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Zeug*innen gesucht

Polizei Münster: "Couragierter" trans Mann verteidigte CSD-Besucherinnen

Ein Unbekannter pöbelte beim CSD Frauen lesbenfeindlich an. Als Malte C. einschritt, schlug der junge Tatverdächtige sein Opfer brutal zusammen. Die Polizei gab nun eine Täterbeschreibung heraus.


Ein brutaler Übergriff überschattet den CSD Münster (Bild: Twitter / She's Dreaming)

  • 29. August 2022, 11:48h 21 4 Min.

Zu Update springen: Kundgebung gegen Gewalt am Freitag (19:35h)

"Ein 25-jähriger couragierter Mann wurde am Samstagabend (27.8., 20:10 Uhr) am Rande der Christopher-Street-Day-Versammlung am Albersloher Weg bei einem brutalen Angriff schwer verletzt." Das teilte die Münsteraner Polizei am Montagnachmittag mit. Bei dem Opfer handelt es sich um den trans Mann Malte C., der zunächst lebensgefährlich verletzt worden sein soll (queer.de berichtete). Inzwischen sei er aber laut Polizei außer Lebensgefahr (queer.de berichtete).

Der Tatverdächte soll nach Aussagen von Zeug*­innen mehrere CSD-Besucherinnen verbal attackiert haben – dabei habe er Worte wie "Lesbische Hure" und "Verpisst euch" verwendet und sei "in drohender Weise" auf sie zugegangen. Malte C. sei dann auf den Unbekannten zugegangen und habe ihn gebeten, diese Beleidigungen zu unterlassen.

Daraufhin habe ihm der Täter unvermittelt ins Gesicht geschlagen. Durch den Schlag habe er das Gleichgewicht verloren. Der Beschuldigte habe wiederholt zum Schlag ausgeholt und das taumelnde Opfer einen erneuten gezielten Faustschlag ins Gesicht versetzt, sodass der 25-Jährige das Bewusstsein verloren habe und zu Boden gefallen sei. Der Geschädigte sei mit dem Hinterkopf auf den Asphalt aufgeschlagen. Danach sei er nicht mehr ansprechbar gewesen.

Tatverdächtiger ist 18 bis 20 Jahre alt

Zeug*innen beschreiben den Tatverdächtigen als 1,70 bis 1,80 Meter großen 18 bis 20 Jahre alten Heranwachsenden mit schmächtiger Statur. Er sei mit einer Jeans mit breit ausgestellten Beinen, einem T-Shirt und einem Anglerhut bekleidet gewesen. Sein Begleiter soll gleichen Alters, ebenfalls männlich und mit einem weißen T-Shirt bekleidet gewesen sein. Der Tatverdächtige und sein Begleiter seien zu Fuß in Richtung Siemensstraße geflüchtet. Weitere Angaben zu den beiden jungen Männern machte die Polizei nicht.

Eine Ermittlungskommission für die Klärung der Tatumstände wurde beim Polizeipräsidium Münster eingerichtet.

Die Polizei sucht nach Zeug*innen: Hinweise zu dem Tatverdächtigen nimmt sie unter der Rufnummer (0251) 275-0 entgegen.

LSVD fordert Konsequenzen

Angesichts der Attacke fordert der Lesben und Schwulenverband NRW Konsequenzen aus Politik und Gesellschaft: Wenn unsere Community noch nicht einmal beim Christopher-Street-Day sicher ist, zeigt das, wie sehr LSBTIQ*-feindliche Hasskriminalität unsere Freiheit einschränkt", erklärte LSVD-Landesvorstandsmitglied Arnulf Sensenbrenner am Montagnachmittag. "Sowohl im Bund als auch in Nordrhein-Westfalen brauchen wir ein engagiertes Zusammenwirken von Politik, Sicherheitsbehörden, Justiz und Zivilgesellschaft."

Dazu gehöre die Benennung von hauptamtlichen LSBTIQ*-Ansprechpersonen bei der Polizei und den Staatsanwaltschaften. Zudem müssten Behörden müssen bei der Bekämpfung homophober und transfeindlicher Gewalt auch verstärkt mit queeren Organisationen zusammenarbeiten, "um Vertrauen zu schaffen, Opfern angemessen zu helfen und damit die Anzeigebereitschaft zu steigern". "Es braucht zielgenaue Konzepte zur Prävention, zur Aus- und Fortbildung von Polizei und Justiz sowie zur ausreichenden Unterstützung von Opferhilfe-Einrichtungen", argumentierte Sensenbrenner.

