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Bericht von Menschenrechtsorganisation
Iran: Zwei queere Aktivist*innen zum Tode verurteilt
Erneut gibt es einen (unbestätigten) Bericht über ein Todesurteil gegen queere Menschen im Mullah-Regime.

Sareh ist im Iran wegen des Engagements für queere Rechte offenbar zum Tode verurteilt werden (Bild: 6rang)
- 5. September 2022, 14:09h 2 Min.
Zwei queere Aktivist*innen sollen in der nordwestiranischen Stadt Urmia zum Tode verurteilt worden sein. Laut der Menschenrechtsorganisation Hengaw sollen die unter anderem der "Korruption auf Erden" durch "Förderung der Homosexualität" schuldig befunden worden sein. Außerdem seien sie verurteilt worden wegen "Förderung des Christentums" und "Kontakt mit Medien, die die Islamische Republik ablehnen".
Bei den Verurteilten handelt es sich laut dem Bericht um die 24-jährige Elham Chubdar sowie um Zahra Sedighi-Hamedani (31) – die als nichtbinär und trans beschriebene Person ist unter dem Namen Sareh auch als LGBTI-Aktivist*in bekannt. Während über Chubdar wenig publik wurde, gibt es bereits mehrere Berichte über Sareh: Die Festnahme soll bereits am 27. Oktober 2021 erfolgt sein. Anfang Januar appellierte Amnesty International an den Iran, Sareh freizulassen, da die Verhaftung auf "diskriminierenden Gründen" beruhe. Anlass für die Festnahme war offenbar ein Interview, das Sareh der britischen BBC gegeben hatte – darin wurde über Diskriminierung queerer Menschen in der Region gesprochen.
/ AmnestyIranIranian LGBTI rights defender Zahra Sedighi-Hamadani is accused of "spreading corruption on earth" through "promoting homosexuality" & "communication with anti-Islamic Republic media channels", a charge punishable by death @khamenei_ir Free her NOW! https://t.co/GXJjVWKAzI pic.twitter.com/OrWlJ0gu6D
Amnesty Iran (@AmnestyIran) January 25, 2022
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Laut der LGBTI-Organisation 6rang versuchten iranischen Geheimdienste, Falschinformationen über Sareh zu verbreiten. So soll Sareh 1.000 iranische Frauen gezwungen haben, Sexarbeiterinnen zu werden – eine Anschuldigung, die von Aktivist*innen als Lüge bezeichnet wurde. Zudem soll der Gehemdienst Sarehs Telegram-Profil übernommen haben und die Anhänger*innen bedroht haben.
Im Iran sollen seit der Islamischen Revolution 1979 tausende Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung hingerichtet worden sein. Eine genaue Einschätzung über entsprechende Hinrichtungen ist aber schwierig, weil die iranischen Gerichte in ihren Urteilen Formen von unehelichem oder gleichgeschlechtlichem Sex mit sexueller Gewalt vermischen. Zudem ist eine unabhängige Berichterstattung oft nicht möglich und viele Urteile insbesondere in ländlicheren Regionen werden nie publik.
Anfang des Jahres gab es einen Bericht über die Hinrichtung von zwei Männern im Nordwesten des Landes wegen Homosexualität (queer.de berichtete). (cw)














