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Russland

Daria Dugina: Gut Freund mit Rechtsradikalen in Westeuropa

Die bei einem Anschlag in der Nähe von Moskau ermordete Daria Dugina propagierte wie ihr Vater ultranationalistische Ideen – und verbreitete auch Hass auf sexuelle Minderheiten.


Daria Dugina machte aus ihrer Abneigung gegenüber queeren Menschen nie ein Geheimnis (Bild: Alexeyporubai39 / wikipedia)

Wenige Stunden vor ihrem gewaltsamen Tod machte die 29-jährige Daria Dugina ihre politischen Positionen in einem Interview noch einmal klar: Das militärische Vorgehen gegen die Ukraine sei gerechtfertigt, weil dies dem "westlichen Totalitarismus" ein Ende setze, Homosexualität sei verwerflich und Menschenrechte seien rassistisch. Kurz darauf explodierte am Samstagabend eine Bombe unter ihrem Auto.

Dugina zählte zu den bekanntesten Ultranationalist*innen Russlands – genauso wie ihr Vater Alexander Dugin, dem der Anschlag eigentlich gegolten haben soll. Dugin machte sich in den chaotischen Neunzigerjahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion einen Namen. Er war Mitbegründer der oppositionellen Nationalbolschewistischen Partei, verließ diese jedoch, um die Eurasische Partei zu gründen, die ein großrussisches Imperium von Europa bis Asien propagiert.


Der Anschlag soll Alexander Dugin gegolten haben (Bild: Mahdieh Gaforian / wikipedia)

Der 60-Jährige mit dem grauen Zottelbart ist regelmäßiger Gast im russischen Fernsehen und rühmt sich, Präsident Wladimir Putin ideologisch beeinflusst zu haben. Tatsächlich wuchs die Feindseligkeit des Staatschefs gegenüber dem Westen im Lauf der Jahre. Beobachter zweifeln jedoch an Dugins Verbindungen in den Kreml. Putin zeigte sich nie öffentlich mit ihm und kritisierte den Ultranationalismus immer wieder scharf als Gefahr für das multiethnische Russland.

Unabhängig davon, wie groß Dugins Einfluss tatsächlich ist, kommt Putins Politik den Vorstellungen des Rechtsintellektuellen vom Streben nach einem russischen Großreich ziemlich nahe. Dugin unterstützte die Annexion der ukrainischen Krim 2014 und landete deshalb auf den Sanktionslisten von EU und USA. Auch das militärische Vorgehen gegen die Ukraine entspricht seiner Ideologie.

Die 1992 geborene Daria Dugina trat in die Fußstapfen ihres Vaters. Unter dem Pseudonym Daria Platonowa arbeitete sie für kremlnahe Fernsehsender wie "Russia Today" und "Tsargrad" und berichtete aus den prorussischen Separatistengebieten in der Ostukraine.

Washington verhängte Sanktionen gegen Dugina

Und wie den Vater belegte Washington auch die Tochter im März mit Sanktionen. Gemeinsam waren den beiden ebenfalls die Verbindungen zu bekannten Rechtsradikalen in Westeuropa. Dugina studierte im französischen Bordeaux und knüpfte Kontakte zum Umfeld der Rechtsextremistin Marine Le Pen, die ebenfalls mit queerfeindlichen Äußerungen Stimmung macht. Auch hat mit der AfD hatte Dugina Kontakte.

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Vater und Tochter waren am Samstagabend gemeinsam, aber in verschiedenen Autos auf dem Rückweg von einem konservativen Kulturfestival nahe Moskau, als die Autobombe explodierte. Ein "schändliches, grausames Verbrechen" habe dem Leben einer "brillanten und talentierten Person mit einem wahrhaft russischen Herzen" vorzeitig ein Ende gesetzt, schrieb Putin in einer Beileidsbekundung an die Familie. Der Drahtzieher des Anschlags steht für den russischen Geheimdienst fest: die Ukraine.

Auf Duginas Beerdigung war unter anderem der Oligarch Konstantin Malofejew anwesend, der als großer Antreiber und Finanzierer anti-queerer Organisationen in ganz Europa gilt (queer.de berichtete). (AFP/cw)

-w-

#1 SeraphinaAnonym
  • 24.08.2022, 11:15h
  • Mein Beileid für den Tod dieser rechtsradikalen Hetzerin liegt unter dem Gefrierpunkt, genauso frage ich mich aber auch was der*die Drahtzieher*innen des Anschlags sich davon erhofft haben? Für mich wirkt es so als würde dieser Anschlag ein Bumerang sein und zu noch schlimmeren Repressalien gegen bestimmte marginalisierte Gruppen wie Queers führen.
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#2 la_passanteAnonym
#3 SchockstarreAnonym
  • 24.08.2022, 13:43h
  • Antwort auf #1 von Seraphina
  • Unter diesen Bedingungen ist keinerlei militanter Antifaschismus möglich, insbesondere dann nicht, wenn Faschist*innen bereits in solchen Positionen sind härter zurückzuschlagen. Tatsächlich wäre es so dass, desto mehr Möglichkeiten Faschist*innen haben zurückzuschlagen, desto weniger Gebot wäre, gegen sie entsprechend vorzugehen. Die Frage ist halt trotzdem, wann Wahlen und Diskurs allein eine autoritäre, ultranationalistische Gewaltherrschaft nicht mehr verhindern oder bekämpfen. Ich denke, es gibt Grund zu der Annahme, dass der Punkt in Russland bereits überschritten ist.
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