In diesen Stunden sind unsere Gedanken bei Malte, seinen Angehörigen und Freund*innen. Wir hoffen, dass er sich von dem...

Posted by LSVD NRW on Monday, August 29, 2022
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Zunächst seien aber "unsere Gedanken bei Malte, seinen Angehörigen und Freund*innen". Man hoffe, dass er sich von dem brutalen Angriff wieder vollständig erholen kann. (dk)


 Update  19.35h: Kundgebung gegen Gewalt am Freitag

Die queeren Vereine Münsters haben sich am späten Montagnachmittag in einer gemeinsamen Pressemitteilung "erschüttert" über den "queerfeindlichen Hassangriff" gezeigt. Am Freitag um 18 Uhr werde es eine "Kundgebung vor dem Rathaus am Prinzipalmarkt gegen Gewalt an queeren Menschen" geben.

"Polizei und der Staatsschutz müssen diese queerfeindliche Hasstat schnell aufklären und als das einordnen, was sie ist: eine politisch motivierte Straftat", so die Pressemitteilung. Zeug*innen und Besucher*innen der Veranstaltung am Hafenplatz mit Foto- und/oder Videoaufnahmen von dem Vorfall werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden. "Dem Opfer wünschen wir eine baldige und vollständige Genesung. Sein Einschreiten und Handeln verdient unser aller Respekt und Anerkennung."

Queerfeindlicher Hassangriff erschüttert queere Vereine in Münster ? Staatsschutz soll Ermittlungen aufnehmen Als uns...

Posted by KCM e. V. on Monday, August 29, 2022
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Am Nachmittag hatte sich auch Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) zu Wort gemeldet. "Der Angriff auf einen Teilnehmenden des Christopher Street Days in Münster erschüttert mich zutiefst", schrieb er in sozialen Netzwerken und auf der Webseite der Stadt. "Münster ist eine weltoffene, tolerante und bunte Stadt! Meine besten Wünsche für den Betroffenen, seine Familie und Freunde!"

-w-

#1 LothiAnonym
  • 29.08.2022, 14:08h
  • Der Göttin sei Dank. Malte ist außer Lebensgefahr. Das ist die gute Nachricht.
    Ein Aber gibt es nicht. Was Malte da getan hat ist derartig mutig gewesen.
    Nur eine Frage läßt mich einfach nicht in Ruhe: wo waren in diesem Moment all die Anderen Umstehenden? Haben die Hinter Malte, neben ihn gestanden? Wäre etwa nicht schnelles handeln vonnöten gewesen? Den Täter festhalten bis die Polizei eintrifft? Fragen über Fragen. Hilft Malte leider jetzt auch nicht weiter.
    Gute Genesung wünsche ich.
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#2 NajaAnonym
  • 29.08.2022, 14:29h
  • Antwort auf #1 von Lothi
  • Ja. Zumindest die betroffenen Besucherinnen waren in der Mehrzahl ( von mehreren Besucherinnen ist im Text die Rede.)
    Von weiteren Personen weiß man nicht ob die nah genug waren um zeitig einzugreifen. Das war ja abends, also nicht mitten in der Menge, so wie ich das verstanden habe.
    Aber die anwesenden, betroffenen Besucherinnen hätten sich zusammentun und entweder eingreifen oder den Täter oder seinen Begleiter zumindest festhalten sollen. Marcel hatte sie beschützt, schon deswegen wäre es umgekehrt nur fair gewesen.
    Aber auch nur, wenn es wirklich so abgelaufen ist, wie wir aus den wenigen Informationen entnehmen können. Vielleicht ging die Tat auch so schnell, das alle in Schockstarre waren und der Täter schneller flüchten konnte als das gehandelt wurde, oder er konnte sich losreißen oder oderdu siehst, von außen kann man leicht was sagen ohne die Hintergründe zu kennen.
    Nur eins ist klar: Schuld hat der Täter.
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#3 LothiAnonym