Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?43049

Serbien

Belgrad: Tausende orthodoxe Christ*­innen demonstrieren gegen Europride

Bischof Nikanor lobte die Entscheidung der serbischen Regierung, mit der Absage des Europa-CSDs "die Schändung unseres Landes, unserer Kirche und unserer Familie" zu beenden.


Teilnehmer*­innen der Demo am Sonntagabend in der serbischen Hauptstadt Belgrad (Bild: DW)

  • 29. August 2022, 06:34h 14 2 Min.

Tausende orthodoxe Christ*­innen sind am Sonntagabend in der serbischen Hauptstadt Belgrad auf die Straße gegangen, um die Absage des Europride durch die Regierung zu unterstützen. Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, trugen die Demonstrant*­innen Heiligenikonen, Kreuze und religiöse Fahnen durch das Stadtzentrum und sangen und beteten.

Zum Abschluss versammelten sie sich vor dem Dom des Heiligen Sava. Bischof Nikanor lobte die Entscheidung der Regierung, "die Schändung unseres Landes, unserer Kirche und unserer Familie" zu beenden. Die Gläubigen seien bereit, erneut auf die Straße zu gehen, "um sich denen entgegenzustellen, die Serbiens Werte zerstören wollen".

/ nexta_tv
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Wie auf von der Nachrichten-Website "Glas Jawnosti" veröffentlichten Videoaufnahmen zu sehen war, nannte der Bischof nicht heterosexuelle Lebensformen eine "Abnormität", mit der verfahren werden müsse wie im Russland von Kreml-Chef Wladimir Putin. Diesen bezeichnete der Bischof wiederum als "Zar des Planeten". Bereits vor zwei Wochen hatten Tausende gegen den CSD demonstriert (queer.de berichtete).

Regierung will Europride verhindern

Der serbische Staatschef Aleksandar Vučić hatte am Samstag verkündet, dass der für Mitte September in Belgrad geplante Europride ausfalle. "Die Pride-Parade, oder wie auch immer man sie nennen mag, wird verschoben oder abgesagt", sagte er. Zur Begründung verwies er auf "alle möglichen Probleme" seines Landes, darunter Engpässe bei der Energie- und Lebensmittelversorgung. Die Organisator*innen wollen aber an dem Termin festhalten (queer.de berichtete).

Am Sonntag begründete die lesbische Ministerpräsidentin Ana Brnabić das Verbot mit drohenden Spannungen mit dem Nachbarland Kosovo, obwohl beide Staaten am Vorabend ihren Streit um die gegenseitige Anerkennung von Personaldokumenten beigelegt hatten. Es gehe darum, alle Kapazitäten der Sicherheitskräfte bereitzuhalten, "um jegliche Gewalt im Kosovo zu verhindern". Für die Sicherung des Europride blieben nicht genügend Polizeikräfte übrig, sagte Brnabić weiter.

Der Europride ist eine paneuropäische Großveranstaltung der LGTBI-Bewegung, die seit 1992 jeden Sommer in einem anderen europäischen Land organisiert wird. In diesem Jahr sollte der Europride vom 12. bis zum 18. September in der serbischen Hauptstadt stattfinden; für den vorletzten Tag war der Pride March vorgesehen.

Die serbisch-orthodoxe Kirche spielte in der Vergangenheit eine wichtige Rolle bei der Beeinflussung der öffentlichen Meinung über queere Menschen. So brandmarkte sie die Pride-Paraden in Belgrad als "Schande". Die ersten Pride-Demonstrationen in Belgrad in den Jahren 2001 und 2010 waren von Gewalt überschattet. Seit 2014 findet die Kundgebung regelmäßig statt, begleitet von einem großen Sicherheitsaufgebot. (cw/AFP)

-w-

#1 tchantches
  • 29.08.2022, 09:58hSonstwo
  • Hoffentlich dürfen sie sich für ihren EU-Beitritt jetzt wieder ganz hinten anstellen.
  • Direktlink »
#2 lucdf
  • 29.08.2022, 10:15hköln
  • Religion und ihre Abgründe!
  • Direktlink »
#3 LothiAnonym
  • 29.08.2022, 10:24h
  • Serbien ein Land welches mich noch nie wirklich interessiert hat. Und wenn dann war es zumeist nur durch negative Schlagzeilen.
    Über diesen Religionswahn bin ich nicht weiter überrascht. Passt doch wie die Faust aufs Auge.
  • Direktlink »