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"Wüste Beschimpfungen bis körperliche Übergriffigkeiten"
Neonazis melden Demo gegen CSD Gotha an
Eine offenbar gewaltbereite Neonazi-Gruppe versucht, Teilnehmende des ersten CSDs in Gotha einzuschüchtern.

Neonazi-Demo im letzten Jahr gegen den CSD im nordrhein-westfälischen Olpe (Bild: Youtube)
- 1. September 2022, 14:42h 2 Min.
Im thüringischen Gotha haben Neonazis für Samstag einen Demo gegen den CSD angemeldet. Die Aktion soll parallel zur ersten CSD-Demo in der 45.000 Einwohner*innen zählenden Stadt stattfinden. Das bestätigte das Landratsamt auf Anfrage der "Thüringer Allgemeinen" (Bezahlartikel).
Die CSD-Organisator*innen teilten mit, dass die Gegendemonstration von Mitgliedern der in Thüringen aktiven Gruppe Turonen organisiert werde. Dabei handelt es sich um Personen, die in der Vergangenheit vor Gewalt nicht zurückgeschreckt sind.
/ TomGrueneFür mehr Kontext – die Rechtsextremen Turonen (Garde 20) und der bekennende Neo-Nazi Marco Zint planen einen Gegendemo zum ersten Christopher Street Day
Tom Gürtler (@TomGruene) September 1, 2022
in Gotha. In der Ankündigung wird von "Negroiden- und Trans-Gestalten" und von einer "Demo gegen die Homopropaganda" geredet.
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Ein bekannter Neonazi warb in sozialen Medien für die Veranstaltung und beklagte "Multikulti-, Homosexuellen-, und Genderpropaganda", die "Gift für die Gesellschaft" sei. "Kaum eine Werbeanzeige ohne negroide oder transsexuelle Gestalten", heißt es in dem Text.
Posted by CSD Gotha on Monday, August 29, 2022
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Die Neonazis sollen mit organisierter Kriminalität Geld verdienen und stehen seit längerem auf dem Radar des Landesverfassungsschutzes. Im Februar erhob die Staatsanwaltschaft Gera wegen bandenmäßigen Drogenhandels und Bildung einer kriminellen Vereinigung Anklage gegen sechs Männer und drei Frauen aus der Gruppe und dem Umfeld der Turonen. Einzelne Mitglieder wurden auch wegen schwerer Zwangsprostitution, Geldwäsche und wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt. Der Prozess verzögerte sich zuletzt jedoch wegen eines erkrankten Richters.
Im Juni führten die Landespolizeibehörden von Thüringen, Schleswig-Holstein und Berlin im Zuge von fünf Ermittlungsverfahren, die sich gegen insgesamt zehn Beschuldigte richteten, Razzien in 26 Objekten durch. Beschlagnahmt wurden dabei unter anderem Bargeld, Anabolika und gefälschte Impfpässe.
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Die Atmosphäre in Gotha ist laut den CSD-Organisator*innen angespannt: "Uns als CSD-Gotha-Bündnis erreichen fast jeden Tag Nachrichten von betroffenen Personen, welche wüste Beschimpfungen bis körperliche Übergriffigkeiten erleben mussten", teilten sie laut "Thüringer Allgemeine" mit. Sie wollen an der CSD-Demo festhalten, würden jedoch Sicherheitshinweise an Teilnehmende ausgeben. Gothaer*innen könnten mit ihrer Teilnahme am CSD "ein Zeichen für mehr Toleranz, mehr Akzeptanz und gegen die Unterdrückung der Faschisten" setzen. (cw)
Links zum Thema:
» Homepage CSD Gotha















