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Zwei neue Projekte

Auswärtiges Amt unterstützt zwei neue Quarteera-Projekte

Zwei neue Projekte sollen queere Menschen, die aus postsowjetischen Staaten stammen, unterstützen. Dabei geht es um Partnerschaftsgewalt sowie um die Verbesserung des Verhältnisses von queeren Personen und ihren Eltern.


Quarteera-Aktivist*­innen beim CSD Berlin (Bild: User andreas_tw on Flickr / wikipedia)

  • 25. August 2022, 09:43h 1 3 Min.

Der Berliner Verein Quarteera erhält Mittel vom Auswärtigen Amt, um die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland auszubauen. Das teilte die Organisation, die sich für russischsprachige LGBTI-Personen engagiert, diese Woche mit. Die vom Bund neu geförderten Projekte beschäftigen sich mit den Themen Partnerschaftsgewalt in queeren Beziehungen und mit Eltern von queeren Personen. Die Länder der Östlichen Partnerschaft schließen Armenien, Belarus, Moldawien und die Ukraine ein.

"Die Gründung unseres Vereins hatte maßgeblich zum Ziel, Menschen aus der LGBTIQ*-Community zu unterstützen und die deutsche Öffentlichkeit über die Situation von queeren Personen in unseren Herkunftsländern zu informieren", erklärte Quarteera-Pressesprecherin Svetlana Shaytanova. "Aus diesen Gründen arbeiten wir mit zahlreichen Strukturen zusammen, darunter auch mit dem Auswärtigen Amt, mit dessen Unterstützung wir bereits fünf Projekte zu unterschiedlichen Themen verwirklichen konnten. Jetzt, im Kontext des Angriffskriegs auf die Ukraine, ist es so wichtig wie nie zuvor, die Unterstützung von LGBTIQ*-Personen in den postsowjetischen Ländern aufrechtzuerhalten." Denn bedrohte Minderheiten würden in einem repressiven staatlichen Umfeld noch zunehmend unterdrückt.

Gewalt in queeren Beziehungen oft kein Thema

In der öffentlichen Debatte drehe sich das Thema häusliche Gewalt üblicherweise um Gewalt gegenüber Frauen und Kindern innerhalb heterosexueller Beziehungsformen, so Quarteera. Die Erfahrungen von LGBTI blieben hierbei häufig unsichtbar. Dabei sei Beziehungsgewalt in queeren Partnerschaften zum Teil genauso verbreitet wie in heterosexuellen Beziehungen.

Hinzu komme, dass in vielen Staaten im Osten Europas queere Beziehungsformen juristisch nicht als Partnerschaften anerkannt werden. Dadurch fehlten häufig sowohl rechtliche Hilfsmittel als auch Beratungsangebote für queere Betroffene von häuslicher Gewalt. "Staatliche Unterdrückung und gesellschaftliche Stigmatisierung von LGBTIQ*-Personen tragen zusätzlich dazu bei, eine öffentliche Diskussion dieses Problemfelds zu verhindern", so Quarteera. Zudem würde Partnerschaftsgewalt als Thema auch in den queeren Communitys häufig ignoriert, wodurch wichtige Informationen und Hilfsmöglichkeiten vielen Betroffenen nicht bekannt seien. Die Hauptziele des Projekts seien deshalb, die Informationslage und die Sensibilität der Communitys und der Öffentlichkeit zu steigern sowie ein internationales Netzwerk für einen Expert*innen-Austausch und Hilfsangebote zu schaffen.

Mehrtägiges Treffen mit russischsprachigen Eltern geplant

Das zweite Projekt widmet sich der gegenseitigen Unterstützung zwischen Eltern von LGBTIQ*-Personen. Die Lage von queeren Personen und ihrer Eltern seien in vielen Staaten der östlichen Partnerschaft und in der Russischen Föderation weiterhin angespannt, erläuterte Quarteera. "Zahlreiche Untersuchungen aus verschiedenen Ländern zeigen, dass u.a. viele junge Lesben, Schwule und Trans*-Personen nach wie vor mit Ablehnung vonseiten ihrer Eltern und ihres Umfelds konfrontiert sind." Den Höhepunkt dieses Projekts bildet ein mehrtägiges Treffen zwischen russischsprachigen Eltern queerer Personen sowie Mitgliedern von Eltern-Netzwerken aus den im Projekt beteiligten Ländern. Dieses Treffen soll im Herbst in Berlin stattfinden. Das Hauptziel sei, die Zusammenarbeit der bestehenden Strukturen zu fördern und die Handlungsmöglichkeiten von unterstützenden Eltern-Vereinigungen zu verbessern.

"Die meisten Eltern haben keinen Zugang zu Unterstützungsangeboten, auf die sie nach dem Coming-out ihrer Kinder zugreifen können", so Shaytanova. "Viele LGBTIQ*-Personen sehen sich gezwungen, mit ihren Familien zu brechen, wenn sie zu viel Unangenehmes erlebt haben. Gleichzeitig kann gerade in Krisenzeiten die Familie eine wichtige Stütze sein." (dk)

-w-

#1 PetterAnonym
  • 25.08.2022, 12:30h
  • Solange weiterhin LGBTI in Verfolgerstaaten abgeschoben werden, wo ihnen Inhaftierung, Folter und der Tod drohen, sind das nur Feigenblätter um die dreckige Wahrheit zu vertuschen.
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