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Von "Viva la Diva" bis "Wie Gott uns schuf"

Mehrere queere Sendungen für Deutschen Fernsehpreis nominiert

Obwohl sich RTL vom Sieger der queeren Show "Viva la Diva" distanzieren musste, hat das Format eine Chance auf den begehrten Preis. Auch eine Primetime-Doku über queere Menschen in der Kirche und eine Serie über eine nichtbinäre Person erhielten Nominierungen.


Ist die bunte RTL-Show "Viva la Diva" das Beste, was das deutsche Fernsehen an Unterhaltung zu bieten hat? (Bild: RTL)

Queere Produktionen sind dieses Jahr erneut für den Deutschen Fernsehpreis nominiert worden: Wie die Veranstalter*innen am Dienstag mitteilten, kann sich die RTL-Unterhaltungssendung "Viva la Diva – Wer ist die Queen?" Chancen auf den Preis in der Kategorie "Beste Unterhaltungsshow" ausrechnen. Ebenfalls nominiert sind "Die Giovanni Zarrella Show" (ZDF) und "Wer stiehlt mir die Show?" (ProSieben). "Viva la Diva" wurde außerdem in der Kategorie "Beste Ausstattung Unterhaltung" nominiert.

In der Sendung, die auf einem niederländischen Konzept basiert, traten mehrere Promis als Dragqueens gegeneinander an. Sieger wurde Komiker Faisal Kawusi. Wegen einer diskriminierenden Aussage, die Kawusi nach der Aufzeichnung, aber vor der Ausstrahlung der Show getätigt hatte, distanzierte sich RTL jedoch vom Gewinner (queer.de berichtete). RTL produzierte bislang nur eine Episode der Show; der Kölner Privatsender ließ offen, ob weitere Folgen geplant sind.

Auch Dschungelcamp nominiert

Hoffnungen in der Kategorie "Beste Unterhaltung Reality" kann sich auch "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" machen. In der Dschungelshow traten mit Harald Glööckler und Manuel Flickinger auch zwei offen schwule Kandidaten an, die am Ende den vierten bzw. dritten Platz belegten. In dieser Kategorie ebenfalls nominiert sind "Kampf der Realitystars" (RTLzwei) und "Stadt + Land = Liebe" (SWR).

Im vergangenen Jahr hatte die lesbische Datingshow "Princess Charming" noch die Kategorie "Beste Unterhaltung Reality" gewonnen (queer.de berichtete). In diesem Jahr wurde die Show – ebenso wie das schwule Pendant "Prince Charming" – nicht nominiert.

"Wie Gott uns schuf" als beste Doku?

In der Kategorie "Beste Dokumentation/Reportage" ist die ARD-Dokumentation "Wie Gott uns schuf – Coming-out in der katholischen Kirche" nominiert. In der Sendung outeten sich 122 Mitarbeiter*innen der katholischen Kirche als queer, was zu einer großen Resonanz führte. Kurzfristig hob Das Erste die Doku in die Primetime (queer.de berichtete). Ebenfalls in dieser Kategorie nominiert sind "Der Ausbruch – War die Pandemie vermeidbar?" (ZDF), "Gladbeck" (Netflix), "Die Nacht, als die Flut kam – Protokoll einer Klimakatastrophe" (Arte/ZDF) und "Team Wallraff – Jetzt erst recht!" (RTL, Folge vom 23. Juni).

/ hajoseppelt
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"Wie Gott uns schuf" ist bereits vor zwei Wochen mit dem Katholischen Medienpreis ausgezeichnet worden (queer.de berichtete).

"Becoming Charlie" ebenfalls auf der Liste

Eine Chance auf die Auszeichnung hat auch der fiktionale ZDFneo-Sechsteiler "Becoming Charlie", der vom Leben einer jungen nichtbinären Hauptfigur erzählt. In der Königsdisziplin "Beste Dramaserie" konkurriert die Reihe mit den weit größeren Produktionen "Faking Hitler" (RTL) und "Der Pass" (Sky).

/ dt_Fernsehpreis
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"Becoming Charlie"-Hauptdarstellerin Lea Drinda ist außerdem für den Preis als "Beste Schauspielerin" nominiert. Neben ihr dürfen sich auch Friederike Becht ("Schneller als die Angst", ARD), Mala Emde ("Oh Hell", MagentaTV), Julia Jentsch ("Das weiße Schweigen", RTL+) und Corinna Kirchhoff ("Ein Leben lang", ARD) Hoffnungen auf die Auszeichnung machen.

Die NDR-Doku "Kevin Kühnert und die SPD" ist in der Kategorie "Bester Doku-Mehrteiler/Serie" nominiert. Darin wird der offen schwule Generalsekretär der größten Partei im Deutschen Bundestag begleitet. Die Doku erhielt außerdem Nominierungen in den Kategorien "Beste Kamera Information/Dokumentation" und "Bester Schnitt Information/Dokumentation".

/ LucasStratmann

Die Preise werden Mitte September vergeben, dieses Jahr erstmals an zwei Abenden. Am 13. September (Dienstag) gibt es die "Nacht der Kreativen", in der die eher technischen Preise vergeben werden. Die Show wird präsentiert von Jana Pareigis. Musikalische Unterstützung gibt es vom Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld, das insbesondere aus "ZDF Magazin Royale" bekannt ist. Die zeitversetzt ausgestrahlte Sendung versteckt das ZDF im Nachtprogramm: Sie wird in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 0.45 Uhr ausgestrahlt und außerdem in der ZDF-Mediathek zum Streamen angeboten.

Am Mittwoch werden dann die Hauptkategorien im Rahmen der ZDF-Show "Die TV-Highlights des Jahres – Der Deutsche Fernsehpreis 2022" um 20.15 Uhr vergeben – auch diese Show ist nicht live, sondern wird zeitversetzt gezeigt. Das ZDF verspricht eine Sendung "mit großen Unterhaltungsmomenten, Überraschungen, Musik und emotionalen Auszeichnungen". Die Moderation übernimmt erneut Barbara Schöneberger.


Die Allzweckwaffe des deutschen TV moderiert auch den Fernsehpreis (Bild: NDR / Uwe Ernst)

Der Deutsche Fernsehpreis wird seit 1999 zur Würdigung hervorragender Leistungen für das Fernsehen verliehen. Gestiftet wird die Auszeichnung von ARD, ZDF, RTL, Sat.1 und Deutscher Telekom. Über die Nominierungen und Preisträger entscheidet eine unabhängige Jury, die aus neun bis zwölf Mitgliedern besteht. (dk)

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