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Studie

Forschende entdecken bis dato älteste inter­geschlechtliche Person

Eine Person, die vor einem Jahrtausend in Portugal lebte, hatte laut Forschenden das Klinefelter-Syndrom.


Dieser Schädel stammt von der bislang ältesten bekannten inter Person (Bild: The Lancet)

  • 29. August 2022, 14:09h - 2 Min.

Eine Gruppe internationaler Forschender hat bei einem 1.000 Jahre alten Skelett Klinefelter-Syndrom nachgewiesen. Wie das Team mitteilte, handelt es sich um den ältesten bekannten Fall von Intergeschlechtlichkeit. Vom Klinefelter-Syndrom spricht man, wenn eine Person zwei X-Chromosomen und ein Y-Chromosom besitzt; üblicherweise haben Frauen zwei X-Chromosomen und Männer je ein X- und Y-Chromosom. Die Studie wurde im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht.

Das Team hatte die genetischen Informationen eines Skeletts untersucht, das im Nordosten Portugals gefunden worden sei. Mit Radiocarbondatierung haben die Forschenden herausgefunden, dass die Person im 11. Jahrhundert beigesetzt worden sei.

"Wir waren gleich ganz aufgeregt, als wir das erste Mal die Ergebnisse gesehen haben", erklärte Mitautor João C. Teixeira. Gewöhnlich sei DNA von diesem Alter von so schlechter Qualität, dass keine Rückschlüsse mehr gezogen werden könnten.

Unbekannt ist, wie die Person lebte

"Basierend auf der Morphologie und metrischen Analyse des Skeletts kamen wir zu dem Schluss, dass es sich um einen Mann handelte", berichtete das Forschenden-Team. Allerdings seien die Hüftknochen breiter gewesen, als es bei damals lebenden Männern üblich gewesen sei. Teixeira: "Unsere Studie liefert zwar weitere Belege für die lange Geschichte des Klinefelter-Syndroms, aber welche soziologischen Konsequenzen dies hatte, können wir daraus nicht ableiten."

Bereits vergangenes Jahr wies ein Forschungsteam nach, dass die vor zirka 900 Jahren im heutigen Finnland lebende "Kriegerin mit zwei Schwertern" mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,75 Prozent das Klinefelter-Syndrom hatte.

Das Klinefelter-Syndrom tritt geschätzt ein bis zwei Mal pro 1.000 Geburten auf – allerdings könnte die Dunkelziffer höher liegen. Die Betroffenen erscheinen anatomisch meist männlich, wobei sich später feminine Merkmale wie gerundete Hüften oder Ansätze für Brüste ausbilden. Intergeschlechtlichkeit kann sich auch durch andere Variationen bei den Geschlechtschromosomen oder durch andere Ursachen äußern. (cw)

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