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Gendern im Unternehmen

Audi: Genderphobiker geht in die nächste Instanz

Trotz seiner Niederlage vor dem Landgericht Ingolstadt kämpft ein Volkswagen-Manager weiterhin für ein Verbot von geschlechtergerechter Sprache bei der Konzerntochter Audi.


Audi-Mitarbeiter*­innen beim CSD München 2019 (Bild: Audi AG)

Der Streit um geschlechtergerechte Sprache bei Audi geht in die nächste Instanz. Der zum Volkswagen-Konzern gehörende Autobauer verlangt von seinen Beschäftigten, dass sie in der schriftlichen Kommunikation bestimmte Genderformen verwenden. Ein Volkswagen-Prozessmanager klagte dagegen, unterlag aber vor dem Landgericht Ingolstadt und hat nun Berufung gegen das Urteil eingelegt. "Das Verfahren ist hier eingegangen und trägt das Aktenzeichen 21 U 5235/22", teilte das Oberlandesgericht München am Donnerstag mit. Der Anwalt des Klägers äußerte sich zunächst nicht.

Der Kläger sieht durch Arbeitsanweisungen mit Formulierungen wie "Der_die BSM-Expert_in ist qualifizierte_r Fachexpert_in" seinen allgemeinen Persönlichkeitsrechte verletzt. Das Landgericht Ingolstadt folgte dem nicht. Der VW-Mitarbeiter müsse die Gender-Vorgaben bei Audi nicht aktiv befolgen, und eine bloß passive Betroffenheit reiche nicht. Es gebe für ihn kein Recht, "in Ruhe gelassen zu werden", hatte der Vorsitzende Richter erklärt. Audi sieht die Sprachvorgaben als Zeichen für Gleichberechtigung und Ausdruck für die Vielfalt der Geschlechter.

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Laut dem Bayerischen Rundfunk kam es in der mündlichen Verhandlung vor Gericht zu "teils hitzigen Diskussionen" zwischen den Parteien. Der Richter, der zunächst eine von Audi abgelehnte gütliche Einigung vorgeschlagen hatte, befürchtete, die Anwälte des Klägers wollten das Verfahren medial inszenieren.

Dafür spricht auch die Unterstützung des Prozesses durch den Verein Deutsche Sprache (VDS), der Gendern pauschal als "Ideologie" ablehnt. Eine Vertreterin des queerfeindlichen Vereins polemisierte unter anderem im Rechtsaußen-Blog "Achse des Guten" gegen "Transgender-Aktivisten" und beklagte eine angebliche "Sexualisierung der Sprache".

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#1 elimAnonym
  • 02.09.2022, 06:44h
  • Faszinierend - wie kann ein Ego einerseits so groß sein, so einen Wirbel zu veranstalten, und andererseits so klein, daß es vom gendern verletzt wird?
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#2 cho002Anonym
  • 02.09.2022, 07:09h
  • Um das Ganze mal wieder auf eine sachliche Ebene zu bringen, ganz ehrlich. sprachliche Mitnahme hin oder her, aber so etwas wie "Der_die BSM-Expert_in ist qualifizierte_r Fachexpert_in" kann doch wirklich niemand mehr flüssig lesen, verarbeiten und verstehen. Zumal wohl auch der gesamte folgende Text derart durch gegendert sein dürfte. Das ist der falsche Weg. Und es verhilft keinem Mitglied der LGBTQ zur wirklichen Akzeptanz in der Gesamtgesellschaft. Im Gegenteil: Es führt nur zu noch mehr Ablehnung.
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#3 QwertzAnonym
  • 02.09.2022, 08:22h
  • Antwort auf #2 von cho002
  • Also 1. Wenn mein Arbeitgeber ein Leitbild hat, dass gendergerechte Sprache fordert, dann muss ich mich daran halten. Was ich in meiner Freizeit mache, ist egal.
    2. Niemand sagt, dass gendern leicht ist. "Der_die BSM-Expert_in ist qualifizierte_r Fachexpert_in" sich wirklich schwierig. Unsere BSM-Expert*innen sind qualifizierte Fachleute liest sich bspw leichter. Wenn man sich etwas damit beschäftigt wird es leichter.
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