https://queer.de/?43100
Fußballikone
David Beckham: Shitstorm nach Werbeclip für Katar
David Beckhams Engagement als Werbegesicht für Katar geht in die nächste Runde: Nun veröffentlichte die Fußball-Ikone einen Werbeclip für das Land im Nahen Osten. Bei den Fans auf Social Media kommt das nicht besonders gut an.

David Beckham lächelt für den Verfolgerstaat (Bild: Screenshot Youtube / Visit Qatar)
- 2. September 2022, 12:27h 2 Min.
Fußballikone David Beckham muss für den Auftritt in einem Werbeclip für Katar viel Kritik einstecken. Der 47-Jährige hat sich für ein fürstliches Gehalt von angeblich 180 Millionen Euro für zehn Jahre als Botschafter für die Sportnation Katar verpflichtet, wie die "Sun" schon letztes Jahr berichtet hatte (queer.de berichtete).
Nun erschien ein erster Werbeclip mit Beckham in dieser Position in einer einminütigen und einer 30-minütigen Version. Die Videos sollen Tourist*innen auf der Durchreise Katar als Zwischenstopp schmackhaft machen. In der einminütigen Version ist Beckham zu sehen, wie er 48 Stunden in dem Land verbringt, über Märkte schlendert, die Architektur bewundert und grinsend mit seinem Motorrad fährt.
Dabei schwärmt er von "einem weiteren wundervollen Tag hier in Katar" und dass "die Moderne und das Traditionelle etwas ganz Besonderes" entstehen lassen würden. Er nennt Katar einen "wundervollen Ort" und könne es nicht erwarten, seine Kinder mitzubringen, so Beckham. An einer Stelle sagt er: "Das ist für mich Perfektion", an einer anderen: "Menschen in Katar sind sehr stolz auf ihre Kultur".
In sozialen Netzwerken hagelte es Kritik an diesem Video – etwa weil Katar auch die Verfolgung von Homosexuellen mit seiner "Kultur" verteidigt. Auf Homosexualität steht bei dem WM-Gastgeber eine bis zu siebenjährige Gefängnisstrafe, nach islamischem Recht ist sogar die Verhängung der Todesstrafe möglich. Geschlechtsangleichungen werden zudem nicht anerkannt. Zudem gibt es weitere Menschenrechtsprobleme.
"Er verkauft seine Seele"
Für viele passt Beckhams Werbung für Katar nicht mit seinem Image als Feminist, Unterstützer von LGBTI-Rechten und Unicef-Botschafter zusammen. Beckham würde sich verkaufen, Geld vor Menschenrechte stellen und das Leid ignorieren, heißt es in unzähligen Tweets. Der LGBTI-Aktivist Peter Tatchell (70) schreibt: "Das ist so fürchterlich, er verkauft seine Seele für Millionen Blutgeld. Katar missachtet LGBTs, Frauen und Gastarbeiter. Schande!"
/ FCPlayFairOb Herr Tatchell die WM in Katar schauen wird? #PlayFair #Katar #WM2022 #Beckham #Tatchell pic.twitter.com/6qb3nef5jr
FC PlayFair! e.V. (@FCPlayFair) September 1, 2022
|
Ein Sprecher von Beckham verteidigte das Engagement des Fußballstars letztes Jahr mit der Hoffnung, durch die Weltmeisterschaft und den Sport in dem Land etwas verändern zu können: "Er hat immer von der Macht des Fußballs gesprochen, als eine Macht für das Gute auf vielen Ebenen."
Die Fußball-WM der Herren findet vom 20. November bis zum 18. Dezember in Katar statt. (spot/dk)














Dieser Typ lebt fernab jeglicher Realität.