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Münster
Malte C. erlitt wohl durch Sturz Schädel-Hirn-Trauma
Die Staatsanwaltschaft Münster gibt die Ergebnisse der Obduktion bekannt.

Malte C. hatte kurz vor seinem Tod bei der CSD-Demonstration zeitweise eine Flagge des Trans*-Inter*-Münster e.V. getragen, der danach dieses Bild veröffentlichte
- 5. September 2022, 13:02h 2 Min.
Die Obduktion der Leiche des 25-jährigen Malte C., der nach einem Angriff beim CSD in Münster gestorben ist, hat ein schweres Schädel-Hirn-Trauma am Hinterkopf ergeben. Dieses sei wohl durch den Aufprall des Kopfes auf den Asphalt entstanden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Der 20-jährige Nuradi A. soll ihn zuvor unvermittelt mit der Faust geschlagen haben.
Das Schädel-Hirn-Trauma könne bei Malte C. unmittelbar die Todesursache gewesen sein, hieß es. Im Raum steht auch, dass der 25-Jährige an medizinischen Folgeproblemen des künstlichen Komas starb, in das er nach dem Angriff versetzt worden war. Das werde noch geklärt, sagte der Sprecher. Rechtlich spiele das aber keine große Rolle, der Tatvorwurf hänge nicht davon ab. Gegen den 20 Jahre alten mutmaßlichen Angreifer wird wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Darauf stehen nach Erwachsenenstrafrecht bis zu 15 Jahre Haft.
Keine Spuren von Faustschlägen bei Obduktion mehr zu erkennen
Nuradi A. soll bei der CSD-Veranstaltung am 27. August zunächst zwei Frauen unter anderem queerfeindlich beschimpft und bedroht haben. Als Malte C. ihn bat, das zu unterlassen, soll der 20-Jährige unvermittelt einmal mit der Faust zugeschlagen haben. Bei der Obduktion seien keine Spuren von Faustschlägen mehr zu erkennen gewesen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Das sei durch den zeitlichen Ablauf zu erklären. Die Leiche wurde neun Tage nach der Attacke obduziert, in der Zeit gehen Schwellungen demnach zurück.
Der 25-Jährige kam zunächst ins Krankenhaus und erlag am vergangenen Freitag seinen Verletzungen (queer.de berichtete). Am gleichen Tag wurde der 20-Jährige festgenommen (queer.de berichtete). Die Tat führte zu mehrere Protestaktionen, in denen vor Transphobie gewarnt wurde (queer.de berichtete). Die Staatsanwaltschaft in Münster geht von einem queerfeindlichen Hintergrund aus. (dpa/cw)













