022
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Un blâme et une amende pour Marius Müller
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Müller hat ein geschätztes Gehalt von 1,1 Millionen Euro. Die Strafe läge demnach niedriger als ein Tagessatz.
"Schwules Weggedrehe"
Der 29 Jahre alte Müller hatte sich am 13. August über die Niederlage seines Vereins gegen den FC St. Gallen in der höchsten Spielklasse der Schweiz geärgert und in einem Fernsehinterview abfällig über die Verteidiger seiner Mannschaft geäußert. Sie hätten sich weggedreht statt in den Ball zu gehen, sagte Müller, und benutzte dabei das Wort "schwul" abfällig (queer.de berichtete). Der Verein und Müller selbst entschuldigten sich anschließend.
Müller habe die Aussage unbedacht und "ohne konkrete, subjektive Schmähungsabsicht homosexuellen Menschen gegenüber gemacht", hielt der Disziplinarrichter im Spielbetriebswesen fest. Seine Aussage habe sich nicht gegen einen Schiedsrichter oder einen konkreten Spieler oder Zuschauer*innen gerichtet. "Positiv berücksichtigt wird weiter der Umstand, dass sich Marius Müller nach dem Vorfall öffentlich entschuldigt hat und sein Fehlverhalten einsieht", so der Richter weiter.
Außerdem kündigte der FC Luzern bereits vor wenigen Tagen eine Geldstrafe gegen seinen Spieler an, nannte aber nicht die Höhe (queer.de berichtete). Vereinspräsident Stefan Wolf verteidigte seinen Spieler aber auch mit den Worten: "Marius ist nicht nur ein offener und ehrlicher Zeitgenosse, er hat auch persönlich enge Kontakte zu homosexuellen Menschen." (dpa/dk)














