Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?43004

"Schamgrenzen überschritten"

AfD empört über schwules Motiv in BZgA-Präventionskampagne

Mit einjähriger Verspätung macht die AfD Stimmung gegen eine Kampagne zum Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.


"Eines der Plakate bildet zwei fast nackte Männer ab" (Bild: BzgA)

  • 23. August 2022, 14:01h 18 2 Min.

In einer Pressemitteilung kritisierte die baden-württembergische AfD-Fraktion eine Safer-Sex-Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Vizefraktionschefin Carola Wolle warf der Bundesbehörde deshalb die Verbreitung von Obszönitäten vor: "Die Plakate sind unübersehbar, besser gesagt aufdringlich und sollen vor Geschlechtskrankheiten warnen", so die 59-jährige Heilbronnerin. "Eines der Plakate bildet zwei fast nackte Männer ab, die sich gerade sexuell stimulieren. Der Schriftzug 'Neues Match' soll vermutlich besagen, dass es um einen spontanen Tinder-Sexkontakt geht."

Dabei handelt es sich offensichtlich um ein Plakat, das bereits vor mehr als einem Jahr im Rahmen der "Hautnah"-Kampagne enthüllt worden war (queer.de berichtete). In der Kampagne werden auch heterosexuelle Paare gezeigt, über die sich Wolle aber nicht gesondert empörte.

Wolle: Es wird "für sexuelle Beliebigkeit geworben"

Weiter schrieb die Landtagsabgeordnete: "Hier werden unter dem Deckmantel gesundheitlicher Aufklärung in aller Öffentlichkeit Schamgrenzen überschritten und auf nahezu pornografische Weise für sexuelle Beliebigkeit geworben. Die Sprüche auf den Plakaten sollen wohl witzig sein, tatsächlich sind sie nur niveaulos und vulgär."


Carola Wolle ist seit 2016 Mitglied des Stuttgarter Landtages

Wolle brachte die Kampagne in Zusammenhang mit einem Sexismusstreit um das Cannstatter Frühlingsfest vom Mai – damals übermalte eine Schaustellerin ein als sexistisch kritisiertes Motiv, das allerdings nicht im Rahmen einer Gesundheitskampagne gezeigt wurde (siehe SWR-Bericht). "Warum werden solche Plakate aufgehängt, wenn zeitgleich auf dem Cannstatter Volksfest harmlose Bilder übermalt werden?", fragte Wolle. Was die Bundezentrale "neben ihren Plakaten auf ihren Webseiten anbietet, ist einfach abstoßend", so die AfD-Politikerin weiter.

Aus der AfD gab es bereits mehrfach Kritik gegen Safer-Sex-Kampagnen der BZgA. 2016 erstattete die AfD-Jugendorganisation etwa wegen anderer Plakate Anzeige gegen die Behörde (queer.de berichtete).

Carola Wolle hatte sich bereits mehrfach queerfeindlich geäußert. 2017 lehnte sie etwa die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht mit den Worten ab: "Halten dann Kinderehen, Polygamie oder Geschwisterehen Einzug?" (queer.de berichtete). 2019 rief sie Schwule und Lesben auf, sich vom CSD zu distanzieren, weil dort Obszönität verbreitet werde (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 Felix-BaerlinAnonym
  • 23.08.2022, 16:35h
  • Man sollte meinen, nach Rita Süssmuth sei unmöglich in die dunkle Vorzeit des Paragrafen 175, Gauweiler und die Sittenpolizei zurückzukehren.
    Wo hat die AfD-Tante in den letzten 40 Jahren bei den sieben Zwergen hinter den Beegen?

    Man möge ihr die Ausreise in Putins Reich erlauben.
  • Direktlink »
#2 HmmmAnonym
  • 23.08.2022, 16:46h
  • Mal ohne Flaks, die Kampagne hängt hier in Stuttgart echt überall, gerade dieses Motiv hier hängt ua prominent am Charlottenplatz ( eine der wichtigsten Haltestellen hier )... die kommen wohl echt nicht oft aus ihren Ecken !

    Ohne scheiß, wenige Kampagnen wurden so exzessiv und breitflächig durchgeführt wie diese hier, man hat die Plakate schon gar nicht mehr wahr genommen weil sie echt überall sind.

    1 Jahr... lol.
  • Direktlink »
#3 ReiseberatungAnonym
  • 23.08.2022, 16:53h
  • Antwort auf #1 von Felix-Baerlin
  • Diese Ausreise muss ihr niemand erlauben. Sie lebt in einem Land, dessen Freiheit sie hasst, die sie aber doch für sich und Ihresgleichen in Anspruch nimmt. Dass sie nicht nach dorthin ausreist, wo Menschenhass und Krieg wachsen, kann man wohl nur feige nennen.
  • Direktlink »